Willi Güntsch, SPD, kritisierte, dass man sich nun von der kommunalen Trinkwassereigenversorgung verabschiede und behauptete, dass ein Sinneswandel bei Bürgermeister Peter Ebertsch (Bündnis für Tettau) stattgefunden habe, schließlich habe dieser im vergangenen Jahr noch für die Wasserversorgung aus eigenen Quellen plädiert.

Ebertsch erklärte, dass dies nicht zutreffend sei. So könnten nicht alle Ortsteile durch eigene Quellen versorgt werden. Kleintettau sei beispielsweise schon immer an die FWO angebunden, andere Ortsteile an die Frankenwaldgruppe. Bei sinkenden Einwohnerzahlen und weniger Niederschlag im Sommer sei es geradezu fahrlässig, sich auf die Eigenversorgung zu verlassen, so der Bürgermeister. Auch Experten hätten ihm geraten, die Finger davon zu lassen. "Entscheidend ist, dass wir seit 1993 keine Wasserrechte mehr haben", fügte Michael Müller hinzu. "Wie das hier gelaufen ist, ist der größte Betrug an den Bürgern von Tettau in den vergangenen 30 Jahren", behauptete Willi Güntsch lautstark und kündigte eine Bürgerinitiative an. Wenn es so wäre, dass man keine Wasserechte mehr habe, so sei die Aufsichtsbehörde zu belangen, schimpfte Willi Güntsch und überzog auch die FWO mit Kritik. Diese bringe Gemeinden dazu, die Eigenversorgung aufzugeben. Als Beispiel nannte er Ludwigsstadt.

"Der Ton ist eine Frechheit allen Gemeinderatsmitgliedern gegenüber", ging Carl-August Heinz, Bündnis für Tettau, auf die Vorhaltungen von Willi Güntsch ein und fügte hinzu: "Was du hier äußerst, ist eine Sauerei. Alle haben sich bemüht, eine gangbare Lösung zu finden." Die Meinung, dass sich Willi Güntsch mit seinem Betrugsvorwurf im Ton vergriffen hatte, teilten auch weitere Gemeinderäte und auch einige Zuschauer schüttelten mit dem Kopf. Carl-August Heinz verlangte eine Entschuldigung Güntschs. Diese blieb jedoch aus. Im Zuge der Diskussion drohte ihm Bürgermeister Peter Ebertsch auch an, ihn des Sitzungssaales zu verweisen.

Für die Erneuerung des Steges am Dorfteich hatte die Gemeinde Angebote eingeholt. Zum Zuge kam die Firma Gebrüder Rebhan GmbH zu einem Angebotspreis 9868 Euro. "Das hält dann die nächsten 50, 60 Jahre", zeigte sich der Bürgermeister sicher. Der Gemeinderat beschloss zudem, der Firma Ewald Fischbach aus Ludwigsstadt den Auftrag für die Dachsanierung an einem gemeindlichen Gebäude in der Bahnhofstraße zum Gesamtbruttopreis 14 907 Euro zu erteilen.


LED-Technik

Einverständnis bestand, im Rahmen der Sanierung der Alten Tettauer Straße die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik vorzunehmen. "Vom Konzept her ist das richtig", erklärte Willy Güntsch. Er kritisierte allerdings die Höhe der Leuchten mit 5,5 Meter. Michael Müller, CSU, gab ihm Recht. In einem Wohngebiet sollte man Angebote für Leuchten einholen, die dorthin passten. "Ich bin der Letzte, der dagegen ist, aber da ist man schnell beim doppelten Preis", gab Bürgermeister Ebertsch zu bedenken.

Ebenso wies er darauf hin, dass man dann möglicherweise mehr Leuchten benötigen würde. Man einigte sich darauf, seitens der Gemeinde nochmals weitere Angebote einzuholen. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, gemeinsam mit dem Bauausschuss den Auftrag bis zu einer Höhe von 25.000 Euro zu vergeben. Ebenfalls saniert werden soll der Eingangsbereich im Rathaus. "Jede Treppentrittstufe ist gebrochen, das ist nicht nur unansehnlich, sondern gefährlich", so Peter Ebertsch. Nun sollen hierfür ebenfalls Angebote eingeholt werden. Carl-August Heinz gab als Rechnungsausschussprüfungsvorsitzender die Ergebnisse der örtlichen Prüfung der Jahresrechnung 2012 bekannt. Die 14 offenen Punkte des früheren Prüfungsausschusses habe man abgehandelt, bei jedem Punkt sei man zu einem entlastenden Ergebnis gekommen.

Der Jahresabschluss 2014 der Wasserversorgung wurde bei einer Gegenstimme genehmigt. "Wir lassen die Gebührensatzung von unabhängigen Büros neu kalkulieren", informierte Peter Ebertsch. Für den Glockenturm Sattelgrund wird in diesem Jahr ein gemeindlicher Zuschuss in Höhe von 1000 Euro gewährt. 1000 Euro gewährt die Carl-August-Heinz Stiftung. Bürgermeister Peter Ebertsch informierte, dass der Brückenbaubeginn in Schauberg für den 27. Juli 2015 angesetzt sei. red