Wenn nach ihm gerufen wird, geht gar nichts mehr. Im Dunkeln lässt sich zwar gut munkeln. Aber wer will schon beim Hesselbacher Dorffest einen Stromausfall? Dafür, dass so etwas nicht passiert, sorgt insbesondere einer: Josef Schönmüller, seit zwei Jahrzehnten "Herr der Kabel" und "Mann des Lichts".

Auf Josef Schönmüller wartet in den kommenden Tagen viel Arbeit. Insgesamt 666 Meter Kabel will er verlegen, um die zweitägige Veranstaltung mit Strom zu versorgen. "Jeweils um die fünf Stunden am Mittwoch und Donnerstag werde ich schon brauchen. Am Freitag ist die bunte Beleuchtung an der Reihe. Dafür müssen Schaltkästen gesetzt werden, und dann gibt es noch jede Menge Feinarbeiten. Am Samstag werde ich alles noch einmal einschalten - zur Kontrolle, ob alles funktioniert. Wir wollen ja nicht, dass die Stromversorgung wegen Überlastung zusammenbricht", erklärt der Elektroanlageninstallateur. Am Wochenende werde er fast durchgängig beim Dorffest anwesend sein. "Da gehe ich aber in erster Linie als Gast hin. Ich wohne ja ganz in der Nähe des Dorfplatzes. Außerdem werde ich am Sonntag noch vier Stunden im Ausschank mithelfen", kündigt er an.

Highlight des ganzen Jahres

Das Dorffest geht in diesem Jahr in die 22. Runde. Für Hesselbach ist es das absolute Highlight im Jahr. Die ganze Bevölkerung ist in Bewegung. "Das Fest begann aus kleinsten Anfängen heraus. Die ersten beiden Male - 1991 und 1992 - wurde es noch beim Gemeindehaus abgehalten. Damals haben wir halt die Kabel von Nachbarn herangezogen", erinnert sich Schönmüller. Im Lauf der Zeit und auch durch die Verlegung in den Dorfmittelpunkt sei das Fest immer mehr gewachsen, schöner und größer geworden. Hinzugekommen seien beispielsweise Schausteller- und Eiswagen oder Öfen fürs Pizza- sowie Sträubla-Backen.

Auch die Kühlenergie sowie die Technik an den Ausschankwagen und den Ständen für den Essenverkauf seien umfangreicher und aufwendiger geworden. Dadurch habe sich der Stromverbrauch natürlich wesentlich erhöht. Ohne Hilfe von den Nachbarn gehe es noch immer nicht. "Wir könnten uns zwar einen eigenen Schaltkasten für die Dorfgemeinschaft zulegen. Der kostet aber stolze 5000 Euro. Das ist natürlich viel Geld, wenn man bedenkt, dass man ihn nur für zwei Tage im Jahr braucht", sagt Schönmüller realistisch. Umso dankbarer müsse man den Nachbarn sein, die problemlos und hilfsbereit mit Strom "aushelfen".

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Freitag-Ausgabe des Fränkischen Tags Kronach.