In der vollbesetzten St.-Marien-Kirche in Johannisthal brachten die Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters Küps am vierten Adventssonntag ihr Adventskonzert dar. In diesem Jahr war der Zuspruch so groß, dass bereits eine Viertelstunde vor Konzertbeginn die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Mit der "Fanfare and Flourishes" eröffnete das Orchester mit mächtigen Trompetenklängen das Konzert. Eine Fanfare, die - angelehnt an die Eurovisionsmelodie - in dem hohen Gewölbe der Johannisthaler Kirche besonders gut zur Geltung kam.

Mit wesentlich leiseren Tönen setzt Dirigent Wolfgang Riedel das Konzert fort. "Eventide Fall" - nach dem Kirchenlied "Bleibe bei mir, Herr" und der "St. Florian Choral" luden die Zuhörer zum Abschalten in der so hektischen Vorweihnachtszeit ein. Das Orchester harmonierte dabei sehr gut und spielte mit allen Facetten und Klangfarben. Der erste Teil des Konzerts wurde mit "Eine kleine Weihnachtsmusik", einem Arrangement verschiedenster internationaler Weihnachtslieder, beendet.


Dank für Engagement

In seiner ersten Geschichte "Das Mädchen mit den Mandelaugen" erzählte Musikschulleiter Holger Pohl die Geschichte eines Mädchen aus Vietnam, das durch den Krieg seine gesamte Familie verloren hatte und nun in Deutschland in einer neuen Familie versuchte, weiterzuleben. Er dankte am Ende allen Helfern, die sich für Notleidende in aller Welt einsetzten und mahnte die Mächtigen dieser Welt, dass bei allen Konflikten die Leidtragenden am Ende immer die Kinder seien. Die melancholischen Klänge des "Canterbury Chorals" unterstrichen die Worte der Geschichte deutlich.

Mit einem Solostück für Trompete stellte sich Andreas Kestel mit "My secret Lovesong" dem Publikum vor. Die wunderschöne Melodie dieses "geheimen Liebesliedes" charakterisiert die Gefühle zweier Menschen sehr eindrucksvoll - ebenso eindrucksvoll, wie es auch gespielt wurde. Mit "The Spirit of Christmas" wagte das Orchester einen Ausflug über den großen Teich und stellte ein Potpourri englischsprachiger Weihnachtslieder vor.


Berührende Melodien

In der turbulenten zweiten Geschichte erzählte Holger Pohl anschaulich was in einem Haushalt alles passieren kann, wenn Papa meint, mit seinem Nachwuchs Plätzchen backen zu müssen. Diese Geschichte zauberte vielen Konzertbesuchern ein Lächeln ins Gesicht und war auch der Startschuss für den letzten Teil des Konzerts: berühmte Filmmelodien. Die "Forrest Gump Suite" stand dazu als erstes auf dem Programm, gefolgt vom großen Arrangement zum bekannten Weihnachtsfilmklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Beide Stücke überzeugten durch die berührenden Melodien und ihre Lebendigkeit. Die Bravo-Rufe ließen nicht lange auf sich warten und das Orchester nahm den Lohn für ein festliches, nachdenkliches aber auch fröhliches Konzert dankend an.

Natürlich hatte Wolfgang Riedel zwei Zugaben im Gepäck. "Nessun Dorma" aus der Oper "Turandot" zeigte nochmals das ganze Klangspektrum des Küpser Orchesters und mit der letzten Zugabe "Stille Nacht" endete das Adventskonzert und somit auch ein arbeitsreiches musikalisches Jahr. red