Der langjährige CSU-Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadtrat sowie Sozialpolitiker Heinz Hausmann feiert am morgigen Samstag seinen 75. Geburtstag. Ein Grund für uns, einen Rückblick auf ein bewegtes und erfülltes Leben zu geben.

Heinz Hausmann ist auf dem Vorplatz der Stadtpfarrkirche in der oberen Stadt. Es ist ein Platz, der ihn von früherster Kindheit an geprägt hat. In dieser Kirche, erzählt der Sozialpolitiker, war er Ministrant, feierte Erstkommunion, Firmung und Hochzeit. Er dreht sich, zeigt auf das daneben liegende Finanzamtgebäude. "Da bin ich einst zur Schule gegangen!" In diesem Zusammenhang spricht er von der Schulspeisung, damals nach dem Krieg. Er lacht herzhaft, als er erzählt, dass er zusammen mit ein paar Freunden eine Kuh vor dem Eingang der Schule gemolken hat. "Die war einfach da!"

Hausmann berichtet von seiner großen Freude, als sein Vater aus Russland im Jahre 1949 zurückkam. Leider sei er fünf Monate später verstorben. "Ich vermisse ihn bis zum heutigen Tag!" Er erzählt, wie er als Kind den Luftschutzkeller im Jahre 1945 erlebt hat und spricht von Heimatvertriebenen, Flüchtlings- und Waisenkindern in seiner Schulklasse.

Nach der Schulzeit absolvierte Heinz Hausmann eine Lehre zum Industriekaufmann bei der Firma Rosenthal. Danach wurde er im Personal- und Lohnbüro eingesetzt. Dort habe er vieles von den Nöten der Mitarbeiter mitbekommen. Heinz Hausmann hält inne und meint: "Dort haben viele arme Leute gearbeitet" und: "Die Kindheit und diese Zeit haben mich für´s Leben geprägt!"

So ist es nicht verwunderlich, dass sich der rüstige Rentner seinen Mitbürgern, vor allem den sozialschwächeren, verpflichtet fühlt.

Vom 1. Juli 1967 bis 31. Dezember 1990 war er Leiter des Katholischen Volksbüros und Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Er entwickelte in dieser Zeit die Einrichtung zu einer wichtigen Beratungszentrale für sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen. Hausmann machte dieses Büro mit Abstand zum Rekordhalter im süddeutschen Bereich. Er erinnert an volle Wartezimmer und unzählige Stunden, die er darin verbrachte, um Fragen der Bürger zu beantworten.


Zeltlager und Lagerfeuer

Schöne Erinnerungen verbindet der Jubilar auch mit seiner Zeit als Oberministrant und dann Pfarr- Dekanatsjugendführer von 1954 bis 1972. Er spricht vom Zeltlager und Lagerfeuerromantik mit bis zu 250 Jugendlichen. Auch sei er mit Jugendlichen aus ganz Oberfranken zur Pflege deutscher Kriegsgräber unterwegs gewesen und habe die Sternsingersaktion in der Erzdiözese Bamberg mit eingeführt.

Zur Politik kam Heinz Hausmann in den 60-er Jahren. Der Diözesanjugendseelsorger, Jupp Schneider, habe damals gemeint: "Willst du die Welt von morgen mitgestalten, musst du Politiker werden!" 1967 wurde er JU-Ortsvorsitzender, später Kreisvorsitzender. Während dieser Zeit sei das Thema "Wiedervereinigung" ein ganz großes Anliegen für die JU gewesen. Der Tag der deutschen Einheit wurde deshalb jedes Jahr an der Grenze bei Welitsch/Heinersdorf mit namhaften politischen Persönlichkeiten begangen.

Die CSU ließ ihn nicht mehr los. 1972 übernahm er den CSU-Ortsverband Kronach, im gleichen Jahr wurde er in den Stadtrat und in den Kreistag gewählt.

Viele Veränderungen hat Heinz Hausmann während seines politischen und sozial engagierten Lebens mitgemacht, viele Projekte hat er mitgestaltet, wie beispielsweise die Friedenswallfahrt nach Neuengrün. Als Kommunalpolitiker erlebte er den Bau des Schulzentrums, die Öffnung der Zonengrenze, die Privatisierung des ehemaligen Krankenhauses. Er erlebte lange und mitunter anstrengende Sitzungen, in denen teilweise kontrovers diskutiert wurde.

Als Hausmann schließlich im Jahre 1990 in den Landtag gewählt wurde, begann für ihn wiederum eine neue Epoche. Er kam mit Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II zusammen. "Uch, das werde ich nie vergessen!"

Es war für ihn vollkommen normal, dass er mehrmals in der Woche zwischen Kronach und München hin- und her pendelte. "Ich wollte ja den Bezug zur Basis nicht verlieren!"


Wenig Freizeit

Ein freies Wochenende hatte er fast nie. Oftmals war er unterwegs bei Veranstaltungen und Versammlungen oder er saß in seinem Abgeordnetenbüro, um Bürger zu empfangen, zu beraten oder Briefe zu beantworten. Dabei vergaß er oftmals die Uhr.

