Gemeinsamkeit - dieses Wort prägte die Jahresschlusssitzung des Kronacher Stadtrats am Freitag im Historischen Rathaus. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler) erklärte es gar zum Wort des Jahres. Erfolgreich und parteiübergreifend waren die zwei weiteren Schlagwörter seines Jahresrückblicks.
Er verwies mit Stolz auf das neue Mehrjahresprogramm im Förderzeitraum 2013 - 2015 für die Festung Rosenberg mit einem Investitionsvolumen von 4,2 Millionen Euro, sprach die geplante Sanierung des VHS-Gebäudes und den Bau des Feuerwehrhauses in der Rodacher Straße an.
In diesem Zusammenhang konnte er sich einen Seitenhieb auf die derzeitige Diskussion um den Standort der Atemschutz übungsanlage nicht verkneifen. "Dass die neue Atemschutzübungsanlage des Landkreises nach Kronach gehört, ist für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit, weil hier Synergieeffekte erzielt und Kosten eingespart werden können."
Weitergekommen sei man bei der Reparatur der vielen sanierungsbedürftigen Straßen in Kronach und den Stadtteilen. Standen 2011 noch 350 000 Euro dafür zur Verfügung, so wurden in diesem Jahr über 650 000 Euro hierfür aufgewendet und für 2013 sind im Finanzplan 750 000 Euro vorgesehen.

Spitalbrücke soll saniert werden

"Auch die Energiegewinnung als neuer Betriebszweig der Stadtwerke wurde ausgebaut. Dazu wurden Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Bauhofs und des Parkdecks installiert." Als Ziel gab er aus, dass die Stadtwerke in zehn bis 15 Jahren ihren kompletten Strombedarf durch erneuerbare Energien decken können.
Als größere Maßnahmen seien zudem die energetische Sanierung der Kläranlage ab dem kommenden Jahr und die Sanierung der Spitalbrücke ab 2014 geplant. Im kommenden Jahr stehe außerdem die Generalsanierung des Turnhallentrakts der Lucas-Cranach-Grundschule auf der Agenda.
Weiter sprach er die Sanierung der KWG-Häuser an, mit der es voran gehe. "Ich bin nach wie vor vollauf davon überzeugt, dass wir mit unserer Entscheidung, die KWG zu privatisieren, die wir uns wirklich nicht leicht gemacht haben, goldrichtig gelegen haben", so Beiergrößlein.
Kräftig investiert worden sei 2012 in die Kinderbetreuung. Im Kindergarten Fischbach, wo die Kinderkrippe derzeit noch in einem Container untergebracht sei, stehe nun bald der Bau an. "Und auch für den Kindergarten in Friesen sind die Weichen im Hinblick auf die Generalsanierung bereits gestellt", erklärte der Bürgermeister.
Erfreut war er auch, dass "unter tatkräftiger Mitwirkung unseres städtischen Wirtschaftsmanagements" eine Nachfolgenutzung für den Kreuzbergmarkt gefunden wurde und damit die Nahversorgung in diesem Teil der Stadt gewährleistet ist.

Handlungsbedarf bei Festspielen

Als touristisches Highlight in diesem Jahr bezeichnete er die Bayern-Ausstellung "Festungen - Frankens Bollwerke". 32 874 Besucher schauten sich die Ausstellung, die die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Geschichte auf die Beine gestellt hatte, an. Die Schau bleibt bis auf einige wenige Exponate, die zurückgegeben werden müssen, dauerhaft in Kronach auf der Festung erhalten, worüber sich Beiergrößlein sehr freute.
Handlungsbedarf sieht er hingegen noch bei den Faust-Festspielen. Die Besucherzahlen sind in den vergangenen Jahren rückläufig, "obwohl Intendant und Schauspiel-Ensemble - unterstützt von unserem Tourismusbetrieb - wirklich Großartiges leisten. Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns deutlich zu unseren Faust-Festspielen bekennen, die zu Kronach gehören wie die Festung Rosenberg. Es stellt sich schon die Frage, was wir ohne dieses kulturelle Aushängeschild unserer Stadt wären und wo wir ohne die inzwischen 15-jährige Festspielgeschichte sonst stünden."
Nichtsdestotrotz müsse natürlich Ursachenforschung betrieben werden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Faust-Festspielen zu neuem Schwung zu verhelfen. Der Stadtrat werde sich voraussichtlich im Februar in einer Sondersitzung mit diesem Thema beschäftigen.