Optimales Freibad-Wetter sieht wohl anders aus. Doch von dem leichten Nieselregen ließen sich die rund zehn Jugendlichen am Montagnachmittag nicht aufhalten, auf dem Beach-Volleyballfeld munter zu pritschen, baggern oder zu hechten. Wenige Minuten später sah das schon anders aus. "Es hat kurz geblitzt und dann hat es auch schon angefangen zu hageln", erzählt Dieter Gräf, der im Wallenfelser Freibad als Bademeister arbeitet.

Zwar ist der 49-Jährige von den jüngsten Unwettern bereits einiges gewohnt - Ausmaße wie am Montag gegen 15.30 Uhr allerdings nicht: "Das war schon heftig. Die Gewitter der vergangenen Tage waren ein Witz dagegen." Seit er 2012 seine Arbeit in Wallenfels aufnahm, habe er ein solches Gewitter noch nicht erlebt. Eine halbe Stunde nahmen sich Hagel und starker Regen Zeit, dem Freibad einen unerwünschten Besuch abzustatten: Die Folge: Ein überschwemmter Technikraum und Wasser in der Garage mit Zubehör für die Camper. Auch die Liegewiese war mit ihren vielen weißen Hagelkörner-Flächen als solche nur noch bedingt zu erkennen.

"Den Technikraum musste ich ausspritzen, aber das hat gereicht", sagt Gräf. Drei Stunden war er mit den ersten Aufräumarbeiten beschäftigt, der Rest wurde auf den Dienstag verschoben - an dem der Bademeisters schon wieder bestens gelaunt war. Dem Wetter sei Dank. Denn wo tags zuvor noch schlammbraune Pfützen die Liegewiese in eine Mini-Seelandschaft verwandelt hatten, dominierte wieder der grüne Rasen. "Das sieht aus, als wäre nichts gewesen", sagt Gräf erfreut. Lediglich die von den Bäumen hinuntergewehten Blätter müsse er noch aus den Becken holen.


Kiosk gewährt Unterschlupf

Aufwendiger sei es hingegen, die Garage, die zunächst ausgeräumt werden müsse, wieder auf Vordermann zu bringen. "Mal schauen, wie wir das Wasser rausbekommen. Vielleicht können wir es herauswischen", sagt Gräf und scherzt: "Handtücher haben wir dort ja eine ganze Menge."

Verletzt wurde beim Überraschungsbesuch des Gewitters glücklicherweise niemand, auch ein größerer Schaden sei nicht entstanden. "Die Becken waren leer und die Jugendlichen die einzigen Besucher", teilt Gräf mit. Während das Unwetter wütete, bot der Kiosk ausreichend Unterschlupf.

Schon in den umliegenden Gemeinden war von dem Gewitter wenig bis nichts zu merken. "Im Grunde sind wir glimpflich davongekommen", sagt Kreisbrandmeister Joachim Ranzenberger angesichts von nur drei Einsätzen in Wallenfels. Speziell für solche Witterungslagen habe die Stadt eine Hochleistungspumpe angeschafft, die 2200 Liter Wasser pro Minute aus überfluteten Kellern oder Garagen befördert, erklärt der Wallenfelser Feuerwehrkommandant Hans Stumpf. "Aber die haben wir am Montag gar nicht einsetzen müssen. Da reichten auch die kleineren Pumpen."

Als es zu regnen begann, ahnte Stumpf schon, was auf ihn und seine Kameraden zukommen könnte. "Ich bin gleich losgefahren. Innerhalb von fünf bis zehn Minuten standen die Straßen unter Wasser", erzählt er. "Die Gullis haben die große Menge an Wasser nicht mehr geschafft." In Abstimmung mit Bürgermeister Jens Korn habe er dann Alarm ausgelöst. Während überflutete Keller und Garagen ausgepumpt wurden, sorgte die Feuerwehr mit Sandsäcken gleichzeitig dafür, dass es bei anderen Häusern gar nicht erst soweit kam. Nachdem der Regen nachgelassen und sich das Wasser wieder in die Kanalisation zurückgezogen hatte, wurde damit begonnen, die Straßen vom angeschwemmten Schutt zu säubern. Betroffen waren unter anderem die Schützenstraße, Spitalstraße, Selzachtal und Geusergrund.