Mit zwölf Floßen und über 200 Gästen starteten am Samstag die Wallenfelser Flößer in die Saison 2015. Die touristische Attraktion zog zum Auftakt bei durchwachsenem Wetter auch zahlreiche Besucher an, die das feuchte Vergnügen der Unentwegten genossen. Zur Freude der beiden Vorstände Andreas Buckreus und Michael Müller legten die Flößer einen Traumstart ohne Probleme hin.
Schon vor dem Kontakt mit dem kühlen Nass sangen sich die Gäste regelrecht Mut an. Mittlerweile haben sich bereits 5400 Interessenten angemeldet, so dass die weiteren 14 Floßfahrten fast schon ausgebucht sind. Es fehlt nur noch hie und da ein kräftiger Regen, sodass die Wallenfelser sorgenlos in die Zukunft schauen können.
Letztmals wird voraussichtlich am 5. September geflößt. Schließlich ist noch - falls eine Fahrt ausfallen sollte - eine Woche später ein Ersatztermin vorgesehen.

Recht turbulente Reise

Zum Auftakt hießen Andreas Buckreus und Bürgermeister Jens Korn die erwartungsfrohen Teilnehmer herzlich willkommen. Während Buckreus Regieanweisungen gab, dankte das Stadtoberhaupt den vielen Idealisten der Flößergemeinschaft für ihre Einsatzbereitschaft. Nachdem die Floßmeister Gilbert Weiß, Henry Stöcker sowie Michael Thiemann das Schnappenhammer-Wehr geöffnet hatten, wurde das erste Floß mit einem größeren Abstand zu den anderen Holzverbänden auf die recht turbulente Reise geschickt, um zu sehen, wie sich das Strömungsverhalten des Flusses auswirkt. Vom Floßteich bei Schnappenhammer bis zum Willi-Schreiber-Flößerhaus an der Wallenfelser Floßlände benötigte man für die 5,6 Kilometer lange Fahrt ungefähr 35 Minuten. An den neuralgischen Punkten standen die Mitglieder der Wallenfelser Wasserwacht in Position, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Dem Saisonstart waren wochenlange Arbeitseinsätze vorausgegangen. Sechs neue Floße mussten zusammengebaut, die Ufer der Wilden Rodach gesäubert und die Wehre sowie die Staustufen auf der Strecke wieder in Schuss gebracht werden. Zum Kreis der 50 Idealisten, die bei den Samstagseinsätzen benötigt werden, hatte sich auch der 80-jährige Ehrenfloßmeister Andreas Müller eingebracht.

Geschrei und Gelächter

Noch an 14 Samstagen werden, falls das Wetter mitspielt, auf der Wilden Rodach die Wehre geöffnet. In wilder Fahrt geht es dann über Stromschnellen und Staustufen durch eine romantische Tallandschaft. Auch die akustischen Begleiterscheinungen haben es in sich. Eine undefinierbare Mischung aus Geschrei und Gelächter begleitet den ersten recht feuchten Wehrdurchgang. Das sich tief ins Wasser bohrende Floß bietet keine andere Alternative, als mindestens bis zur Gürtellinie nass zu werden.
Nach überstandenem Abenteuer freute man sich ganz besonders über das Flößerdiplom, das die überglücklichen Gäste aus den Händen der Flößersenioren und der Sachbearbeiterin der Stadt, Barbara Kremer-Kolb, entgegennehmen durften.