Eigentlich ist der Spielplatz in Lahm eine schöne Anlage. Er liegt mitten im Dorf, ist gut einsehbar und bietet ausreichend Platz zum Herumtollen und Spielen. Eigentlich, denn zuletzt war sein Zustand erbärmlich.

An ihm nagte der Zahn der Zeit und das nicht erst seit gestern. Die Turmplattform über der Rutsche erinnerte eher an den Turm vom Pisa, so schief war er. Die obere Steinkante des Tunnels war rau und scharfkantig. Mehrere Schaukeln waren bereits ganz entfernt worden. Sie entsprachen nicht mehr den Sicherheitsvorschriften, so waren beispielsweise Balken morsch.

"Eigentlich wollten wir den Spielplatz bei einem Frühjahrs-Einsatz wieder auf Vordermann bringen. Aber die Mängel sind gravierend. Da können wir nichts mehr ausrichten", bedauert Gerhard Eidelloth, der sich - in seiner Eigenschaft als Gemeinderat beziehungsweise Zweiter Bürgermeister - für den Erhalt und die Instandsetzung des Spielplatzes stark macht. Er begeisterte andere Eltern und gründete mit ihnen eine Spielplatz-Initiative.

Gemeinsam mit einigen Eltern initiierte man kürzlich ein Treffen auf dem Spielplatz, zu dem man auch Wilhelmsthals Erste Bürgermeisterin Susanne Grebner einlud. Eidelloth ging dabei auf die ihm vorliegende Liste von Mängeln ein, die vom "ias-Institut - Strategien für Gesundheit" aus Chemnitz bereits am 10. Juni 2013 bei einer Besichtigung vor Ort festgestellt wurden.

Neben den oben aufgeführten Mängeln wurde beispielsweise auch kritisiert, dass die Büsche links neben dem Eingang die Sicht auf die Straße versperren. Die Büsche müssten entfernt oder stark zurückgeschnitten werden. Den Unmut der Eltern erregte auch ein Hydrant, der auf dem Spielplatz eine gefährliche Stolperstelle darstellt.

Wie die Eltern erklärten, werde der stark heruntergekommene beziehungsweise nur noch aus wenigen Elementen bestehende Spielplatz schon seit einiger Zeit von den Kindern kaum noch angenommen. Der zirka 50 Jahre alte Spielplatz müsse von Grund auf erneuert werden. Vor etwa 25 Jahren sei er ergänzt und ein wenig auf Vordermann gebracht worden. In den letzten Jahren sei aber gar nichts mehr daran gemacht worden.

Reparieren geht nicht mehr

Man brauche neue Spielgeräte, da beispielsweise für kleine Kinder so gut wie keine Spielgeräte vorhanden seien. Die vorhandenen, völlig überalterten Geräte seien in einem solch schlechten Zustand, dass sie nicht mehr repariert werden könnten, sondern ersetzt werden müssten.

Die Mütter und Väter wollen einen Platz schaffen, an dem ihre Kinder ungefährdet mit Gleichaltrigen spielen und sie sich mit anderen Eltern mal zum Plausch treffen können. Wenn der Spielplatz wieder attraktiv gestaltet werde, würden ihn die Kinder auch wieder annehmen, sind sie sich sicher.

Aus diesem Grund hatten sich die Eltern bereits einige Kataloge mit entsprechenden Spielgeräten besorgt. Allerdings sind diese Geräte sehr teuer. Gerne hätte man eine große Spielkombination als Mittelpunkt des Spielplatzes. Als Belag werden Hackschnitzel bevorzugt, unter anderem weil diese einen guten Fallschutz bieten.

Lob von der Bürgermeisterin

Die Bürgermeisterin freute sich über das große Engagement der Eltern und begrüßte es sehr, dass sie sich im Rahmen einer Spielplatz-Initiative für den Erhalt des Spielplatzes stark machen. Auch sie zeigte sich sicher, dass etwas getan werden müsse.

Die Spielplatz-Initiative solle gemeinsam verschiedene Möglichkeiten abwägen und sich Gedanken machen, welche Geräte gewünscht würden und die entsprechenden Kosten beziffern, sagte sie und zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Gemeinderat - trotz der finanziellen Situation der Gemeinde - dem Engagement und dem Einsatz der Initative nicht verschließen werde.

Ihren Worten ließen die Eltern auch gleich Taten folgen. Mittlerweile haben einige Väter die alten Geräte abgebaut. Es soll eine Alteisenaktion durchgeführt werden, wobei diese mit eingelöst werden sollen. Zudem haben die Eltern signalisiert, dass sie auch selbst Spenden sammeln werden, um sich an den Kosten zu beteiligen.

Weiter erklärten sie ihre Bereitschaft, bei den Arbeiten selbst Hand anzulegen. So wollen sie die gewünschte neue Spielkombination in Eigenregie aufbauen. Wie Bürgermeisterin Susanne Grebner mittlerweile informierte, werde in den Haushalt 2014 eine Summe von 5000 Euro für ein neues Gerät eingestellt. Das Gerät wird - gemäß den bestehenden Richtlinien - nach Genehmigung des Haushalts bestellt.