Das zweitägige Bergmannsfest mit Knappenverein, Bergmannskapelle und Förderverein "Bergbaugeschichte" gestaltete sich unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Rainer Detsch erneut zu einem eindrucksvollen Traditionsbekenntnis. Zu den Teilnehmern zählte an beiden Tagen auch eine starke Abordnung der Arbeitsgruppe König-Ludwig im Förderverein bergbauhistorischer Stätten des Ruhrreviers aus Recklinghausen, die seit 2010 enge Kontakte mit Stockheim pflegen und die musealen Aktivitäten bisher tatkräftig unterstützt haben.

Zum Auftakt erfolgte eine Führung auf dem Bergbau-Erlebnispfad Dachsbau durch Günther Scheler vom Arbeitskreis Bergbaumagazin. An beiden Tagen konnte das bergbauliche Magazin im Bauhof mit Gerätschaften aus der Bergbauära sowie der nachgebaute 20 Meter lange Bergwerksstollen des Knappenvereins in deutscher Türstockbauweise besichtigt werden.

Am Samstagabend hatte dann im Festzelt, das die Angelfreunde Haßlachtal entgegenkommend zur Verfügung stellten, der Musikverein Neukenroth seinen großen Auftritt. Dirigent Roman Steiger und seine 27 Musikanten sorgten für eine tolle Stimmung. Zum Auftakt begrüßten die Neukenrother, sozusagen als Einstimmung, die Besucher mit dem "Glückauf-Marsch", der Stockheimer Nationalhymne. Ein Grußwort durch Knappenvorsitzenden Heiko Eisenbeiß folgte, der insbesondere die intensive Freundschaft mit den Knappen aus Recklinghausen würdigte. So habe sich die Delegation aus dem Ruhrgebiet sehr lobend über die bergmännische Ausstellung in der Neukenrother Zecherhalle geäußert, die einen sehr großen Anklang gefunden habe.

Der Sonntag wurde eingeleitet mit einer Kirchenparade unter Vorantritt der Bergmannskapelle Stockheim. Den Festgottesdienst bereicherte im Gotteshaus St. Wolfgang unter der Leitung von Alexander Fröba in eindrucksvoller Weise die Sängergruppe des Volkstrachtenvereins Zechgemeinschaft Neukenroth.

Pfarrer Hans-Michael Dinkel erinnerte im Beisein von Diakon Wolfgang Fehn an die Glaubenstreue und Solidarität der Bergknappen im Haßlachtal. Beim Unglück im Jahre 1879 hätten die zwölf verschütteten Knappen ihre Glaubensstärke eindrucksvoll bewiesen.

Die Bergparade mit den Knappen und Vereinen aus der Großgemeinde Stockheim führte zum Festplatz auf der Katharinazeche, wo dann die Bergmannskapelle unter der Stabführung von Michael Botlik sehr gefällig musizierte. Zu den Ehrengästen zählten auch der Stellvertreter des Landrats, Bernd Steger, sowie der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz. Vorsitzender Eisenbeiß zeichnete für besondere Verdienste mit einem Geschenk und einer Ehrenurkunde Michael Lenker und Michael Rebhan aus.

Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Freundschaft mit den Knappen aus Recklinghausen, die stets viel Engagement gezeigt hätten. Das Bergmannsfest, so Detsch, sei auch weiterhin ein wichtiger Baustein zur Pflege der gemeinsamen Geschichte, der Bergbaugeschichte und zur Pflege der Gemeinschaft. Denn schließlich habe Stockheim dem Steinkohlenbergbau viel zu verdanken. Was auf dem Bergwerksgelände der ehemaligen Katharinazeche neu entsteht, solle man als Chance begreifen für die Gemeinde, für den Zusammenhalt und die Verbundenheit unter den sieben Gemeindeteilen. Rainer Detsch: "Die Darstellung unserer Bergbaugeschichte ist eine gute Möglichkeit, uns als Gemeinde hervorzuheben. Und das Bergmannsfest ist eine Bereicherung im Reigen unserer dörflichen Feste. Lasst uns also gemeinsam das Fest unserer sieben Dörfer der Gemeinde feiern, in der Tradition unserer Vorfahren, der Bergleute und ihrer Familien, in einer starken Gemeinschaft und einem guten Miteinander."

Zum Ausklang boten "Garry und Freunde" Unterhaltungsmusik. Die Einnahmen des Festes werden für den Erhalt und die Pflege der Stockheimer Bergbautradition verwendet.