Der Jugendhilfeausschuss ist eine wichtige soziale kommunalpolitische Säule im Landkreis Kronach, unterstrich Landrat Oswald Marr in der Sitzung am Mittwoch im Landratsamt. In seiner Stellung ist der Jugendhilfeausschuss innerhalb der Kommunalverwaltung nicht nur Teil des Jugendamtes sondern auch bundesrechtlich konstituiertes Organ kommunaler Selbstverwaltung mit bundesgesetzlich festgelegten Aufgaben. Er ist ein so genannter "beschließender Ausschuss" der Kommune.
Allerdings weist er die Besonderheit auf, dass seine Mitglieder nicht nur gewählte Mandatsträger (Kreisräte) sind, sondern auch Frauen und Männer, die auf Vorschlag der Jugend- und Wohlfahrtsverbände gewählt werden. Der Landrat machte diesen besonderen Hinweis verbunden mit einem Dank an das Gremium und die Mitarbeiter im Jugendamt, da dies die letzte Sitzung unter seiner Leitung war. 18 Jahre leitete er die Sitzungen und es war immer eine gute und angenehme Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gremium, immer das Wohl der Kinder, Jugendlichen und der Familien im Landkreis im Auge.


Zwei neue Mitarbeiterinnen

In gleicher Sitzung stellte der Landrat zwei neue Mitarbeiterinnen in der Verwaltung vor. Eva Wicklein übernahm die Position des Kreisjugendpflegers Bernd Pflaum und Lisa Gratzke wurde zur Gleichstellungsbeauftragten bestellt.
Den Schwerpunkt für den Jahresbericht 2015 lenkte Jugendamtsleiter Stefan Schramm auf die Aufgaben in Zusammenhang mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen. Im Frühjahr 2015 konnten in zwei Gruppen insgesamt 20 heilpädagogische Plätze in Trägerschaft der Rummelsberger Dienste im Bürgerspital eröffnet werden. Ab August wurden in einer Übergangseinrichtung im Landgasthof Söllner in Fischbach 15 männliche Jugendliche untergebracht und pädagogisch begleitet. Ab Oktober 2015 folgte die Belegung des Aparthotels Steinwiesen mit insgesamt 29 Jugendlichen, die mehrheitlich aus Afghanistan stammten. In der Spitze befanden sich 72 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Verantwortungsbereich des Kreisjungendamtes Kronach. Nur durch großes Engagement der Mitarbeiter konnten die aus den hohen Zugangszahlen entstandenen zusätzlichen Anforderungen erfolgreich gemeistert werden.


Elterntalk bis 2018 verlängert

Auf eine Reihe von erfolgreichen Projekten der Gesundheitsförderung und der Suchtprävention wurde hingewiesen. Es wurde die Verlängerung des Projektes "Elterntalk" bis zum 31. Dezember 2018 beschlossen. Hierzu stellte die Regionalbeauftragte im Landkreis Kronach, Svenja Pilipp nähere Einzelheiten vor. Ihre Aufgabe ist die Schulung und Koordinierung der Moderatoren. 25 Talks fanden mit insgesamt 101 deutschen, drei türkischen und sieben russischen Eltern statt. Im Kreishaushalt sind 8000 Euro jährlich für "Elterntalk" einzustellen, beschloss das Gremium einstimmig. Pilipp ruft Eltern oder Mütter auf, sich zu melden, wenn es Probleme gibt. Weitere Informationen unter der Homepage Elterntalk.net.
Auch dem Projekt HaLT (Hart am Limit) steht der Ausschuss positiv gegenüber. Das Gremium stimmte der Fortführung des Projektes für weitere zwei Jahre unter geänderten Vergütungsmodalitäten für die freiberuflichen Honorarkräfte zu. Das Projekt wird vom Landkreis mit bis zu 3500 Euro pro Jahr gefördert. Bei HaLT handelt es sich um ein Alkoholpräventionsprojekt mit dem Schwerpunkt, dem Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken. Hierzu wurde ein Kooperationsvertrag mit der Frankenwaldklinik eingegangen und für Brückengespräche stehen Andy Fischer, Steffi Fischer und neu ab Oktober auch Ariane Lau und Manuel Feulner als Honorarkräfte zur Verfügung.


Krippenplätze stiegen

Als sehr erfreulich kann die Entwicklung beim Ausbau von Kinderkrippenplätzen bewertet werden. Gab es 2011 251 belegte Krippenplätze, so waren dies 2015 450 Kinderkrippenplätze.
Eva Wicklein freute sich darüber, dass sowohl wieder ein Kreisjugendpreis vergeben werden kann wie auch der Mitternachtssport wieder stattfinden wird und das Kreisspielfest wieder belebt werden konnte. Das wird auch weiter fortgesetzt verkündete sie. Ebenso wird man die Ferienangebote ausbauen können.