Am Mittwoch sprach Richter Gerhard Amend am Landgericht Coburg das Urteil: Der junge Mann muss zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.


Über die Grenze geschmuggelt


Der 21-Jährige aus dem Landkreis Kronach war mehrmals nach Tschechien gefahren, um dort Crystal zu kaufen. Viermal, so hieß es in der Anklage schrift, soll er zwischen Januar und April diesen Jahres den sogenannten Vietnamesenmarkt in Cheb (Eger) aufgesucht haben. Der junge Mann räumte vor Gericht ein, dort insgesamt zirka 100 Gramm gekauft und das Suchtmittel sowohl zum Eigenkonsum als auch zum Weiterverkauf mit über die Grenze geschmuggelt zu haben.

Angefangen habe er als damals 15-Jähriger mit dem Rauschmittel Marihuana. Wenige Monate später, so sagte er, sei dann Crystal-Speed dazugekommen. "Die Droge Marihuana ist also durch Crystal-Speed abgelöst worden", stellte Richter Amend fest. Der Crystal-Konsum habe sich mit der Zeit immer mehr gesteigert und erreichte schließlich seinen Höhepunkt. "Ich habe täglich eineinhalb bis zwei Gramm Crystal konsumiert", erzählte der 21-Jährige.

Während dieser Phase sei auch in seinem Leben Einiges aus der Bahn geraten. "Manchmal war ich tagelang einfach weg oder habe durchgeschlafen", so der junge Mann.

Um billiger an die Droge heranzukommen, sei der Angeklagte ab Januar 2015 mit zwei bereits verurteilten Freunden nach Tschechien gefahren. Einem der Mitfahrer soll er anschließend zwei Mal etwas davon verkauft haben. Nachdem dieser bereits ins Gefängnis gewandert war, fuhr der 21-Jährige ein letztes Mal alleine nach Cheb.


Seit sechs Monaten in U-Haft


Bei der Rückfahrt stellten Polizeibeamte das Crystal kurz hinter der tschechischen Grenze sicher. Seitdem sind sechs Monate vergangen, in denen der junge Mann in Untersuchungshaft saß. Auf seinen Trip will sich der Angeklagte zwei Wochen vor seiner Inhaftierung begeben haben.

Das Gericht war sich einig, bei dem Heranwachsenden noch das Jugendstrafrecht anzuwenden, da die Wurzeln für sein Drogenproblem bis ins Jugendalter zurückreichten.

Staatsanwalt Christian Pfab forderte eine Haftstrafe von drei Jahren. Verteidiger Till Wagler legte das Strafmaß in das Ermessen des Gerichts, hielt jedoch eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten für angebracht. Das letzte Wort hatte der junge Mann selbst: "Ich habe gemerkt, dass es zu nichts führt".

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Gerhard Amend verurteilte den 21-Jährigen wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln sowie dem Handeltreiben zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.