Wenn man kostendeckend sein wolle, müsse man die Friedhofsgebühren gebühren teils um mehrere hundert Prozent - mindestens um das Vierfache - anheben, informierte Kämmerin Petra Marx den Gemeinderat Weißenbrunn. Davon wurde in diesem sensiblen Bereich aber abgesehen. Allerdings entschied das Gremium am Dienstag, die Gebühren zu verdoppeln.

Christian Höfner (FW) hatte nach der Vorstellung des Bürgermeisters gefragt. Dieser legte sich zwar nicht konkret fest, meinte aber, man müsse zu einer vernünftigen Lösung kommen "und da wären wir wohl im Bereich einer 100-prozentigen Erhöhung am Limit angelangt". Allerdings stehe fest, "Sterben wird in Weißenbrunn teurer, da gibt es keinen Ausweg, denn aufgrund der Haushaltskonsolidierung sind wir auf Ausnutzung unserer Einnahmemöglichkeiten verpflichtet". Das gab Herrmann zu bedenken.


Drauflegen geht nicht auf Dauer

Herbert Spindler (FW) warf ein, eine 100-Prozent-Erhöhung sei zu viel, auch Ralf Oßmann (CSU) sah eine derartige Erhöhung als Problem. Zweiter Bürgermeister Michael Bohl (CSU) brach eine Lanze und meinte, dass auch eine Kommune - wie Betriebe der freien Wirtschaft - nicht vom Drauflegen leben könne.

Die Verwaltung habe kalkuliert und damit den Räten Fakten auf den Tisch gelegt. "Wir müssen uns diesen stellen", sagte Bohl und schlug eine Anpassung um die 100-Prozent vor. "Sonst machen wir uns auch gegenüber der Aufsichtsbehörde unglaubwürdig."

Er fand dafür Mitstreiter in Klaus Ruppert (CSU) und Günther Oßwald (SPD). Sie verwiesen darauf, dass die Haushaltskonsolidierung eine Überprüfung der Gebühren verlange und die Kalkulation für sich spreche. Christian Höfner schlug für die Freie-Wähler- Fraktion vor, deutlich unter einer 100-prozentigen Erhöhung zu bleiben. Dies wären für ein Einzelgrab 20 Euro pro Jahr statt bisher zwölf. Alles andere sei unrealistisch.

Letztlich ergab die Abstimmung mit 10:6 folgende neue Gebührensatzung. Für das Einzelgrab 25 Euro pro Jahr (bisher 12 Euro), Doppelgrab 50 Euro (bisher 24), Urnengrab 25 Euro (bisher 12), Kindergrab 20 Euro. Für die Benutzung des Leichenhauses entstehen bei einem Sarg 100 Euro und für eine Urne 50 Euro Kosten.