Informationen aus erster Hand direkt vom Fachmann erhielten die Schüler der 8. und teilweise auch der 9. Klasse der Mittelschule Oberes Rodach. Anschaulich und aus eigener Erfahrung erklärte der 19-jährige Markus Montag, Jung-Geselle bei der Firma Christian Kotschenreuther aus Neufang, den Jugendlichen den Beruf des Schreiners.

Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Nicht nur handwerkliches Können ist gefragt, sondern auch ein sicherer Umgang mit dem Computer. Branchenspezifische Planungs- und Konstruktionssoftware und moderne CNC-Maschinen kommen zum Einsatz.

Teamgefühl und Kraft

"Wir suchen Auszubildende, die gerne mit Holz arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen besitzen und einigermaßen gute mathematische Kenntnisse mitbringen", sagt Montag. Ein guter qualifizierter Hauptschulabschluss ist schon von Vorteil. Gefragt sind ebenfalls gutes Teamgefühl, selbstständiges Arbeiten, Flexibilität und Kraft, um auch mal schwerere Sachen zu heben.

Geschäftsführer Rudi Kotschenreuther erläuterte, dass die Schreinerlehre drei Jahre dauert. Das erste Jahr läuft komplett als Berufsgrundschuljahr (BGJ) mit Praktikum im Betrieb, ab dem zweiten Jahr sind die Lehrlinge in der Schreinerei mit Berufsschule. Die Prüfung am Ende hat einen praktischen und einen theoretischen Teil und dazu ein ganz individuelles Gesellenstück, das jeder Auszubildende fertigen muss.

In eine ganz andere Richtung gingen die Informationen der Firma Straßberger aus Steinwiesen. Die Ausbildungsberufe Automobilkaufmann/frau, Karosseriebauer, Fahrzeuglackierer und Kfz- Mechatroniker sind hier zu finden. Bei einer Ausbildungszeit von drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren lernt man, wie vielfältig der Beruf sein kann. Dass an diesen handwerklichen Berufen doch Interesse besteht, bewiesen die Schüler.

Waren die Mädchen eher für die Ausbildung zur Automobilkauffrau zu begeistern, glänzten bei einigen Jungs schon die Augen, wenn sie "an das Schrauben am Auto" dachten. Für den Chef Stefan Straßberger zählt vor allen Dingen Interesse, Ehrgeiz und die Qualität beim Arbeiten. "Ich gebe jedem eine Chance, auch wenn die Noten nicht so berauschend sind", sagt Straßberger.

Früher wurde mehr geschraubt

Der Anteil der Mädchen, vor allen Dingen bei den Mechatronikern, nimmt zu. Wer gerne Neues kreativ ausprobiert, ist bei den Lackierungen richtig, hier sind, wie überall, Computerkenntnisse Voraussetzung, denn die Elektronik im Fahrzeugbereich wird immer dominierender. "Früher wurde mehr geschraubt, ausgebessert und soweiter. Heute, bei der ganzen Elektronik im Wagen, wird es oft kompliziert", sagt der Chef der Autowerkstatt.

Doch die Chancen für eine Ausbildung, einen Arbeitsplatz und eine Weiterbildung sind gerade in dieser Branche sehr gut, denn es herrscht hier permanent ein Fachkräftemangel. Den Schülern bot Straßberger an, sich das Ganze in der Werkstatt mal anzuschauen.