"Wir dürften der einzige Landkreis in Bayern sein, der eine solche Kulturstätte vorhält", vermutete Landrat Oswald Marr (SPD) am Dienstag bei der offiziellen Einweihung des Kreiskulturraums. Und auch Abteilungsleiter Clemens Brosig von der Regierung von Oberfranken pflichtete ihm bei: Die Bayreuther wären froh, wenn sie solche Räumlichkeiten wie die Kronacher hätten.

Der Kulturraum ist generalsaniert, was deutlich mehr gekostet hat als ursprünglich gedacht. "Es wäre töricht, während der Bauzeit Verbesserungen nicht zu machen, wenn man ihre Notwendigkeit erkennt", begründete der Landrat die zusätzlichen Ausgaben. Die Kultur habe im Kreis Kronach schon immer einen hohen Stellenwert gehabt. Allein zu den Veranstaltungen des Kreiskulturrings seien seit 1967 über eine halbe Million Besucher gekommen. Mit zwei bis fünf Belegungen pro Woche werde diese Spielstätte von zahlreichen Interessengruppen sehr gut angenommen. Der Kulturraum sei in die Jahre gekommen und nach fast einem halben Jahrhundert sei die Zeit für eine Generalsanierung reif gewesen. Bereits in den 1990-er Jahren habe man in Teilbereichen saniert, sich aber an eine Generalsanierung nicht gewagt.

Bei seinen Dankesworten hob Marr besonders Kreiskulturreferentin Gisela Lang hervor, die seit drei Jahrzehnten für den Kulturring und den Kulturraum zuständig sei.


"Alles nur Theater"

Gisela Lang berichtete, dass die bekannte Schauspielerin Katerina Jacob schon seit 1988 auf der Bühne des Kreiskulturraums gastiere, Jacobs Mutter Ellen Schwiers es seit 1969 auf gut 20 Auftritte in Kronach gebracht habe. Und Katerina Jacob bemüht sich, ihre nicht minder berühmte Mutter einzuholen. Sie gab als Ehrengast bei der Einweihungsfeier einige Anektoden aus ihrem Buch "Alles nur Theater" zum Besten, wobei sie erst das Mikrofon benutzte, dann aber auf die nach wie vor hervorragende Akustik im Kreiskulturraum setzte. Die Lacher hatte sie auf jeden Fall auf ihrer Seite, denn was die Theaterdame so alles erlebt hatte, war zum Teil recht vergnüglich, nicht für sie bei den Auftritten, aber für das Publikum.


Kulturelle Vielfalt

"Eine Stadt ohne lebendige Kultur ist nicht vorstellbar, denn die ist die Seele einer Stadt." Darauf wies Clemens Brosig hin, der die kulturelle Vielfalt in Stadt und Landkreis Kronach lobte. Allein ein Blick in das Oktoberprogramm zeige, dass Kultur im Frankenwald groß geschrieben werde.

Architekt André Völk berichtete, dass während der Bauzeit einige wesentliche Änderungen zu berücksichtigen gewesen seien, ohne dass sich der Fertigstellungstermin habe verzögern dürfen. Schließlich sei der Kreiskulturraum nicht der Flughafen Berlin. Für die Vergrößerung der Sitzabstände seien 600 Tonnen Stahlbeton aus- und eingebaut worden. Bei der Sanierung habe man gar manche Überraschung erlebt.


Eine Kunsthalle geworden

Kunstvereinsvorsitzender Karol Hurec freute sich, dass aus der Galerie des Kronacher Kunstvereins eine Kunsthalle geworden sei. Bei der 35-jährigen Geschichte des Kunstvereins sei der Landkreis immer Wegbegleiter gewesen.

Für die musikalische Ausgestaltung der Feier sorgte Günther Peppel mit seinen Schülern der Berufsfachschule für Musik.