Eine Projektwoche befasst sich von Montag bis heute, Donnerstag, mit der Schule früher und heute. Am Montag berichteten "Oma und Opa" von ihren Erlebnissen in der Schule. Am Dienstag besuchten die erste und zweite Klasse das Schulmuseum in Ködnitz sowie die dritte und vierte Klasse das Schulmuseum in Nürnberg.

Einen Besuch im Ortsteil Schmölz unternahm am Mittwoch die dritte und vierte Jahrgangsstufe. Ewald Zöllner berichtete über die alte Schule. Anschließend fanden eine Besichtigung des Schmölzer Schlosses sowie der Alten Wache in Theisenort statt. Die Erst- und Zweitklässler hörten den Ausführungen von Dieter Lau über die Alte Schule in Johannisthal zu.

Tag des offenen Unterrichts

Der Donnerstag wird zum Tag des offenen Unterrichts mit einem Buchstabenfest, den Wörtern der Woche/Diktat, einem British Breakfast sowie geometrischen Knobeleien. Die Schulleiterin philosophiert mit Kindern über Glück. Am Freitagvormittag erfolgen letzte Vorbereitungen fürs Fest.

Hierzu heißt die Schule alle Gäste ab 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen willkommen. Um circa 15 Uhr beginnt der Festakt auf dem Pausenhof mit Festreden. Die Jahrgangsstufen 1 bis 4 unterhalten mit kleinen Darbietungen. Für die Bewirtung sorgt der Elternbeirat. Bei schlechtem Wetter findet die Feier in der VfR-Halle statt. An diesem Tag hätten die - vom Elternbeirat gesponserten - neuen Turngeräte auf dem Schulgelände eingeweiht werden sollen. Da die Herstellerfirma von der Hochwasser-Katastrophe betroffen ist, verzögert sich die Auslieferung. Die Schulfamilie lädt die gesamte Bevölkerung, insbesondere auch ehemalige Schüler und Elternbeiräte, ein.

Die Grundschule Johannisthal-Schmölz gibt es seit einem halben Jahrhundert. In einem Pressegespräch erklären Schulleiterin Barbara Fößel, Elternbeirats-Vorsitzende Evi Kelle und die Vorsitzende des Fördervereins, Kerstin Schmidt-Müller, was die sympathische kleine Schule ausmacht.

"Die kleine Schule mit Herz und Verstand" prangt es als Aufschrift auf der Fahne der Grundschule Johannisthal-Schmölz. Das Motto ist Programm für die kuschelig-gemütliche Schule mit ihrem liebevoll gestalteten Schulgebäude und den schönen Außenanlagen. Nun kann die kleine Schule ein großes Jubiläum feiern. Die Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier laufen auf Hochtouren. Klein und Groß helfen zusammen, um für den Ehrentag "ihrer" Schule ein buntes Programm auf die Beine zu stellen und natürlich, um dem Schulmotto einmal mehr alle Ehre zu machen.

Überschaubare Klassen

Dafür, dass die Grundschule in Johannisthal so wichtig und wertvoll ist, gibt es - laut Schulleiterin Barbara Fößel - viele Gründe. "Wir sind ein kleines Kollegium und haben gut organisier- und überschaubare Klassen. Zudem stehen wir in engem Kontakt zu den Eltern, die zu uns in die Schule kommen können. Bei uns kennt jeder jeden", bringt sie es auf den Punkt.

In der Kooperationsklasse habe man zwei Jahre lang die Inklusionspädagogik verwirklicht. Dass an der Schule alle an einem Strang ziehen, habe auch die durchgeführte Evaluation gezeigt. Diese bescheinigt allen Bereichen der Schulfamilie eine hohe Motivation für die Mitgestaltung und Mitwirkung am Schulleben. Kollegen, die an die Schule gekommen seien, habe es immer gefallen und sie hätten die Schule nur ungern wieder verlassen.

Alle hängen an ihrer Schule

Die familiäre Atmosphäre und die überschaubare Größe erleichterten den Schulanfängern den Übergang vom Kindergarten in die Schule, meint Elternbeirats-Vorsitzende Evi Kelle. "Die Lage ist optimal", schließt sich ihr Fördervereins-Vorsitzende Kerstin Schmidt-Müller an. Die Nähe zum Kindergarten, der eine Mittags- und Hausaufgabenbetreuung anbietet, mache die Zusammenarbeit leicht. "Es ist gut, wenn die Kinder nachmittags an einem Ort betreut werden, wo sie sich auskennen", ist sie sicher. Zudem ermögliche die Lage auch einen unmittelbaren Zugang zum Erholungsgebiet Wald. Mit dem VfR Johannisthal könne man die angrenzende Wiese im Besitz der Gemeinde Küps nutzen. Die Schule mit ihrem wertvollen pädagogischen Klima zu erhalten und zu fördern, sei Aufgabe des Fördervereins. Die im November 1963 eingeweihte Grundschule besuchen derzeit 79 Schüler in vier Klassen. Fößel freut sich: "Bei uns ist das Gemeinschaftsgefühl ausgeprägt. Wir unternehmen viel zusammen." So habe beispielsweise die ganze Schule einen Schwimmtag im Freibad unternommen. Jeden Herbst organisiere der Förderverein eine Wanderung für die gesamte Schulfamilie. Drittklässler sind Schulpaten für Schüler der ersten Jahrgangsstufe.

Die Schulleiterin ergänzt: "Weil wir große Klassenzimmer für wenige Kinder haben, können wir Nischen und Leseecken für Gruppenarbeiten einrichten." Dadurch könne die Differenzierung ohne zusätzliche Lehrer erfolgen. Ein Schatz sei der Multifunktionsraum im unteren Bereich der Schule. Hier fänden beispielsweise Theaterveranstaltungen, Yoga oder Entspannungsübungen sowie die alljährliche Ausbildung der Drittklässler als Schulsanitäter statt. Eine eingebaute Kochzeile ermögliche Projekte wie ein gesundes Frühstück.

Etwas Gutes

Großen Wert legt man auf die Vermittlung christlicher Werte. Daher kommt nicht nur der Erlös der alljährlichen Weihnachtsfeier einem wohltätigem Zweck zugute, sondern die Schüler zahlen auch für die Projektwoche jeweils einem Euro. Die Schulleiterin erklärt: "Wenn man etwas Gutes erfährt, kann man davon auch etwas abgeben."