Laut Georgi hatte eine Bürgerin in Theisenort eine kranke, geschwächte Fledermaus gefunden und diese nach ersten eigenen Aufpeppelungsversuchen in die Auffangstation nach Coburg gebracht. Dort ist die Fledermaus letztendlich verendet und man habe sie anschließend untersuchen lassen und dabei festgestellt, dass die Fledermaus das Tollwutvirus in sich trug. "Das heißt aber nicht, dass sie auch daran gestorben ist", sagt Georgi. Vielmehr tragen viele Fledermäuse dieses Virus in sich - ohne krank zu werden.

Sofort impfen lassen

Allerdings sollten Menschen, die mit solchen infizierten Fledermäusen in Kontakt gekommen sind, aufpassen, sich impfen lassen. So habe das auch die Frau, die die Fledermaus in Theisenort gefunden hat, gemacht. Das Personal in der Auffangstation sei sogar schon vorher geimpft gewesen.

"Übertragen werden kann das Virus natürlich durch einen Biss, aber auch durch Speichel", weiß Georgi. Je näher der Biss am Kopf des Menschen ist, umso weniger Zeit bleibe für die Impfung, erklärt der Amtsarzt.

Das weiß auch Medizinaldirektor Dieter Weiss: "Auch wenn die Gefahr einer Fledermaustollwut für den Normalbürger möglicherweise genauso gering ist, wie vom Blitz erschlagen zu werden, so gibt es solche Fälle leider doch. In Gesprächen mit Bürgern konnte ich in Erfahrung bringen, dass es hin und wieder passiert, dass sich Fledermäuse auch in Wohnräume verirren. Wenn man dann ohne Hilfsmittel - Kescher, Schutzhandschuhe o. ä. - versucht, das Tier zu befreien, könnte es sein, dass man gebissen wird. Bei einem entsprechenden Ereignis wird dringend geraten, sofort einen Arzt aufzusuchen - nachts oder am Wochenende den Notdienst oder das Klinikum." Hilfreich sei es, so Weiss, wenn das Tier sichergestellt werden könnte.

Die Fledermaustollwut ließ sich auch 2012 in einem Fall in Lichtenfels, 2013 in Ingolstadt und 2015 in Bad Kissingen nachweisen.