Vor 30 Jahren standen die Flieger auf dem eingerüsteten Gerippe des Kontrollturms. Damals war Herbert Appel, der dieses Foto für die Vereinschronik des Aero-Clubs Frankenwald vorbereitet, noch nicht mit von der Partie. Heute steht er auf dem längst in Holz verkleideten Turm direkt an der Landesbahn auf dem Kronacher Kreuzberg und schaut mit einem Kameraden nach draußen, wo die Segler startklar gemacht werden. Mehr Betrieb ist auf dem Turm die Ausnahme. Ablenkung darf nicht sein.

"Die Flugsicherheit ist das Wichtigste", nennt Appel den Hauptgrund für den Bau des Turms. Im Eingangsbereich sieht es allerdings gar nicht nach einem Gebäude für Flieger aus. Werkzeuge für die Gartenarbeit stehen dort bereit. Doch das riesige Gelände will ebenso "gewartet" werden wie die Flugzeuge. Über eine Treppe kommt man in den rundum verglasten Ausguck des Turms. Kopf einziehen heißt es beim Durchschreiten der Luke, dann ist der Besucher am Platz des Flugleiters angekommen.

Aus der Höhe lässt sich der Flugbetrieb viel besser kontrollieren als vom Boden aus. Und wie Appel schildert, soll auf diese Weise die Platzrunde besser zu überblicken sein - also die Strecke, die ein Pilot beim Umkreisen des Fluggeländes zurücklegt. Diese Runde führt unter anderem über den Hangbereich in Richtung Kronach und damit hinter Bäumen vorbei. Da tut jeder Meter weiter oben den Beobachtern gut. "Von hier aus haben wir gute Sicht in alle Richtungen", bestätigt Appel.

Für den jeweils Verantwortlichen auf dem Turm ist es mit dem Beobachten des Flugverkehrs aber nicht getan. Er steht in Funkkontakt mit den Piloten und hat ein zweites Gerät, um Nachrichten in den Außenbereich zu schicken - sei es an die Mitglieder an der Winde und in den Flugzeugen oder an unvernünftige Fußgänger, die aus dem Wald kommen und einfach die Landebahn kreuzen.

"Die Leute wissen gar nicht, wie gefährlich das ist"

"Die Leute wissen gar nicht, wie gefährlich das ist", betont Appel. Dabei gehe es nicht nur um die startenden und landenden Flugzeuge, sondern auch um das Schleppkabel. Das liegt nämlich recht unscheinbar auf der Wiese, bis es abrupt gespannt wird und ein Segelflugzeug in den Himmel zieht. Sich dabei in der Nähe des Seils aufzuhalten, ist äußerst riskant.

Zudem ist eine Uhr eingebaut. Die ist wichtig, weil der Verantwortliche auf dem Turm auch die Starts und Landungen festhalten muss.

Das Wetter im Blick

Zur Aufgabe eines Flugleiters gehört es weiterhin, mindestens einmal am Tag die Bewölkung und den Wind zu notieren. Eine Wetterstation auf dem Turm und der Windsack an der Landebahn geben darüber Aufschluss. Heutzutage erleichtert auch ein Computer die Arbeit des Flugleiters. "Der ist aber keine Pflicht", stellt Appel fest.

Der Einsatz eines Flugleiters hingegen ist in der Regel vorgeschrieben - zumindest wenn Dauerbetrieb auf dem Flugplatz herrscht. Anders sieht es bei einzelnen Flügen unter der Woche aus. "Wenn einer losfliegt, dann stundenlang weg ist und sonst kein Flugbetrieb herrscht, dann braucht man keinen Flugleiter. In diesem Fall muss nur eine Person da sein, die den Start beobachtet und gegebenenfalls einen Notruf absetzen kann."

Appel berichtet noch, dass der Turm heute gar nicht an der Landebahn stünde, wäre diese nicht vorher schon verlegt worden. "Eine Pioniereinheit hat den Flugplatz gebaut", blickt er auf eine Verlegung der Landebahn mit Hilfe der Amerikaner zurück.

Früher hatte die Bahn einmal eine Ausrichtung, die von ihrer heutigen Achse ein Stück weit in Nord-Süd-Richtung abgewichen ist. Doch längst liegt sie in der üblichen Ost-West-Achse, also der typischen Windrichtung angepasst.