Mitten in einer eisigen Winternacht: Draußen vor der Jagdhütte tobt ein fürchterlicher Schneesturm. Jäger Wanja schlummert friedlich in seinem kuscheligen Bett. Mit seiner Nachtruhe ist es augenblicklich vorbei, als es an der Tür klopft. Nacheinander wollen Hase, Fuchs und Bär ins Haus und schwören, einander nichts zuleide zu tun. Der Jäger lässt jedes Tier herein.

Wanja heißt im wirklichen Leben Renate Hofmann und gehört zum Neufanger Kindergarten-Team. Mit ihren Kolleginnen hat sie das Stück "Es klopft bei Wanja in der Nacht" einstudiert. Die Vorlage dafür lieferte das gleichnamige Kinderbuch von Tilde Michels und Reinhard Michl. Das kleine Theaterspiel führten die Erzieherinnen auf der Bühne des Feststoudls auf - für die Jungen und Mädchen des Kindergartens.

"Weil die Kinder uns alle Jahre immer zu verschiedenen Anlässen - wie dem Sommerfest oder der Dorfweihnacht - etwas vorführen und damit eine Freude machen, wollten wir heuer den Spieß einmal umdrehen und selbst für sie Theater spielen", erzählt Kindergarten-Leiterin Gertrud Schubert und freut sich über die gelungene Premiere. Bereits die Proben seien sehr lustig verlaufen und auch jetzt habe es allen Beteiligten viel Spaß gemacht. In diesem Zusammenhang lobt sie ausdrücklich das Engagement der Eltern bei den Vorbereitungen und beim Aufbau des Bühnenbilds. Auch auf der Bühne wurde man von den Mamas Elke Ioannidis, Monique Müller und Nadine Detsch - sozusagen in "Statisten"-Rollen - unterstützt.

Verkleidet neben der Bühne

Die Spannung stieg, als die Erzieherinnen plötzlich verkleidet neben der Bühne standen. Als dann die Vorführung begann, wurde es ganz still im Feststoudl. Die Kleinen und deren Eltern lauschten gespannt der Geschichte und verfolgten die Aufführung ganz begeistert. Das Team mal in völlig anderen Rollen zu erleben, gefiel ihnen augenscheinlich richtig gut. Und mal wieder konnte man sehen, dass so manches Schauspieltalent bei dem einen oder anderen schlummert.

Die Bühne hatte sich dabei in ein Schlafzimmer verwandelt mit einem großen Ofen und einem kuschelig-warmen Bett für Wanja - dazu noch weitere gemütliche Schlafplätze in jeder Ecke des Raums, wo die Tiere völlig entspannt in Gegenwart der Feinde schliefen. Auf der Bühne standen in den Hauptrollen - neben Renate Hofmann als Wanja - noch ihre Kolleginnen Monika Föhrweiser (Hase), Ulla Schaller (Fuchs) sowie Yvonne Siegel (Bär). Kindergarten-Leiterin Gertrud Schubert fungierte als Erzählerin.

Am nächsten Tag sind alle Tiere wieder verschwunden und nur anhand der verschiedenen Tierspuren, die in drei Richtungen auseinandergehen, kann Wanja sicher sein, dass er den Besuch dieser drei - einander eigentlich feindlichen Tiere - nicht nur geträumt hat. Er fragt sich: "Wir haben wirklich diese Nacht - gemeinsam friedlich zugebracht. Was so ein Schneesturm alles macht!"

Friedliches Miteinander

"Eine nette Wintergeschichte, die zeigt, dass Not ein friedliches Miteinander möglich machen kann", lautete der einhellige Tenor des großen und kleinen Publikums, das begeisterten Applaus spendete. Das größte Dankeschön für das Team waren allerdings die vielen leuchtenden Kinderaugen, die gespannt der Geschichte folgten.
Vor dem Theater hatten die Jungen und Mädchen selbst mit einem weihnachtlichen Bühnenprogramm begeistert. Eine Stunde lang sangen, tanzten und schauspielerten sie voller Freude und Schwung. Dabei wurden alle einbezogen - von den Kleinsten bis zu den Großen, die im kommenden Jahr in die Schule kommen. Begleitet wurden sie auf der Gitarre von Gertrud Schubert sowie dem neunjährigen Johannes Backer. Der nunmehrige Viertklässler besuchte früher selbst den Kindergarten in Neufang und war auch heuer wieder gern zur Stelle.

Nach dem Bühnenprogramm war noch lange nicht Schluss. Zu später Stunde stattete auch der Nikolaus seinen Besuch ab und beschenkte die Kinder mit schönen Geschenken. Während draußen Schneeflocken vom Himmel fielen, duftete es im zauberhaft geschmückten Feststoudl überall nach Plätzchen, frisch gebackenen Waffeln sowie heißem Glühwein. Aufgebaut war auch ein Spielwaren-Flohmarkt, bei dem die Kinder das eine oder andere Schnäppchen machen konnten. Auch schöne selbstgebastelte Weihnachtsdekorationen konnten erworben werden.
Thomas Föhrweiser, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Neufang, freute sich über die Dorfweihnacht wie aus dem Bilderbuch. Er hatte die zahlreichen Gäste im winterlich dekorierten Feststoudl willkommen geheißen. Sein Dank galt den zahlreichen Mitwirkenden und örtlichen Vereinen bei der Ausgestaltung des beispielhaften Gemeinschaftsprojekts. Die Dorfweihnacht sei ein Beispiel für den Zusammenhalt des ganzen Dorfs. Für die musikalische Umrahmung war in bewährter Weise der Musikverein Neufang verantwortlich, der die Adventszeit mit weihnachtlichen Stücken einläutete.