Dass die Thüringer Strombrücke für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit notwendig ist, stehe außerhalb jeglicher Diskussion, so der Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf.

Anfang des Jahres 2014 hatte der Glas industrie nicht nur das Beihilfeverfahren (hier ging es um Einschnitte und eine mögliche Abschaffung der Härtefallregelungen für energieintensive Betriebe) Sorgen bereitet, sondern auch die Versorgungssicherheit mit Energie, zumal im Frühjahr 2015 das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld vom Netz gehen soll.

Blackouts befürchtet

Es wurde befürchtet, dass die unregelmäßige Energieerzeugung von Windrädern und Solaranlagen zu Blackouts und Produktionsausfällen in der Glas industrie führen wird.

Die Glasindustrie sei - wie jedes energieintensive Unternehmen - so Hörauf, auf eine konstante Stromversorgung angewiesen und das an 365 Tagen im Jahr an 24 Stunden. "Sonst gibt es keine Zukunft!"

Mit dem Bau der Strombrücke soll nun zum einen eine stabile Nord-Süd-Leitung aufgebaut werden. Zudem soll über sie, nach dem Abschalten des Atomkraftwerks in Grafenrheinfeld, Strom aus Norddeutschland in die Region transportiert werden.

"Wir müssen uns darauf verlassen können!"

Bernd Hörauf hofft, dass sowohl das Stromleitungsnetz, also die neue Strombrücke, als auch die konstante Stromerzeugung funktionieren wird. Er spricht von vorliegenden Berechnungen der Bundesnetzagentur, in denen - auch nach dem Abschalten von Grafenrheinfeld - eine konstante Stromerzeugung prognostiziert wird. Er gehe davon aus, dass diese zuverlässig sind. "Wir müssen uns darauf verlassen können!" Und: Falls Risiken vorhanden wären, müssten diese jetzt kommuniziert werden.

Ob mit der Thüringer Strombrücke die Netzsicherheit wesentlich erhöht werde, darüber wage er noch kein Urteil, so der Kleintettauer Unternehmer Carl-August Heinz. "Aber es ist besser als nix!" Ungewiss sei auch, ob der Bau der Strombrücke Auswirkungen auf bezahlbare und wettbewerbsfähige Strompreise haben werde.

Die Strombrücke bis nach Redwitz wird den Wegfall des Atomkraftwerkes in Grafenrheinfeld kompensieren und eine Netzstabilität herbeiführen, so MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) auf Anfrage. Sein Dank gelte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die sich für einen schnellen Abschluss des Planfeststellungsverfahrens eingesetzt habe.

Bei den Berechnungen der Bundesnetzagentur bezüglich einer konstanten Stromerzeugung nach dem Abschalten äußert er Zweifel.

Strombedarf definieren

Deshalb würden auf seine Initiative hin in zwei Wochen Vertreter von Industrie, Gewerkschaften, Bund Naturschutz, Politik, Netzbetreiber etc. an einem Tisch sitzen, um den Strombedarf für Bayern im Jahre 2022 zu definieren, sagte er.

Stünden die Ergebnisse und die Folgen fest, müsse entsprechend gehandelt werden. Sollten neue Netzleitungen nötig sein, so werde er sich dafür aussprechen, diese an bestehende Infrastrukturen anzubringen. Bei Wohnsiedlungen sollten, trotz höherer Investitionskosten, Erdverkabelungen vorgenommen werden.

Baumgärtner geht auch davon aus, dass Gaskraftwerke für die Sicherung der Grundlast gebaut werden müssten. Durchaus wisse er, dass Speicher und Gaskraftwerke umstritten sind, aber "wir müssen uns fragen, was wir wollen!"