Das Publikum sitzt in den Reihen und lässt sich von den gefühlvollen Melodien umgeben und berühren. Flötistin Ulrike Hünefeld und Organist Wolfgang Schneider spielen von der Empore herab. Auch wenn die beiden Musiker nicht zu sehen sind, ist ihre akustische Aussagekraft der ausgewählten Werke umso mitreißender.

Am vergangenen Sonntag erlebten die rund 60 Besucher des VHS-Musikringkonzertes eine Stunde für Geist und Seele. Geführt von beflügelnden Flötenmelodien und Orgelbegleitung ließen sich die Gäste von der Musik leiten.
Dabei trafen bei ihren Bearbeitungen für Flöte und Orgel Bachs Kantaten auf französische Werke des 20. Jahrhunderts. Eine besondere Mischung, die den Geschmack der Besucher traf. Ein Abschlusskonzert das sprichwörtlich nicht den Bach runter ging, sondern der Konzertreihe das letzte Sahnehäubchen aufsetzte.


Musikerin seit der Kindheit

Das Zusammenspiel der beiden Musiker bestach die Zuhörer mit Harmonie und herausragender Spielweise. "Ulrike Hünefeld spielt sehr gerne und mit besonderer Freude mit Wolfgang Schneider zusammen", kündigte Rainer Kober im Namen des VHS-Musikrings und als Träger von "Kronach Kreativ" zu Beginn des Konzertes an.
Gemäß dem Titel war das Werk "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate von Bach "Herz, Mund und Tat und Leben" eines der Höhepunkte des Abends. Vor allem aber auch der imposante Abschluss mit Francis Poulenc umgab die kalten Ohren der Besucher mit warmen Melodien.

Zwischen lebendigen, verspielten und temperamentvollen Tönen des Duos kamen auch die Soloeinlagen nicht zu kurz. Sie bildeten eine der schönsten Passagen des Konzertabends und waren gleichzeitig Glanzleistungen der beiden Künstler. Ulrike Hünefeld präsentierte "Pièce" von Jaques Ibert, Wolfgang Schneider die Partita Nr. 1 in B-Dur aus "Klavierübung" von Johann Sebastian Bach. Und weil man ja bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, endete die VHS-Musikringsaison nach einer kleinen Zugabe.

Nach der musikalischen Stunde sprach Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber auf Wunsch von Ulrike Hünefeld noch einen Segen. "Der geistliche Bezug war mir wichtig", sagte Ulrike Hünefeld zu dem Abschlusskonzert.

Die Flötistin Ulrike Hünefeld stammt aus Neustadt an der Aisch und blickt auf eine ausgiebige Orchestertätigkeit seit über 20 Jahren zurück. Bereits in der Kindheit wurde ihr großes Interesse an Musik geweckt. In ihrer Schulzeit besuchte sie am Friedrich-Alexander-Gymnasium in Neustadt den Musikleistungskurs. Nach dem Abitur studierte sie an der Hochschule für Musik in München Flöte bei Klaus Schochov und legte das Diplom ab.


Mehrere Jahre bei den Nürnberger Symphonikern

Im Anschluss spielte sie mehrere Jahre bei den Nürnberger Symphonikern und im Orchester des Landestheaters Coburg. Parallel zu ihrer Tätigkeit als Orchestermusikerin nahm sie 1994 die Arbeit an der Musikschule Kronach sowie zwei Jahre später an der Berufsfachschule für Musik in Kronach auf, wo sie bis heute pädagogisch tätig ist.

Seit der Saison 2011/2012 ist Hünfeld Mitorganisatorin der Konzertreihe "VHS-Musikring" in Kronach. Ein Studium in "Historischer Interpretationspraxis" und Traversflöte bei Karl Kaiser an der Musikhochschule in Frankfurt ergänzt ihre musikalische Ausbildung. Hünefeld wirkte bei Festivals mit und konzertiert mit verschiedenen Orchestern und Ensembles sowohl auf historischen Flöten, als auch auf der modernen Flöte.

Organist Wolfgang Schneider wurde 1969 in Neustadt an der Aisch geboren. Während seiner Gymnasialzeit erhielt er Orgelunterricht bei Dieter Eppelein und nahm ebenfalls am Leistungskurs Musik teil. Das Studium der Katholischen Kirchenmusik absolvierte er an der Musikhochschule München mit dem Hauptfach Orgel bei Hedwig Bilgram.

Seine berufliche Laufbahn begann 1993 als musikalischer Assistent des Würzburger Domkapellmeisters Siegfried Koesler. Von 1995 bis 2013 war Wolfgang Schneider hauptamtlich Kirchenmusiker der Pfarrei St.-Johann-Baptist in München-Haidhausen. Seit 2013 ist er als Dekanatskantor des Dekanats Haßberge mit Dienstsitz in Ebern tätig.