Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner will sich mit den in der vergangenen Woche bekannt gemachten Ergebnissen des Gespräches zwischen Landrat Oswald Marr (SPD) und der Eisenbahngesellschaft nicht zufriedengeben. Wenn der Landkreis 600 Fahrkarten kauft, aber fünf Waggons 550 Schüler fassen, bleiben immer noch 50 Schüler ohne Platz übrig, lautet seine Rechnung. Hinzu kämen noch die Berufspendler. Er spricht diesbezüglich von der Beseitigung des Fehlersystems an der Oberfläche.


Konzept erstellen

MdL Baumgärtner will ein nachhaltiges Konzept erstellen. Die gesamte Schülerbeförderung des Landkreises müsse auf den Prüfstand. Es müssten die zu erwartenden Schülerzahlen des Landkreises in den kommenden Jahren auf den Tisch gelegt werden. Es könne nicht sein, so Baumgärtner, dass die DB Regio ihre Waggons nicht nach Bedarf, sondern nach Erfahrungswerten einsetze. Es müsse gewährleistet werden, dass jeder Schüler in Bus und Bahn einen Sitzplatz habe. "Bei Reisebussen besteht schließlich auch eine Anschnallpflicht."

Es müsse darüber nachgedacht werden, ob bei den Schülerkarten eine Einschränkung der Wahlfreiheit zwischen Bus und Bahn die Situation entlasten könnte. Man könnte dadurch gezielter planen. Dafür seien aber Gespräche mit den Eltern erforderlich. Durchaus kann sich der Landtagsabgeordnete vorstellen, mehr Busse für die Schülerbeförderung einzusetzen, vor allem wenn die Bahn nicht bereit sein sollte, ihre Waggons nach Bedarf einzusetzen. Wenn es um die Sicherheit der Kinder gehe, solle man auch bereit sein, höhere Kosten zu akzeptieren. Auch der Freistaat Bayern, der 60 Prozent der Schülerbeförderungskosten übernehme, müsse da in die Pflicht genommen werden.


Schule für den Norden

Nicht zuletzt auf Grund der aktuellen Situation gelte es auch, an einer weiterführenden Schule im nördlichen Raum mit Vehemenz festzuhalten. Dies wäre zudem eine präventive Maßnahme, um in der von Industrie geprägten Rennsteig-Region dem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Unverständnis äußert der Landtagsabgeordnete über einen Facebook-Eintrag, wonach er mit seinem Dienstauto über die Donau nach Oberbayern fährt, statt sich um die Schülerbeförderung zu kümmern: "Die Verantwortung der Schülerbeförderung liegt nicht bei mir, sondern im SPD-geführten Landratsamt." Trotzdem habe er es sich auf die Fahne geschrieben, hier Verbesserungen herbeizuführen.