Im Haßlachtal soll ein neuen Mountainbike-Rundweg entstehen. Dabei sollen Flächen von Haig bis nach Förtschendorf mit einbezogen werden. Das erklärte der Mitorganisator des Frankenwald-Radmarathons, Michael Lehnhardt. Es hätten bereits Gespräche mit den beiden Bürgermeistern Rainer Detsch (Stockheim) und Hans Pietz (Pressig) stattgefunden.

Dies bestätigte Rainer Detsch. "Michael Lehnhardt ist der Impulsgeber gewesen", so der Bürgermeister. Es gehe aber nicht nur um die Mountainbike-Strecke, sondern darum, dass die vorhandenen Angebote im Freizeit- und Naherholungsbereich im Haßlachtal erweitert werden. "Wir wollen enger zusammenrücken." Detsch spricht von Arbeitskreisen, die für dieses Vorhaben gebildet wurden. "Wir sind auch ILEK-mäßig unterwegs." Mit ILEK meint er das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept. Das ist ein Förderprogramm, um ländliche Dörfer und Regionen zu stärken.

Es habe sich, so Detsch, nicht zuletzt wegen des Radmarathons herausgestellt, dass das Haßlachtal für Moutainbikestrecken bestens geeignet ist. Mit der Schaffung eines Mountainbike-Rundwegs solle nun etwas Nachhaltiges etabliert werden. Nun gelte es, Ideen einzuholen - also welche Strecken für einen Mountainbike-Rundweg ausgewiesen, welche Trails eingebaut werden können etc. "Ich bin für jede Anregung dankbar", betont Detsch.

Der Stockheimer Bürgermeister ist sich durchaus bewusst, dass vor der Realisierungsphase sowohl die Finanzierung stimmen muss. Es müssen aber auch Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden. Auch bei der Stadt Kronach wird man anfragen müssen, da diese Eigentümerin von Kommunalwald im Haßlachtal ist. Er wisse, dass man bezüglich Ausweisung von Mountainbike-Strecken an Grenzen stoßen werde. Und da sei es gut, wenn möglichst viele Optionen vorhanden seien.


Hervorragende Landschaft

Impulsgeber Michael Lehnhardt gerät ins Schwärmen, wenn er vom Mountainbike-Rundweg im Haßlachtal spricht. "Die Landschaft eignet sich hervorragend." Er denkt auch an zwei kleinere, integrierte Rundschleifen, die jeweils in den Gemeindegebieten Stockheim und Pressig geschaffen werden sollen.

Lehnhardt ist zuversichtlich, dass es diesmal besser läuft als beim Bikepark Radspitze in der Gemeinde Marktrodach. Dieser soll - läuft alles nach Plan - in diesem Jahr eröffnet werden. Auch dort ist Michael Lehnhardt Projektleiter. Es sei einmalig im Landkreis Kronach, dass ein Verein, nämlich die MTB-Group des TV Unterrodach, eine Mountain-Bike-Strecke für die Region baut, erzählt er.

Entstehen wird eine etwa 2,5 Kilometer lange Mountainbike-Strecke, genauer eine "Down-Hill-Strecke mit verschiedenen Trails für Leistungsmountainbiker. "Diese werden bestimmt begeistert sein", ist Lehnhardt überzeugt.

Ursprünglich, so erklärt er, sei aber alles anders geplant gewesen. Man habe mehr Attraktivitäten an der Radspitze schaffen wollen, So wurde beispielsweise an eine Familienstrecke gedacht mit entsprechenden Parcours und Hindernissen. Auch wollten die Initiatoren mehr Flächen in den Bikepark einbinden. Dabei hatte man auf Fördermittel aus dem ILEK-Prorgamm gehofft. Bereits im Jahre 2011 sei ein entsprechendes Konzept vorhanden gewesen. Kontakte zum Landratsamt und zum Frankenwald-Tourismus-Center wurden aufgenommen. In diesem Zusammenhang kann sich Michael Lehnhardt eine Kritik an diese beiden Institutionen nicht verkneifen. Seiner Meinung nach habe man das Projekt nicht mit der erforderlichen Intensität behandelt. Rund 450 000 Euro an Investitionen waren geplant. Dafür hätte es laut Michael Lehnhardt 80 Prozent an Zuschüsses geben können. Doch vor zwei Jahren habe es geheißen, es gebe keine Förderung. "Ich hätte mir mehr Kommunikation gewünscht", bedauert Lehnhardt die damalige Entwicklung. Er ist überzeugt, man hätte auf Anforderungen seitens der Fördergeber reagieren können.


In abgespeckter Form

Im Jahre 2014 beschloss schließlich die MTB-Group des TV Unterrodach, den Bikepark an der Radspitze selbst in Angriff zu nehmen - wenn auch in abgespeckter Form. Der Verein habe darauf geachtet, dass der Bikepark finanzierbar ist und auch der Unterhalt durch die MTB-Group gesichert sei.

Lehnhardt schwärmt, mit welchem Herzblut und Engagement die Mitglieder im Einsatz sind. "Unzählige Stunden wurden ehrenamtlich geleistet." Er ist überzeugt, dass dieser Bikepark die Region aufwerten wird.
Sein Dank geht in diesem Zusammenhang an die Staatlichen Forsten in Nordhalben, die sich beim Projekt Bikepark Radspitz äußerst kooperativ gezeigt haben.

Der Bürgermeister von Marktrodach, Norbert Gräbner, spricht von großem Bürgerengagement seitens des Vereins. Der Bikepark an der Radspitze mit den Trails und Downhill-Strecken sei zwar mit Herausforderungen verbunden, aber es werde für die Leistungsmountain-Biker sicherlich ein Schmankerl werden.

Positiv steht Lehnhardt auch einem möglichen Nationalpark Frankwald gegenüber. Auf jeden Fall ist er für den Eintritt in die Konzeptphase. "Man kann nicht etwas ablehnen, das man nicht kennt." Und er kann sich durchaus vorstellen, dass es dann auch für die Schaffung von Naherholungs- und touristischen Angeboten finanzielle Unterstützung gibt.