Vor 20 Jahren, am 26. Juli 1992, im Rahmen der leider sehr kurzlebigen Veranstaltung "Kronacher Lieder Festival" war Haindling das erste Mal in Kronach. Buchner, lange schon der erfolgreichste Filmmusikkomponist im deutschsprachigen Raum, Multiinstrumentalist und Bandleader, ist mit seiner sechsköpfigen Band Haindling immer noch aktiv und kam nun zum "Schmäußbräu Open Air" erneut auf die Festung. Das Konzert im äußeren Wallgraben zog Tausende von Besuchern auf den Rosenberg.
Kronach stand als zweite Station der aktuellen Jubiläumstournee auf dem Reiseplan, entsprechend frisch war auch noch der mittlerweile 67-jährige Maestro und seine Mannen; darunter mit Michael Braun (Blas- und Tasteninstrumente, Percussion, Gesang) und Peter Enderlein (Schlagzeug, Percussion), zwei weitere Mitglieder der Ur-Formation.

Folklore aus aller Welt


Der beliebte "Buchner/Haindling-Sound" ist einzigartig und so markant, dass ihn zumindest unterschwellig wohl jeder Zuschauer des Bayerischen Fernsehens aus diversen Fernsehserien kennt. Groß verändert hat er sich seither nicht, das Haindling-Erfolgsrezept funktioniert bis heute. Im Grund spielt er noch immer seine Mischung aus heimischer Volksmusik mit Blech und unterschiedlichster Folklore aus aller Welt. Dazu seine Texte, die sich zumindest in der Anfangszeit abgefahren und schräg anhörten. Aber im Ergebnis auch einprägend und überraschenderweise kommerziell sehr ertragreich.
Wer Haindling durch diese 30 Jahre immer wieder live erlebt hat, weiß um den Zauber, der bei seinen Konzerten entstehen kann. Vor allem dann, wenn sie in solch stimmungsvollem Ambiente, wie im geschichtsträchtigen Wallgraben bei bestem Frühsommerwetter stattfinden. Nach dem gemeinsamen Eingrooven mit dem Publikum, unterstützt von ausziehbaren Alphörnern, spulte die, zeitweise als Septett agierende Combo, ein gewohnt buntes Repertoire ab, in dem neben den "Klassikern" auch einige neue Songs erstmals auf die Bühne gebracht wurden. Die Dur- und Mollparts, die Mitmach- und die Zuhörblöcke, die Gute Laune-Lieder und das Nachdenkliche waren abgewogen, ebenso Buchners Moderationstexte zwischen Skurrilität, Problembewusstsein und kindlicher Naivität, aufgelockert mit Reminiszenzen an den eigenen Werdegang.
Viel Blech, viel Keyboards, viel Percussion und auch satter Funk sowie eine bislang selten gehörte E-Gitarre, der Bogner'sche Sprechgesang und etwas Chor der Band - Haindling eben. Als offiziellen Schlusspunkt gab es das "Mir san mir-Bayerntum", das aber von den in der Mehrzahl fränkischen Fans fröhlich mitgesungen wurde. Zum Abschied, wie immer, das bittersüße Thema von "Irgendwie und sowieso".