Eigentlich sollte er 4500 Euro von der Schwester seiner Lebensgefährtin an deren Mutter überbringen. Aus purer Geldnot ließ er sich zur Geldfälschung hinreißen, weil er Unterhalt für seine Kinder leisten und sein völlig überzogenes Girokonto auffüllen musste. Die Mutter entdeckte den Schwindel und so kam der Stein ins Rollen.

Ein umfassendes Geständnis, sein rundum dilettantisches Vorgehen sowie überzeugende Reue führten dazu, dass eine Geldfälschung in zwei Fällen für einen Angeklagten zu einer Verurteilung in einem minderschweren Fall führte. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Claudia Weilmünster verurteilte den 44-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Zur Auflage wird ihm gemacht, für die Dauer von einem Jahr für seine beiden Kinder an seine geschiedene Frau monatlich 500 Euro Unterhalt zu zahlen.

Der Angeklagte hatte von der Schwester seiner Lebensgefährtin einen Geldbetrag von 4500 Euro erhalten, den er in seine Heimatgemeinde bringen und sie deren Mutter zur Aufbewahrung übergeben sollte.

Da er in akuten finanziellen Schwierigkeiten steckte und seine Exfrau bereits mit dem Jugendamt gedroht hatte, wenn er seinen Unterhaltspflichten für die gemeinsamen Kinder nicht nachkomme, kopierte er die 500-Euro-Scheine mit Vorder - und Rückseite und klebte sie zusammen. Er nahm die ihm übergebenen Scheine aus der Tüte, steckte die Kopien hinein und übergab sie wie abgesprochen. Von den echten Scheinen zahlte er 2000 Euro an seine geschiedene Frau und 2500 Euro auf sein völlig überzogenes Girokonto ein. "Ich habe das Geld quasi ausgetauscht", sagte der Angeklagte geständig. Aber als die Mutter seiner Lebensgefährtin das Geld irgendwann zählen wollte, merkte sie, dass es nur Fotokopien waren. "Mein Mandant war daraufhin so verzweifelt und hat sich so geschämt, dass er Suizid begehen wollte. Er hat sich schriftlich und persönlich bei den Beteiligten entschuldigt", erklärte Rechtsanwalt Josef Geiger.

Staatsanwalt Christoph Gillot sah in seinem Plädoyer den Tatvorwurf voll bestätigt. Auf Grund des umfassenden Geständnisses stehe der Sachverhalt fest. "Es handelt sich bei Geldfälschung um ein Verbrechen, aber wir können hier von einem minderschweren Fall ausgehen", sagte er. Für den Angeklagten sprach vor allen Dingen außer seinem umfassenden Geständnis, dass seine Reue glaubhaft ist und die Sozialprognose positiv. Auch hat er das Geld binnen einer Woche zurückgezahlt und sich umfassend entschuldigt.

Rechtsanwalt Josef Geiger schloss sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an und meinte, sein Mandant bezeichne sein Verhalten jetzt im Nachhinein als "idiotisch". In ihrer Urteilsbegründung stellte Richterin Claudia Weilmünster fest, dass sich der Angeklagte voll eingelassen habe, geständig gewesen sei und sich reumütig gezeigt habe.