Festliche Klänge erschallen an diesem Sonntagmorgen in der Dreieinigkeitskirche. Vor dem wunderschönen Altar mit der Kreuzigungsdarstellung hat sich der Frauenchor eingefunden, um mit den Gläubigen ein schönes Jubiläum zu feiern.

Die Leiterin, Grit Pehle, greift zum Taktstock. Die Sängerinnen stimmen die Festhymne "Lasst uns beginnen, fröhlich zu singen" an. Was für ein stimmungsvoller Beginn und für ein Klangerlebnis, die herrlichen Töne durch das Kirchenschiff mit seiner herrlichen Akustik schweben zu hören!

Schon das Eröffnungsstück macht deutlich, dass der Frauenchor nicht einfach "nur" singt, sondern gleichsam wie "Stimmen des Herrn" Gottes Wort verkündet.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weißenbrunn verfügt über diesen wertvollen Schatz nun bereits drei Jahrzehnte. So lange singt der Frauenchor schon zu Ehren des Herrn, als Lobpreis seiner Güte und Herrlichkeit. Gleichzeitig ist er ein wichtiger Kulturträger, der das Brauchtum und die Tradition hochhält. Er umrahmt Feste und Gedenktage im Jahreskreis. Er pflegt das Liedgut und er begleitet die Mitmenschen durch Freud und Leid.

Aus Anlass des Jubiläums wurde am Sonntagmorgen ein Gottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Grit Pehle hatte eine schöne kleine Mischung aus traditionellen und modernen Chorwerken zusammengestellt. Es erklangen Stücke wie "O Herr, welch ein Morgen" sowie "Ehre sei Gott in der Höhe", die von den Sängerinnen sauber und textverständlich intoniert wurden. Die schönen Stimmen harmonierten prächtig und fügten sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

In ihrer flammenden Predigt ging Lektorin Rita Müller, die selbst seit 2005 im Chor mitsingt, auf die Bedeutung des Singens ein. Lieder durchwehten die Bibel wie ein roter Faden - wie beispielsweise das "Hohe Lied der Liebe". In eindrucksvollen Worten brachte die Lektorin ihre Gedanken zum zuvor von der Kirchengemeinde gemeinsam angestimmten Lied aus dem Gesangbuch "Ich singe Dir mit Herz und Mund" zum Ausdruck. "Aus diesem Lied sprechen tiefe und innige Dankbarkeit", zeigte sie sich sicher.

Wenn Christen zuerst mit dem Herzen sängen, klinge das anders, als wenn es nur über die Lippen komme. "Ein Mensch, der singt, lässt seine Seele sichtbar werden", meinte sie. In der zweiten Liedstrophe heißt es "Herr, meines Herzens Lust". Wer zu etwas Lust habe, wolle Erfüllung. Oftmals brauche es dafür aber einen Anstoßes von außen. "Gott treibt mich an wie ein Motor", gestand sie. Viele hätten schon erlebt, wie heilsam das Singen sei. Singen stecke an und beflügle die Menschen. Es verschaffe dem Herzen Luft, man bleibe nicht allein.

Erstmals Öffentlichkeit vorgestellt

Auch weltliche Lieder habe man im Repertoire. Eines dieser modernen Lieder stimmt der Chor abschließend an - nämlich "Heaven is a wonderful place", das die Sängerinnen erstmals in der Öffentlichkeit vorstellten und dabei swingten, dass es eine wahre Freude war, zuzusehen.

Einige Mitglieder des Frauenchors trugen die Fürbitten vor, während Hermine Fiedler die Lesungen hielt. Den Orgelpart hatte Carolin Zipfel-Kempf inne.