Festlich geschmückte Häuser, Fahnen, die im Wind flattern: Das kleine schmucke Gifting hat sich an diesem sonnigen Festtag "herausgeputzt". Der Musikverein Grössau-Posseck spielt festliche Blasmusik. Eine Kirchenparade mit Abordnungen örtlicher Vereine und Gremien sowie Vertretern der Politik schlängelt sich vom Dorfplatz zum Gotteshaus. Hier werden sie von Pater Helmut Haagen, Generalvikar Monsignore Georg Kestel und dem aus Gifting stammenden Pfarrer Norbert Lang empfangen, die auch den Fest-Gottesdienst zelebrieren.
Der Generalvikar zeigte sich sicher, dass eine Kirche auch zur Verbesserung des gesellschaftlich-sozialen Klimas in den jeweiligen Ortschaften beitrage. Das Jubiläum sei ein Tag, um zurückzublicken, neue Kraft zu schöpfen und mit neuem Mut als Christen in die Zeit hineinzugehen.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Roland Völk an der Orgel sowie von der Sängergruppe als auch den Musikanten des Musikvereins Grössau-Posseck. Ihren Anfang hatten die Feierlichkeiten am Samstag mit einem Festkommers in der innen neu sanierten und gestalteten Filialkirche genommen. Die Innenrenovierung kostete 59 000 Euro, davon trugen das Erzbistum 38 000 Euro sowie zehn Prozent der Gesamtkosten die Gemeinde Wilhelmsthal. Durch den Festkommers führte Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Nina Wich. Ihr Dank galt Adelheid Kotschenreuther, die eine Jubiläums-Chronik erstellt hat. Im Herbst 1963 wurde, so Kotschenreuther, mit dem Bau der Kirche begonnen, die Einweihung erfolgte am 30. Mai 1965 durch Domkapitular Martin Wiesend.

"50 Jahre St. Josef Gifting - das ist ein Anlass der Freude und des Dankes", so Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner. Der Aufwand für die Renovierung der Kirche habe sich gelohnt. Auf diese Leistung könne Gifting stolz sein. Malermeister Markus Schleicher dankte namens aller am Bau beteiligten Handwerker für das Vertrauen. Er lobte die professionelle Vorarbeit des "Bauleiters", Kirchenpfleger Herbert Böhm. Das Jubiläum nutzte die Pfarrei auch, um sich beim langjährigen Messner Josef Hempfling für dessen 35-jährige Schriftführer-Tätigkeit zu bedanken.

Gestaltung durch Horst Böhm

Das Gotteshaus verfügt über eine außergewöhnliche Innenausstattung. Der Kreuzweg aus dem Jahre 1977, das große Altarbild aus 1979 sowie das 1982 im Altarraum erneuerte Fenster wurden von Professor Horst Böhm künstlerisch gestaltet. Für den erkrankten Professor sprach Ingo Cesaro über dessen Werke. "Noch liegt Dämmerung über einem Großteil des Bildes. Es scheint, als wären alle Beteiligen noch vor Entsetzen erschrocken, erstaunt, ja verstummt", so Cesaro über das ungewöhnliche Altarbild. Noch liegen neben der Dornenkrone die Werkzeuge des Leidens, der Kreuzigung am offenen Grab, die schwere Grabplatte ist weggeschoben. "Unser Blick fällt sofort auf den Horizont. Das neue Morgenrot erglüht, das Grab ist leer, der Stein ist weggewälzt. Christus ist auferstanden. Diese Botschaft überstrahlt alles Leid", zeigte sich Cesaro sicher. Böhm sei ein narrativer Maler, der in seinen Bildern Geschichten erzählt. Dabei seien auch immer wieder - als Markenzeichen - grafische Element eingebaut.