Eigentlich sollte nur über die Erneuerung des Bodenbelages im vom Musikverein Effelter genutzten Raum in der Schule abgestimmt werden. Und kaum war das durch, nutzte Sieglinde Eibl (SPD) die Gelegenheit, sich nach dem aktuellen Stand in Sachen Dorferneuerung Effelter zu erkundigen. Geendet hat das Ganze in einer Auseinandersetzung zwischen Bürgermeister Wolfgang Förtsch (CSU) und Wolfgang Hugel (Freie Wähler).
Förtsch erklärte, dass man eine Prioritätenliste beschlossen habe, auf der die Dorferneuerung Effelter nach hinten gerutscht ist, weil es sich dabei nicht um eine Pflichtaufgabe handelt. Man habe dafür schlichtweg kein Geld, ging er auf die angespannte Haushaltslage ein. "Es gibt Aufgaben, die kann man machen, wenn man Geld übrig hat. Wenn Sie mir sagen, wo wir Geld übrig haben, fangen wir morgen in Effelter an", so das Gemeindeoberhaupt in Richtung Sieglinde Eibl.
Er sei dem Amt für ländliche Entwicklung dankbar, dass es das Projekt nicht ganz sein lässt.
Sieglinde Eibl verwies auf Dorferneuerungsmaßnahmen "überall um uns herum". In all den Jahren, die sie im Gemeinderat schon miterlebt hat, sei es eigentlich immer so gewesen, dass man kein Geld hatte. "Da hätten wir nie etwas machen dürfen. Man muss sich halt dafür einsetzen und vor allem die Bürger mitnehmen", entgegnete sie.
Und dem schloss sich Wolfgang Hugel an: "Ich bin auch verärgert, extrem verärgert sogar. Das Geld ist eine Sache, aber es gibt bei dem Vorgang Dorferneuerung Effelter ja noch einige Punkte zu tun, die nichts kosten." Er verwies beispielsweise auf die Gründung einer Teilnehmergemeinschaft. "Nein, das macht keinen Sinn, eine Illusion aufzubauen. Hört endlich auf, den Leuten Sand in die Augen zu streuen und euch selbst in die Tasche zu lügen. Ihr tut den Leuten keinen Gefallen, wenn ihr Erwartungen weckt, die wir nicht halten können", entgegnete ihm das Gemeindeoberhaupt. Hugel konteret und behauptete, dass die Situation anders aussähe, "wenn der Bürgermeister dahinter stünde". "Das ist das letzte Mal, dass ich mir so etwas von dir bieten lasse", zeigte sich der Bürgermeister empört über Hugels Vorwurf. Petra Öhring und Ulrike Jakob (beide CSU) gingen dazwischen. "Im Rahmen der Haushaltsberatung werden wir feststellen, was wir uns leisten können. Fest steht, so dick haben wir es nicht", sagte Petra Öhring. Einig waren sich die beiden Frauen, dass "es nicht in Ordnung ist, das Thema einfach zwischen die Tagesordnungspunkte zu schieben".
"Wir sollten einen anderen Umgang pflegen. Es ist weder sinnvoll, Themen zwischen die Tagesordnungspunkte zu schieben, noch, uns gegenseitig anzuschreien", pflichtete Jochen Gleich (CSU) bei und wandte sich an Sieglinde Eibl: "Wir geben vier Millionen für eine neue Schule aus. Da kann man nun wirklich nicht sagen, die Gemeinde mache nichts". Er vertrat die Meinung, dass man die Effelterer über die neuen Entwicklungen informieren solle, ihnen aber auch nichts vormachen dürfe.
Bürgermeister Förtsch entschuldigte sich hinterher bei Hugel für seinen "Gefühlsausbruch" und ergänzte: "Du weißt es halt einfach nicht besser."