Die Stadt Kronach will die Festung Rosenberg noch attraktiver für Brautpaare gestalten. Der Ausschuss für Tourismus-, Stadtmarketing und Soziales stimmte in seiner Sitzung am Montag im Rathaus einer neu vorgestellten Konzeption zu. "Für dich soll's rote Rosen regnen" heißt der verheißungsvolle Titel einer neuen Broschüre, die Brautpaare zu ihrer Traumhochzeit auf die Festung Rosenberg anlocken soll.


"Out-Door-Locations im Trend"

Die Leiterin des Tourismus und Veranstaltungsbetriebs (TVB), Kerstin Löw erörterte, das man die Festung Rosenberg als "Hochzeitslocation" über den Landkreis Kronach hinaus vermarkten werde. Den von ihr gestalteten Entwurf der neuen Broschüre stelle Werbekauffrau Britta Rürup von Punktlandung Marketingkommunikation, Kronach, vor. Die emotional gestaltete Imagebroschüre soll Brautpaaren die Hochzeit auf der Festung Rosenberg schmackhaft machen. Denn Heiraten an außergewöhnlichen Orten, insbesondere "Out-Door-Locations" liegen voll im Trend. Die Zielsetzung ist die Erhöhung der Attraktivität der Festung Rosenberg als perfekter Veranstaltungsort für die komplette Ausrichtung der Hochzeit. Hierzu ist die standesamtliche Trauung in zwei Trauzimmern (mit Imbiss) oder im Schafgarten möglich und gefeiert werden kann anschließend in der Regimentsstube.
Als Rahmenprogramm können Festungsführungen, die Lucas-Cranach-Werkstatt, die Festungsbauhütte und mehr genutzt werden. Für Übernachtungen bietet sich die Festungsherberge an. Erfahrene Caterer dienen als Servicepartner.
Nach der Vorstellung gab es bei den Ausschussmitgliedern rundum nur Lob für diese Idee. Jonas Geisler (CSU) fasste zusammen, "so stellt man sich Heiraten auf der Festung Rosenberg vor." Und: "Die Broschüre ist ganz toll und einladend gemacht, das ist der richtige Weg." Als Anregung meinte er, man sollte überprüfen, inwieweit auch kirchliche Trauungen auf der Festung Rosenberg möglich sein könnten. Dazu meinte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), dass dies wohl nicht genehmigt werde. Winfried Lebok (CSU) fand die Konzeption als guten Weg, im Gesamtpaket sollte man auch Übernachtungen mit anbieten.
Marina Schmitt (SPD) hielt die Broschüre für verführerisch romantisch und schön, so schön könne man sich Heiraten auf der Festung Rosenberg vorstellen. Ihrer Meinung nach müsste dadurch die Trauungsanzahl auf der Festung Rosenberg gesteigert werden können. Laut Aussage von Löw waren dies 61 Trauungen im Jahr 2015.
Jens Schick (FW) regte an, doch zu prüfen, ob kirchliche Trauungen nicht doch auf der Festung Rosenberg erlaubt werden. Ihm fehle jedoch noch der Charakter eines Gesamtpakets. Sven Schuster (SPD) freute sich und fand es gut, dass die Werbung für standesamtliche Trauungen auf der Festung Rosenberg zur Imageaufwertung mit aufgenommen werde.
Beiergrößlein sprach von einen hervorragenden Weg und ergänzte zum Sachverhalt, dass mit dem sogenannten Schafgarten auf der Festung und dem Historischen Rathaussaal jüngst zwei neue Trauflächen gewidmet wurden. Der Historische Rathaussaal ist zukünftig ganzjährig anmietbar, die Außenfläche "Schafgarten" jeweils von Mitte Mai bis Mitte September (2016 von 17.Mai bis 24. September).
Trotz eines zu erwartenden Jahresverlustes von 705 009, 56 Euro wurde der Wirtschaftsplan für 2016 einstimmig angenommen. Kerstin Löw erörterte das Zahlenwerk ausführlich. Besonders hob sie hervor, dass gestiegene Personalkosten und steigende beziehungsweise hoch bleibende Fixkosten, eine wechselnde Ertrags- und Aufwandslage im Zuge der Festungssanierung oder bedingt durch unterschiedliche Förder- und Projektkonstellationen sowie strategische Neuausrichtungen dazu führen, dass sich der Jahresverlust auch im dritten Jahr hintereinander bei der 700 000 Euro Marke als Jahresverlust einpendelt. Der Tourismus könne keine Gewinne erzielen unterstrich sie.


Trauungsgebühren

Einstimmig stimmte der Ausschuss der vorgeschlagenen Erweiterung der Gebührenordnung zur Vermietung von Trauflächen durch den TVB zu. Die Gebühren für eine standesamtliche Vermählung lauten im Einzelnen: 150 Euro im Trauzimmer der Festung Rosenberg, 350 Euro im Schafgarten der Festung Rosenberg und 500 Euro im Historischen Rathaussaal.