Im Coburger Gericht gibt die Rechtspflegerin bekannt, ob der einzige Bieter, der die fünf Bettenhäuser für 405.000 Euro ersteigert hatte, den Zuschlag erhalten kann oder nicht. Das geht nur, wenn die BAG-Bank ihren Antrag wieder zurückzieht.

Die Gläubigerbank hatte der ganzen Sache nämlich nicht zugestimmt. Der Betrag war ihr angesichts des Werts der Immobilien zu niedrig. Ein Gutachten hatte den Verkehrswert der Bettenhäuser mit 96 Zimmern auf 810.000 Euro taxiert. Die Gläubigerbank, die eine Grundschuld von 1,2 Millionen Euro hat eintragen lassen, wollte wenigstens sieben Zehntel (567.000 Euro)des Verkehrswerts haben, der Bieter hatte sein Gebot nach Drängen des Anwalts der Gläubigerbank innerhalb von wenigen Sekunden von 303.000 auf 405.000 Euro (fünf Zehntel) erhöht.

In einem Gespräch mit inFranken.de war sich der Bieter, ein 52-jähriger Immobilienverwerter aus dem Raum Stuttgart, der seinen Namen nicht genannt haben wollte, nicht sicher, ob er tatsächlich glücklicher Besitzer der Bettenhäuser werde. Das würde er nur dann, wenn die BAG-Bank ihren Antrag vom vergangenen Dienstag, den Zuschlag wegen zu geringer Höhe zu versagen, zurückziehen würde. Das müsste aber vom BAG-Vorstand abgesegnet werden.


Der Markt hat Interesse

Laut Immobilienverwerter gibt es zwei positive Stellungnahmen in der BAG-Bank, dem Gebot über 405.000 Euro zuzustimmen. Das Schreiben der Gläubigerbank, den Antrag zurückzuziehen, soll bis Dienstagabend jedoch noch nicht vorgelegen haben.

Der Immobilienverwerter hat schon Pläne in der Schublade, die er zusammen mit dem bisherigen Hotelbetreiber umsetzen will. Bob Neubeck soll als Geschäftsführer weiterhin die Geschicke des Aparthotels leiten. Die fünf Bettenhäuser sollen für 100.000 bis 150.000 Euro saniert werden. Dazu stehen firmeneigene Handwerker des Immoeuro24-Teams aus Bad Dürrenberg bereit. Die Zahlungszusage der Bank von Immoeuro24 liegt dem Gericht und der BAG-Bank vor. Das Geld könnte innerhalb von wenigen Tagen fließen.

Aber auch der Markt Steinwiesen soll Interesse an den Bettenhäusern haben. Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) wollte sich dazu gestern nicht äußern. Dem Markt gehört ja schon von Anfang an der Komplex mit Restaurant, Küche und Rezeption. Die Bettenhäuser wurden von der Familie Neubeck vor rund 25 Jahren auf Gemeindegrund errichtet, dazu ein Erbpachtvertrag über 99 Jahre geschlossen.


Der Erbpachtvertrag

Dieser Erbpachtvertrag läuft noch bis 2087. Und der bildete auch den Klotz am Bein. Laut Aussage der Coburger Rechtspflegerin wäre der Verkehrswert höher als auf 810.000 Euro angesetzt worden, wenn es diesen Erbpachtvertrag nicht gäbe. Der besagt, dass alle Gebäude im Jahr 2087 in das Eigentum des Marktes übergehen. Bob Neubeck hat nach eigenen Aussagen schon mehr Erbpachtzins gezahlt als das Grundstück insgesamt wert ist. Und die Zahlungen von etwa 5000 Euro jährlich gehen bis 2087 weiter.

Wenn heute kein Zuschlag an den Bieter erteilt wird, dann kommt es zu einem zweiten Versteigerungstermin. Da gibt es keine Mindestbeträge mehr.