Im Jahre 1978 wurde eine Sandsteinmarter aus dem frühen 18. Jahrhundert an der Staatsstraße 2200 zwischen Dörfles und Kronach in Mitleidenschaft gezogen.

Ein schwerer Unfall mit Personen- und Sachschaden ereignete sich damals am 22. November 1978. Bis zu diesem Tag hat die Sandsteinmarter in einem Feld am Straßenrand gestanden. Zwischen der Straße und dem Feld verlief zudem der Straßengraben, der über all die Jahre einen gewissen Schutz bot.

Dieser Schutz nützte allerdings wenig, als ein Auto von der Straße abkam, über den Straßengraben geschleudert wurde und mit voller Wucht gegen die Marter prallte. Der Zusammenstoß war so stark, dass zentnerschwere Einzelteile nahezu 20 Meter durch die Luft über eine Zufahrtsstraße und einen tiefen Wassergraben ins gegenüberliegende Feld flogen.


Reparatur nicht unmöglich

Die Marter zersplitterte dabei in fünf Teile. Hinzu kamen etliche Beschädigungen an Sockel, Schaft, Kapitell und Aufsatz, die es fraglich erscheinen ließen, ob der einstige Zustand des Flurdenkmals je wieder hergestellt werden könnte.

Es bestand die Gefahr, dass dieses barocke Kleinod auf Grund seiner schweren Beschädigungen für immer verloren sein würde.

Um eine klare Auskunft zu bekommen, kontaktierte der Kreisheimatpfleger den akademischen Bildhauer Heinrich Schreiber und bat ihn um ein Gutachten. Dieser war davon überzeugt, dass eine Wiederherstellung unter Verwendung der zerstörten Einzelteile mit gleichzeitiger Ergänzung fehlender Teile zwar aufwendig und schwierig, aber möglich sei.

Mit dieser Aussage und Bewertung konnte die Restaurierung und Renovierung in Auftrag gegeben werden.
Bei der Wiederaufstellung ergaben sich jedoch weitere Schwierigkeiten, was den Aufstellungsort betraf, da der Ausbau der Staatsstraße 2200 bereits im Gespräch war. Diese Maßnahme hätte nach der Wiedererrichtung am alten Platz eine erneute Versetzung bedeutet.


Geschichte noch nicht belegt

So musste ein neuer, sicherer Standort gefunden werden. Mit ausdrücklichem Einverständnis des Besitzers verständigte man sich darauf, die Marter ungefähr 100 Meter westlich vom alten Standplatz entfernt, an den heute leider aufgelassenen Fußweg von Dörfles nach Kronach auf städtischen Grund zu stellen.

Da ein neues Fundament geschaffen werden musste, erklärten sich der Ökonom Josef Barnickel, der Apotheker Uwe Mohr und der Heimatpfleger Roland Graf bereit, dafür Sorge zu tragen. Gemeinsam schachteten sie die Grube aus und schufen mit Beton eine frostsichere Plattform für die Aufnahme des historischen Denkmals, dessen Entstehungsgeschichte nur als mündliche Überlieferung erhalten geblieben ist. So erzählt man sich, dass sich ein Bauer und ein Jude nicht handelseinig geworden seien. Der Handel soll schließlich in eine Schlägerei ausgeartet sein, wobei der Bauer den Juden erschlug.

Obwohl in die Marter die Inschrift "I. M. M. B. M. 1714" eingemeißelt ist, konnte bislang keine schriftliche Quelle zu dieser mündlich überlieferten Geschichte gefunden werden. Dass sich jedoch der Einsatz um die Erhaltung dieses religionsgeschichtlichen Denkmals gelohnt hat, dokumentiert das Foto nach der Wiederaufstellung.