Der Stimme Hausmanns ist schon ein gewisser Stolz zu entnehmen, wenn er davon spricht, dass er der Älteste im Kreistag und der dienstälteste Kommunalpolitiker im Kronacher Stadtrat ist.
Bei der Frage, ob er denn ein glückliches Leben gehabt hat, kommt spontan: "Ja, ein glückliches und erfülltes Leben". Er habe lange arbeiten dürfen, er habe viele Menschen und Schicksale kennengelernt, er habe seine Heimat mitgestalten dürfen.

Das alles konnte er aber nur, so räumt Hausmann ein, weil seine Frau seinen Weg mitgetragen und akzeptiert habe. Sie habe ihren geliebten Beruf als Erzieherin aufgegeben, sich um die Kinder gekümmert und ihm somit den Rücken frei gehalten. "Dafür bin ich ihr unendlich dankbar". Und was wünscht sich der zweifache Familienvater für die Zukunft? "Noch ein paar Jahre mit meiner Familie bei guter Gesundheit!" Und: "Ein bisschen mehr Zeit für meine vier Enkelkinder!"


Ämter und Auszeichnungen

1967 bis 1990: Leiter des Katholischen Volksbüros und Diözesansekretär der KAB in der Erwachsenenbildung
Kirchliche Ämter: 1954 - 1972: Führungsaufgaben im Bund der Deutschen Katholischen Jugend
1961 bis 1968 Pfarrjugendführer
1964 bis 1968 Diözesanjugendscharführer, 1968 bis 1972 Dekanatsjugendführer, 1968 bis 1998 Pfarrgemeinderat, seit 1968 Mitglied des Dekanatsrates, 1973 bis 1981 stellvertretender Dekanatsratsvorsitzender, 1981 bis 2014 Vorsitzender des Dekanatsrates, 1994 bis 1998 Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, 1998 bis 2006 Mitglied im Landeskomitee der Katholiken in Bayern. 1994 bis 2010 Mitgleid des Diözesanfamilienrates, seit 1968 Organisator der Friedenswallfahrt nach Neuengrünn

Parteipolitische Ämter:
1963 Beitritt in die Junge Union, 1965 Beitritt in die CSU, 1967 bis 1972 JU-Ortsvorsitzender in Kronach, 1967 bis 1979 Mitglied des JU_ Bezirksvorstandes, 1970 bis 1979 Kreisvorsitzender der Jungen Union
CSU: 1972 bis 2011 Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Kronach, seit 1991 Kassenprüfer der CSU-Bayern
CSA: bis 1981 CSA-Kreisvorsitzender, seit 1987 Bezirksvorsitzender CSA-Oberfranken und Vorstandsmitglied des CSA-Landesverbandes, seit 2007 Sprecher der CSA Franken.

Kommunalpolitische Ämter:
Seit 1972: Kreisrat, Stadtrat: seit 1972, 1984 bis 1990 Zweiter Bürgermeister von Kronach, 2002 bis 2008 Zweiter Bürgermeister von Kronach, 1984 bis 1990 Verwaltungsrat der Sparkasse, 1996 bis 2008 Verwaltungsrat der Sparkasse, 1972 bis 1984 Aufsichtsrat der Kronacher Wohnungsbau GmbH, 1984 bis 1990 Vertreter der Stadt Kronach in Gesellschafterverammlung, seit 1998 Aufsichtsrat der Landesgartenschau 2002 Kronach. 1982 bis 1990 Bezirksrat. 1990 bis 2003: Landtagsabgeordneter, 2008: Landtagsabgeordneter.
Sonstige Ämter: 1968 bis 1995 Vorstandsmitglied der AOK Coburg, seit 2012 Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, 1990 bis 2016: Bezirksvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisation von Ober- und Mittelfranken, seit 1992 Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Kronach, seit 1999 VdK-Kreisvorsitzender, Mitglied im VdK Landesausschuss.

Ehrungen:
Ehrennadel Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Rote Ehrennadel: KAB-Diözesanverband Bamberg, 2010: SOS-Ehrennadel, 2006: Goldene Raute (CSU Bezirksverband Oberfranken), Ochensepp-Medaille (CSU-Kreisverband), Ehrenfloßmeister

Staatliche Ehrungen:
1993: Verleihung der Kommunalen Verdienstmedaille des Freistaats Bayern (Bronze), 2008: Kommunale Verdienstmedaille (Silber), 2005: Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2012: Bayerische Verfassungsmedaille in Silber, 2014: Bayerische Verdienstorden.
Kommunale Ehrungen: 1990: Verleihung der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken, Landkreis Kronach: Verdienstmedaille in Gold für besondere und hervorragende Dienste, Stadt Kronach: Ehrenmedaille in Silber.
Kirchliche Auszeichnungen: Verdienstkreuz der polnischen Diözese Grünbeg-Landsberg, 2015 Silvesterorden von Pabst Franziskus,
Ehrenvorsitzender: JU-Kreisverband Kronach, CSU-Ortsverband Kronach, CSU-Kreisverband Kronach, CSA-Oberfranken.