Mit großem Aufwand wird die Kreisstraße 28 im Ortsbereich von Steinberg neu gebaut, aber ein Gehweg für Anwohner der Wöhrleite fehlt. Deshalb gab es am Montag im Kreistag einen Disput zwischen Landrat Oswald Marr (SPD) und MdL Jürgen Baumgärtner (CSU).

Baumgärtner, selbst ein Steinberger, meint, in Bayern sei es nicht üblich, eine neue Straße zu bauen, ohne eine Gefahrenstelle zu beseitigen. Er bezeichnete es als einen Schildbürgerstreich, keinen Gehweg entlang der Kreisstraße anzulegen, um den Bürgern aus der Wöhrleite, die als drei Sackgassen von der Kreisstraße abzweigt, ein gefahrloseres Laufen zum Ortszentrum zu ermöglichen. Der Abgeordnete gab sich hartnäckig: "Die CSU wird nicht eher ruhen, bis das Problem gelöst ist!" Auf jeden Fall müsse nachgebessert werden.


Ein Kompromissvorschlag

Wie zu erfahren war, wollte der Kreis einen Gehweg entlang der Straße bauen, aber der entsprechende Grundstückseigentümer zeigte keine Bereitschaft zum Verkauf eines Streifens, weil er befürchtete, mit erheblichen Erschließungskosten und dem Winterdienst belastet zu werden. Baumgärtner brachte als Kompromissvorschlag Folgendes ein: "Wir kaufen einen so breiten Streifen zu Bodenrichtpreisen, dass für den Grundeigentümer keine Erschließungskosten anfallen, bauen einen Zaun und kümmern uns darum, dass er keine Schneelast bekommt." Das im Nachhinein und während der laufenden Baumaßnahme zu klären, sei schwierig. Aber man müsse zum Wohle aller nach vorne blicken, sich an einen Tisch setzen und eine Lösung erarbeiten.

Jürgen Baumgärtner brachte noch eine weitere Lösung des Gehwegproblems ins Gespräch: einen Weg zwischen dem oberen und unteren Teil der Wöhrleite zwischen Grundstücken anzulegen. Vom unteren Teil der Wöhrleite könnten die Fußgänger dann den ab dem Rathaus verlaufenden Gehweg nutzen. Es gab einmal Bereitschaft eines Grundeigentümers, einen Streifen für einen Gehweg abzutreten. Es soll aber Differenzen gegeben haben, so dass das Angebot zurückgezogen wurde.


Es gibt Lösungen

Einer der Anwohner aus der Wöhrleite, die von einem Gehweg an der Kreisstraße profitieren würden, ist Werner Henkel. Ein solcher Querweg wäre umständlich für ihn, weil er erst ein Stück der steilen Straße hoch laufen müsste, um dann nach unten zum Rathaus und zur Ortsmitte zu gelangen, sagte er.

Bei der Versammlung mit den Anliegern sei zugesagt worden, dass ein 50 Zentimeter breites Stück vom Berg weggenommen werde, damit die Leute neben der Straße nach unten gehen könnten, berichtete Henkel. Sein Vorschlag, L-Steine am Hang zu verlegen, die besser zu begehen wären als eine Schotterpiste, sei nicht weiter verfolgt worden. Dass dieses Teilstück der Kreisstraße immens gefährlich ist, bestätigte Werner Henkel: "Ich musste schon mehrfach einen Hechtsprung Richtung Hang machen, weil ein Auto aus Richtung Eibenberg angerast kam." Ein Tempo von 80 bis 90 ist laut Henkel keine Seltenheit. Er beklagte sich auch über die langen Umwege während der Bauzeit. Über den Glasbach betrage der neun Kilometer (einfach), über die Schäferei sei das nur 200 Meter kürzer, aber da müsse man hinterher in die Waschanlage fahren, weil das Auto so schmutzig sei.


Gefährliche Stelle

Gunther Dressel von der Tiefbauabteilung des Landratsamts, der die Baustelle überwacht, verwies darauf, dass das Anlegen eines Gehwegs Gemeindesache sei. Der vom Anlieger ins Gespräch gebrachte Randstreifen sei nie in der Planung gewesen. Die Straße hätte man nicht talseitig verlegen können, weil es dort schon eine Stützmauer gebe und eine gewisse Mindestbreite der Straße einzuhalten sei.

Bauunternehmer Anton Eidloth, der selbst in der Wöhrleite wohnt, hielte es für höchst gefährlich, den Gehsteig vom oberen Teil der Wöhrleite bis zum Hauseck, das bis an die Straße reicht, zu führen und dort eine neue Gefahrenstelle zu schaffen, weil die Leute dann vom Gehsteig auf die Straße wechseln müssten.