Der Kreisverkehr an der Südbrücke ist noch nicht ganz fertig, aber er sorgt schon jetzt für eine spürbare Entspannung im Verkehrsfluss. Ein paar Hundert Meter weiter herrscht hingegen gerade zu Stoßzeiten noch dicke Luft, wenn sich die Fahrzeuge stauen. Vor allem der Kreuzungsbereich der Bundesstraße 173 mit der Industriestraße an der Stockardtsbrücke ist ein neuralgischer Punkt. Über Verbesserungen wird aber auch für diesen Bereich nachgedacht. Und heuer könnte Bewegung in die Sache kommen.


Zwei Studien

Der Kronacher Hauptamtsleiter Stefan Wicklein spricht auf unsere Anfrage von zwei Studien, die sich mit Verbesserungsmöglichkeiten für die stark frequentierte Industriestraße befassen. Die erste Studie hatte sich mit der grundsätzlichen Frage nach einer Entlastung auseinandergesetzt. Der Ausbau des Knotenpunktes, eine Änderung der Ampelschaltung und weitere Ideen sind darin laut Wicklein abgeklopft worden. "Als beste Möglichkeit hat sich ein Entlastungsstich im Bereich zwischen Schiffauer und Ruppen herauskristallisiert", so Wicklein. Der Stadtrat will diese Überlegung weiter verfolgen. Eine denkbare Möglichkeit für eine Stichstraße von der B 173 zur Industriestraße wurde zwischen Woco und E-Center ausgemacht.

"Jetzt ist der zweite Schritt im Gange", spricht Wicklein eine neue, wesentlich konkretere Machbarkeitsstudie an. Sie wurde im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden heuer erwartet.

Diese zweite Studie soll die gesamte Situation in der Umgebung einer Entlastungszufahrt einbeziehen. Wie Wicklein feststellt, darf bei einer Verbesserung für die Industriestraße nicht nur eine möglicherweise neu zu schaffende Abzweigung betrachtet werden. Auch die Kreuzungen oberhalb und unterhalb der angrenzenden Stockardtsbrücke, das Brückenbauwerk selbst, die Anbindung des Siechenangers und sogar die Abzweigung von der B 173 am Kreuzberg müssen in den Planungen aufgegriffen werden, um ein durchgängiges Verkehrskonzept zu erreichen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass überall Veränderungen vorgenommen werden.
"Der Stich soll kommen, wo genau muss durch das Gutachten geklärt werden", stellt Wicklein fest. Und schließlich wird der Stadtrat das letzte Wort bei dieser Entscheidung haben.


Mit Stadt zusammenarbeiten

Doch nicht nur, um den Verkehrsfluss gut zu koordinieren, wird die Studie gebraucht. Es geht auch um die Kostenaufteilung. Neben der Stadt ist durch die Bundesstraße ja auch das Staatliche Bauamt Bamberg mit im Boot. Dessen Kronacher Servicestellen-Leiter, Jürgen Woll, erklärt mit Blick auf die Machbarkeitsstudie: "Wir müssen uns Gedanken machen, was dann mit der Bundesstraße passiert." Er spricht von Überlegungen, die je nach gewählter Variante der Verbesserung zum Tragen kommen könnten: ein vierstreifiger Ausbau wie bei der Shell-Tankstelle, ein Absenken des Straßenniveaus im Bereich der Stockardtsbrücke beziehungsweise deren Abbruch. "Wir werden das untersuchen lassen und eine Einigung mit der Stadt suchen", erklärt Woll. "Aber jetzt sind wir noch ganz am Anfang."