Christina Bartosch kommt aus Nurn. Zu ihrem Beruf als Industriekauffrau kam die 27-Jährige über Umwege. "Ich lernte zunächst Rechtsanwalts-Fachangestellte. Später entschloss ich mich zur Ausbildung beim Kronacher Kunststoffwerk Woco", verrät die Einser-Absolventin. Diese Entscheidung habe sich als richtig herausgestellt, da ihr ihr Beruf viel Freude bereitet und sie sich im Unternehmen sehr wohlfühlt.
Das gleiche gilt auch für Julia Fischer, die allerdings schon immer wusste, was sie später werden wollte - nämlich Friseurin. "Schon als kleines Mädchen mit drei Jahren habe ich Puppenköpfe oder meine Oma frisiert. Das hat mir schon immer Spaß gemacht. Und so ist es noch heute", meint die 20-Jährige, die ihren Traumberuf bei "Der Friseur" Jörg Saalfrank in Kronach" gefunden hat. Vor der Preisübergabe ist die Gundelsdorferin etwas aufgeregt gewesen. "Jetzt bin ich einfach nur glücklich."

Erfolgsgaranten


Glücklich ist auch Adrian Lieb aus Neukenroth. Den frisch gebackenen Werkzeugmechaniker der Firma Scholz in Gundelsdorf zog es schon immer in die technische Richtung. Auch für ihn hat sich die Berufswahl als richtig erwiesen. Die drei jungen Leute bleiben ihrem Arbeitgeber als Mitarbeiter treu. Alle freuen sich riesig über ihren tollen Abschluss. Ein bisschen Wehmut ist aber auch dabei, weil sie ihre ehemaligen Schulkollegen nicht mehr so oft treffen. Christina Bartosch meint: "Wir werden den Kontakt in unserer ehemaligen Klasse aufrecht erhalten und uns privat treffen."
Zur Verabschiedung begrüßte stellvertretender Schulleiter Werner Zahner Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und des Schulwesens sowie Vertreter der Ausbildungsbetriebe. Auch stellvertretender Landrat Gerhard Wunder (CSU) sprach den ehemaligen Azubis Glückwünsche aus. Erfolgsgaranten für das diesjährige "Rekordergebnis" seien die engagierten Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte der Berufsschule - vor allem aber die Absolventen, die große Leistungsbereitschaft gezeigt hätten. Trotz der angespannten finanziellen Situation lege der Landkreis einen besonderen Schwerpunkt auf die Bildung, da dies eine Investition in die Zukunft sei.

Ausbildung vor Ort


Seitens des Bundes der Selbstständigen gratulierte Sibylle Fugmann. "Die Ausbildung vor Ort ist wichtig. Wir brauchen Fachkräfte für die Region und aus der Region", betonte sie und lobte die hervorragende Zusammenarbeit der "kurzen Wege" mit der Kronacher Berufsschule.
Die Festansprache hielt Schulleiter Rudi Schirmer. Etwas provokativ warf er die Frage auf, ob sich Bildung überhaupt lohne. Lernen sei - seiner Meinung nach - weit mehr als bloßes Anhäufen von Wissen. Um in der Berufswelt zu bestehen, seien heutzutage vielseitige Kompetenzen gefragt. Zentrale Aufgabe der Schulen sei es, die Schüler auf die gewachsenen Herausforderungen und den härteren Wettbewerb - als Folge der Demografie und Globalisierung - vorzubereiten. Schirmer war sich sicher: "Trotz aller Probleme und Herausforderungen ist und bleibt die berufliche Bildung das Fundament für das ganze Leben."
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Johanna Dupke.