Gefahr im Verzug meldete Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) mit dem Blick auf zwei Brücken über die Grümpel. Doch nicht nur dort sah der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend Handlungsbedarf, sondern auch für das Aufstellen einer neuen Entwässerungssatzung und bei der Sanierung des Trinkwassernetzes.

"Wir mussten was machen. Da war mit Einschalen nichts mehr zu erreichen", erklärte die Bürgermeisterin, dass kurzfristig Sicherungsmaßnahmen für zwei Grümpelbrücken (Grümpelstraße und Steinhausmühle) mit einem Ingenieurbüro besprochen wurden. Mobile Gleitwände und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde sollen die maroden Brücken erst einmal vor weiteren Schäden schützen. Durch die Gleitwände soll der Verkehr von den Randbereichen der Brücken mehr in die Brückenmitte gelenkt werden. Zudem sind bauliche Ausbesserungen wegen der starken Ausspülungen nötig. "Die Notmaßnahmen müssen heuer noch durchgeführt werden", erklärte die Bürgermeisterin. Gesperrt werden müssen die beiden Brücken allerdings nicht.
 


Grundgebühr ist notwendig

Schon in einer vorhergehenden Sitzung hatte Kommunalberater Arno Bitterwolf das Gremium informiert, dass die Wilhelmsthaler Entwässerungssatzung nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht. In der Sitzung am Mittwoch wurde eine neue Satzung einstimmig verabschiedet. Sie wird zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Durch das neue Schriftstück wird der bisherige Blick auf den Grundstückseigentümer stärker auch auf andere Personen, die zur Nutzung eines Grundstücks berechtigt sind, ausgeweitet. Gestärkt wird ferner die Möglichkeit der Überprüfung. Hierzu wurde ein neues Betretungsrecht in der Satzung verankert.

Mit der Entwässerungssatzung hängt auch eine neue Gebührensatzung zusammen, welche für die Bürger noch wichtiger sein dürfte. Darin ist nämlich eine Grundgebühr verankert. "Das ist eine echte Neuerung", stellte Bitterwolf fest.

Wie er mit dem Gemeinderat im vergangenen Monat abgeklärt hatte, lässt sich das Defizit bei der Entwässerung nur durch eine Gebührenerhöhung oder eben die Einführung einer Grundgebühr kompensieren. Die Räte hatten sich damals bereits für eine Grundgebühr ausgesprochen. Die vom Wasserzähler abhängige Gebühr soll in der Regel 60 Euro pro Jahr betragen (bei einem Zähler mit Nenndurchfluss von 2,5 Kubikmetern pro Stunde), wie Bitterwolf auf Nachfrage von Martin Wachter (FW) erklärte.
 


"Ja" zu Baumgärtners Konzept

Über die Probleme der Frankenwaldgruppe (FWG) und der Wasserversorgung wurde schon viel diskutiert. Doch nach Ansicht der Wilhelmsthaler Ratsmitglieder ist die Zeit des Redens und des Wartens jetzt vorbei. Einmütig stimmten sie dem vergangene Woche mit FWG-Vorsitzenden Jürgen Baumgärtner besprochenen Konzept zur Sanierung des Trinkwassernetzes zu.

"Es gibt in dieser Sache nur noch eines zu sagen - dass wir langsam anfangen müssen", betonte Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD). "Es ist lange nichts gemacht worden, darum sind wir heute da, wo wir sind", zeigte sie den Handlungsbedarf auf. Dass noch kein Zahlenkatalog vorliegen könne, in dem jede Zahl bis auf die letzte Stelle hinter dem Komma passe, sei angesichts der kurzen Zeit erklärlich, die der neue FWG-Vorsitzende zum Erstellen seines Konzepts gehabt habe. Baumgärtner habe sich aber sehr kompromissbereit gezeigt und versucht, alle betroffenen Gemeinden mit ins Boot zu holen. Wilhelmsthal sei von der Situation besonders betroffen, stelle man doch über 40 Prozent der Anschlussnehmer.

"Die Daseinsvorsorge ist die Pflichtaufgabe Nummer eins", forderte auch Heinrich Förtsch (CSU) ein zeitnahes Handeln. Nach der Abstimmung betonte die Bürgermeisterin: "Ich bin stolz, dass die Gemeinde, die den größten Teil der Kosten zu tragen hat, ohne Diskussion zugestimmt hat."