Rührung und Stolz - das sind die beiden Wörter, die die Nominierungsversammlung der Freien Wähler am besten beschreiben. Auslöser ist die einstimmige Nominierung Beiergrößleins zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahl 2014. Als Ersatzkandidat darf sich Stefan Wicklein über das gleiche Votum freuen.

"Wahnsinn - einfach Wahnsinn", sagt Wolfgang Beiergrößlein immer wieder kopfschüttelnd, als er auf seine bisherige Amtszeit zurückblickt. Erst als er seine Rede geschrieben habe, habe er sich all das wieder vor Augen geführt. "Und das alles bei gleichzeitigem Schuldenabbau", betont er. "Wir haben das eingehalten und gemacht, was wir versprochen haben", spricht er die Reduzierung des Schuldenstandes an. 57 Millionen Gesamtverschuldung, ein Investitionsstau im Pflichtaufgabenbereich in Höhe von 20 Millionen, drohende Rückzahlungen von weit über einer Million Euro - das sei der Stand gewesen, als er antrat.

Schulden um 18 Prozent reduziert

Als steinig und schwer bezeichnet er den Weg, bis man einen genehmigungsfähigen Haushalt hat vorlegen können. "Das Gutachten des kommunalen Prüfungsverbandes beinhaltete schmerzliche Entscheidungen. Wer streicht schon gerne Leistungen? Und wer bittet die Bürger schon gerne noch mehr zur Kasse?" Letztlich konnte die Verschuldung aber um 18 Prozent reduziert werden. Wodurch? "Vermitteln, verhandeln, beschwichtigen, eine Backe hinhalten - aber die andere nicht."

Den Vorwurf im Wahlkampf 2008, dass es bei seiner Wahl Stillstand gäbe, habe er mit Taten ausgeräumt: "Durch den Verkauf der KWG wird jetzt wieder in die Wohnungen investiert. Außerdem konnte ein Standort fürs neue Feuerwehrhaus gefunden werden." Und: "Wie lange wurde über bauliche Mängel an der Lucas-Cranach-Schule diskutiert? Wir haben es angepackt." Der Bürgermeister fährt fort, nennt die Schaffung von Krippenplätzen und von Bauland und die hohe Förderung zur Sanierung der Festung Rosenberg. "Die Festung bekommt Tagungsräume; die Festungsherberge wird im Moment saniert. Durch den Tourismusbetrieb werden neue Impulse gesetzt; die Bayernausstellung haben wir hergeholt. Das ging nicht einfach so, das mussten wir uns erarbeiten."
Er verweist auf die Feste wie den Weihnachtsmarkt, für den man einen Veranstalter gefunden hat, auf den neuen Betriebszweig Energie bei den Stadtwerken und die Erneuerung der Güterstraße. Und auch der Kontakt zur Wirtschaft sei intensiv, spricht er unter anderem den Umzug der Firma "M.a.i" in das ehemalige Valeo-Werk, den Bau des Sägewerkes Franz oder die Erweiterung der Firma Woco an.

"Man könnte sagen, das war Management by Känguru - mit leerem Beutel große Sprünge gemacht", zitiert er seinen geschäftsleiter Stefan Wicklein.
Keinen Hehl macht er daraus, dass er auch viele unangenehme Entscheidungen hat treffen müssen, wie zum Beispiel die Schließung der Schulstandorte in Neuses und Gehülz. Dass die CSU ihn bei der nächsten Wahl unterstützt, nimmt er "als Anerkennung meiner vermittelnden Rolle als Bürgermeister und unserer Arbeit".
"Erwartet nicht völlig neue Ansätze oder Visionen", sagt Beiergrößlein, als er auf seine Ziele zu sprechen kommt. So erfreulich die Haushaltsentwicklung sei, "sie ist sicher noch nicht ausreichend". Die größte Baumaßnahme sei der "absolut unaufschiebbare Neubau des Feuerwehrhauses". Ein Bildungscampus würde Kronach aufwerten, ist er sich zudem sicher. Außerdem gelte es, die Verweildauer von Touristen in der Stadt zu erhöhen und natürlich weiter "das Ohr an der Wirtschaft zu haben".

Doch Beiergrößlein scheut die Herausforderungen nicht. Im Gegenteil: "Ich sprühe vor Tatkraft", sagt er. Leidenschaftlich sei er unterwegs und verspricht, "weiter mit ganzer Kraft für Kronach zu kämpfen".

Auszeichnung in Gold

Außerdem erhielt Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein am Donnerstagabend bei der Hauptversammlung des Kronacher Ortsverbandes die höchste Ehrung, nämlich die Ehrennadel der Freien Wähler in Gold.
Bezirksvorsitzender Klaus Förster erinnerte sich daran, wie ihm Beiergrößlein als Hoffnungsträger vorgestellt wurde. 1996 war Beiergrößlein Gründungsmitglied des Ortsverbandes, dessen Vorsitzender er ist. Zwölf Jahre war er einziges Stadtratsmitglied und seit 2008 ist er Bürgermeister der Kreisstadt - "mit großem Erfolg". Mit der Ehrennadel würdigte er Beiergrößleins "großartigen Einsatz für die Freien Wähler und Kronach".
Peter Meyer, Vizepräsident des bayerischen Landtags, bezeichnete Beiergrößlein als "fleißigen und erfolgreichen Bürgermeister". Es sei eine tolle Anerkennung, wenn andere Gruppierungen das auch so sehen, sprach er die Unterstützung Beiergrößleins durch die CSU-Fraktion an.
Dieser freute sich über die Überraschung: "Ich dank' euch von Herzen", sagte er. Die Auszeichnung sehe er als "Bestätigung, die nächsten Jahre, weiterzuarbeiten".