Rund ein halbes Jahr ist die Kreisstraße 3 zwischen Gifting und der Staatsstraße 2200 mittlerweile für den Verkehr gesperrt. Das nahmen in den vergangenen Wochen während der Winterpause der Bauarbeiten nicht alle Autofahrer wirklich ernst. Keine 60 Sekunden vergehen an einem Freitagmittag im Durchschnitt, bis ein neuer Fahrzeuglenker den noch nicht asphaltierten Abschnitt im Waldstück auf Höhe der Kugelmühle passiert.

Der mehrere Hundert Meter lange Schotterweg mit unzähligen Schlaglöchern wirkt dabei nicht nur für Auto und Reifen bedrohlich, sondern birgt im schlimmsten Fall sogar Lebensgefahr. In diesem Bereich haben sich seit Dezember immer wieder große Gesteinsbrocken von der Felsböschung gelöst und sind teilweise auf die Straße gestürzt. "Die Sperrung der Strecke wurde nie aufgehoben, wird aber leider von einigen missachtet. Das ist dann eigenes Risiko", sagt Gunther Dressel, Tiefbau-Sachgebietsleiter am Landratsamt.


Wetter spielt keine Rolle

Wer dieses Risiko die vergangenen Wochen trotzdem eingegangen ist, muss sich ab dieser Woche umstellen - die Bauarbeiten werden wieder aufgenommen. Ab Montag werden vorbereitende Maßnahmen für die Felssicherung durchgeführt, ab nächsten Montag geht es dann mit dem Straßenbau weiter.

Auch ein später Wintereinbruch würde an diesen Plänen nichts ändern. Die Betonfirma könne die Fräsarbeiten am Asphalt unabhängig von möglichem Bodenfrost ausführen, erklärt Dressel. In den nächsten Monaten werden die Straßenarbeiten gleichzeitig in beiden Bauabschnitten (I: Gifting - Kremnitzbrücke; II: Kremnitzbrücke - Einmündung in Staatsstraße 2200) vorangetrieben. "Es wird aber so koordiniert, dass die Anwohner der Felsmühle immer in eine Richtung rausfahren können", sagt Gunther Dressel. Etwas gedulden müssen sich noch alle anderen Bewohner rund um Gifting und Steinberg. Erst Ende des Jahres soll die ganze Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werden. Bis das soweit ist, gibt es noch einiges zu tun. Parallel zu den Arbeiten an der Straße wird eine Sicherung an der Felswand im Waldstück zwischen der Fels- und Kugelmühle errichtet.


90 Prozent Förderung

Die 120 Meter lange Felssicherung verursacht Mehrkosten in Höhe von rund 250.000 Euro. Die Gesamtkosten der Sanierungsarbeiten an der 3,3 Kilometer langen Strecke werden sich somit auf insgesamt 3,7 Millionen Euro belaufen. Die Regierung hat für den Ausbau der Kreisstraße - mit dem Höchstfördersatz von 90 Prozent - bereits 2,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Für die Mehrkosten der Felssicherung wurde bei der Regierung und beim Staatlichen Bauamt ein Nachfinanzierungsantrag gestellt. "Nun ist die Frage, ob der Fall als vorhersehbar oder nicht eingeordnet wird", erklärt Gunther Dressel die Entscheidungsgrundlage der Regierung.

Auch beim vieldiskutierten Radweg in diesem Bereich steht die endgültige Entscheidung noch aus. "Momentan läuft noch die Phase des Grunderwerbs der Gemeinde", sagt Gunther Dressel. Nach einer Entscheidung der Kommune wird die Tiefbauverwaltung des Landkreises einen entsprechenden Plan ausarbeiten und einen weiteren Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken stellen.