Seinen Rückblick auf 50 Jahre Tischtennissport beginnt Georg Vorndran gleich mit einer netten Episode. Er erinnert an die Jahreshauptversammlung des FC Wacker Haig am 6. Januar 1964. Nachdem er aus Breitenloh zugezogen war, habe er - wie er erzählt - als "Reigschlafter" gegolten.

Als leidenschaftlicher Anhänger des Tischtennissports stellte er den Antrag, eine eigene Abteilung zu gründen, innerhalb derer diese Sportart betrieben werden sollte. Die Begeisterung der Vereinsführung habe sich jedoch in Grenzen gehalten. Nachdem der FC Wacker aber dringend einen Schriftführer suchte, kam ein Deal zustande: Georg Vorndran übernahm die Aufgabe und der Vorstand genehmigte die Gründung einer zusätzlichen Abteilung.

Seit diesem Tag ist die TT-Sparte fester Bestandteil des FC Wacker. Die Sportfreunde feierten ihr 50. Jubiläum. Georg Vorndran erinnert sich, dass am Anfang kein geeigneter Übungsraum zur Verfügung stand. Deshalb seien Training und Spiele über viele Jahre hinweg im Saal des Gasthauses Detsch ausgetragen worden. Mit der Fertigstellung des Sportheimes im Jahr 1975 hätten sich dann optimale Bedingungen ergeben, diesen Sport auszuüben.

Georg Vorndran hat die Tischtennisabteilung auch 25 Jahre selbst geleitet. "Ich bin fasziniert von dieser Sportart, die man auch im höheren Alter noch betreiben kann", sagt er.

Von Beginn der ersten Verbandsrunde an sei ein stetiger Aufwärtstrend zu verzeichnen gewesen. Bereits in der Serie 1967/68 habe erstmals die Meisterschaft in der Kreisliga I mit 18:0 Punkten errungen werden können.
Etwas Wehmut überkommt Vorndran, wenn er erzählt, dass von der Gründungsmannschaft bereits vier Spieler verstorben sind.

Wechselvoll sei die Geschichte der Abteilung in dem halben Jahrhundert gewesen. In Spitzenzeiten konnten vier Herrenmannschaften ins Rennen geschickt werden. Als absoluten sportlichen Höhepunkt nennt er den Aufstieg der 1. Garnitur in die Bezirksliga II Hof-Kronach in der Serie 2010/11.

Die Nachwuchsarbeit lag Georg Vorndran besonders am Herzen. Über lange Zeit hat er zwei Jugendmannschaften mitbetreut. An vier Tischen gleichzeitig habe er jeweils am Sonntag früh die Zehn- bis 14-Jährigen trainieren lassen. "Keine leichte Aufgabe", wie er sagt.

Kein Faschingssscherz

Er lacht, wenn er an die Gründung der Damenmannschaften zurückdenkt. "Am Faschingsdienstag 1980 haben mich einige junge Damen gefragt, ob ich sie im Tischtennis trainieren würde. Ich dachte, es handelt sich um einen Scherz und sagte leichtsinnig zu. Aber sie waren hartnäckig und nahmen mich beim Wort. So konnten gleich zwei Teams für den Spielbetrieb angemeldet werden", erzählt Vorndran.

Einen seiner größten sportlichen Erfolge errang er im Jahre 1988. Mit ihm gewann erstmals ein Spieler aus Haig das Turnier der Großgemeinde Stockheim. "Mein Wunsch ist es, einigermaßen gesund zu bleiben und noch ein paar Jahre spielen zu können. Darüber hinaus ist es mein Ziel, mit Blick auf die Zukunftssicherung bald wieder eine Jugendmannschaft ins Leben zu rufen", so Georg Vorndran. Der Jubilar wurde während der Veranstaltung für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Tischtennis-Abteilungsleiter Oliver Reinhardt hieß die Gäste im Haiger Sportheim willkommen. Er bedankte sich vor allem bei den Frauen der Spieler für deren Verständnis für die oftmalige Abwesenheit ihrer Männer. FC-Wacker-Vorsitzender Matthias Remmert freute sich über die großartigen Erfolge der TT-Sparte in den vergangenen Jahren.

Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth lobte die Aktivitäten der Haiger Sportler. Sie hätten dazu beigetragen, die Gemeinde Stockheim bekannt zu machen.

Kritisch setzte er sich mit dem immer mehr um sich greifenden Zukauf von auswärtigen Spielern auseinander. Hier fehle oftmals die Bindung an den Verein. "Bei aller Ernsthaftigkeit und bei allem sportlichen Ehrgeiz darf der Spaßfaktor nicht außer Acht gelassen werden", so Siegfried Weißerth.

Die Glückwünsche des TT-Kreises Kronach überbrachte dessen Vorsitzender Edgar Kraus. Er freute sich über die Begeisterung für den Tischtennissport, die in Haig erkennbar sei.