13 von 20 Schülern haben ihr Abitur heuer bestanden, während es 2014 nur fünf von 16 waren.
Trotzdem hat man mit dem jüngsten Ergebnis noch nicht die Zwei-Drittel-Mehrheit, die zweimal in Folge für eine staatliche Anerkennung nötig wäre, erreicht. Das veranlasste Bernd Liebhardt (CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag) dazu, vorzuschlagen, über einen Wechsel von Projektleiter Timo Ehrhardt nachzudenken.

"Der muss von allen guten Geistern verlassen sein", sagte am Dienstag der SPD-Fraktionsvorsitzende Richard Rauh zu Liebhardts Äußerung. Das Ergebnis, so Rauh, bedeute eine enorme Steigerung der Erfolgsquote gegenüber dem Vorjahr. Er finde es schade, dass ein derartig wichtiges Projekt auf den Rücken von Personen ausgetragen werden soll. "Ich bin froh, dass es solche Leute gibt, die sich für das Wohl unserer Heimat engagieren!"
Auch Landrat Oswald Marr (SPD) lobte die Arbeit der Projektgruppe und des Schulleiters mit seinem Team. Diese hätten viel Kraft und viele Stunden in die FOS investiert. Man sollte diese Arbeit auch anerkennen.
Peter Hänel (FW) fragt sich, was der Projektleiter mit dem Ergebnis zu tun habe. Ergebnisse seien Aufgabe der Schule.

"Wir halten an dieser Einrichtung fest", betont Wolfgang Feuerpfeil. Unverständnis über die Äußerung von Bernd Liebhardt ist aus der Stimme des Vorsitzenden des Rennsteigvereins im Frankenwald zu entnehmen. Sein Verein ist von Anfang an Mitstreiter und hat auch die FOS mit aus der Taufe gehoben. Wolfgang Feuerpfeil ist ein Aktivposten in der Projektgruppe. Im vergangenen Jahr habe es einige Defizite gegeben, deshalb wurde auch der Schulleiter ausgetauscht. Ein Problem sieht Feuerpfeil zum einen darin, dass das Kultusministerium für die staatliche Anerkennung die Anmeldungen im Oktober als Maß nimmt. Sinnvoller wäre es seiner Meinung nach, den März vor den Abiturprüfungen als Stichtag zu erklären, denn bis dahin müssen die tatsächlichen Anmeldungen für das Fachabitur vorliegen. "Wie es jetzt gehandhabt wird, das ist nicht gerecht!"

Angemeldet zum Abitur waren 23 Schüler, teilgenommen haben aber lediglich 20. Setzt man die 13, die bestanden haben, in Relation zu den 23 Schülern, wird die Zwei-Drittel-Mehrheit definitiv nicht erreicht. Außerdem, so Feuerpfeil, sollte doch dieses politische Geplänkel auf einer anderen Plattform ausgetragen werden. Feuerpfeil betont, dass die FOS am Rennsteig nicht nur eine Schule für den Norden, sondern für den gesamten Landkreis sei. Und er bedankt sich auch beim Landkreis, der in den kommenden zwei Jahren das Projekt mit jeweils 50 000 Euro weiterhin unterstützen wird. Feuerpfeil weist aber auch darauf hin, dass der Landkreis einige Millionen von Euros in andere Bildungseinrichtungen investiert. Da sei der Betrag für die FOS relativ gering.

Als enorme Verbesserung sieht Unternehmer Carl-August Heinz, der zusammen mit Nikolaus Wiegand mit den Grundstein für die FOS legte, das diesjährige Ergebnis. Der Dank gelte, so Heinz, dem Schulleiter Hubert Sendl, seinen Lehrern und auch den Schülern mit ihren Eltern. "Die haben sich richtig reingekniet." Trotz des Erfolges komme aber das Projektteam nicht umhin, sich über die Zukunft der FOS Gedanken zu machen.
Die Fraktionsvorsitzende der Frauenliste, Petra Zenkel-Schirmer, spricht von einem guten Weg der Schule und der Projektgruppe. Sie habe sich über das Ergebnis sehr gefreut.

"Die Entwicklung der FOS ist positiv", sagt auch der CSU-Fraktionsvorsitzende, Bernd Liebhardt. Fakt sei aber, dass das Ziel knapp verfehlt wurde. "Und da dürfen doch Fragen und Diskussionen in einer Demokratie, auch wenn es um Personen geht, erlaubt sein?" Gewünscht hätte er sich, dass er die Ergebnisse direkt von der Projektgruppe erhalten hätte. "Aber es hat schon immer Kommunikationsschwierigkeiten gegeben!" Unterstützt der Landkreis das Projekt, was der Fall ist, denn müssten Diskussionen erlaubt sein. In die gleiche Kerbe schlägt MdL Jürgen Baumgärtner. Bei der CSU sei es die Regel, dass, wenn ein Ziel nicht erreicht wird, ein Projekt auf den Prüfstand kommt. Dass dabei auch über Personen diskutiert werde, sei seiner Meinung nach durchaus legitim.

Timo Ehrhardt selbst wollte am Dienstag keine Stellungnahme dazu abgeben.