In der Sitzung am Donnerstag legte sich der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrates Kronach erneut mit der Baubehörde im Landratsamt an. Die Mitglieder sind nicht mit deren Vorgaben und Vorgehen einverstanden. Dabei fürchtet man bereits weiteren Ärger, wenn das Landratsamt saniert wird.
Konkret ging es um eine Wiedervorlage eines Antrages auf Vorbescheid für das Penthouse ML, Um- und Ausbau des 2. Obergeschosses und des Dachgeschosses der ehemaligen Sparkasse in der Adolf-Kolping- Straße in Kronach. Dieser Antrag wurde in der Bauausschusssitzung am 15. September diskutiert. Damals wurde das gemeindliche Einvernehmen unter Auflage erteilt worden.

Wegen der besonderen Lage unmittelbar vor dem Altstadtensemble sollte die Firsthöhe des bisherigen Bestandes nicht überschritten werden. Das bedeutete, dass die geplante Firsthöhe um rund 50 Zentimeter gesenkt werden müsste, weil sie an der höchsten Stelle 15 Meter erreicht.


Meinung der Stadt

Die Genehmigungsbehörde im Landratsamt sah keine baurechtliche Grundlage für eine Verpflichtung zu einer Höhenreduzierung und beabsichtigt die Bauvoranfrage zu genehmigen. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) sah darin eine klare Stellungnahme. "Wenn es keine baurechtliche Verpflichtung gibt, sollten wir dem Landratsamt folgen", empfahl der Bürgermeister den Räten. Bernd Liebhardt (CSU) war dagegen der Auffassung, dass hier eine Regelungslücke bestehe. Man sollte versuchen, gegen die Vorgabe des Landratsamtes zu stimmen. "Wir können als Stadt anderer Meinung sein wie das Landratsamt, denn der nächste Antrag der kommen wird, wird wohl die Aufstockung des Landratsamtes sein, welche ebenso das Stadtbild beeinträchtigen wird", mutmaßte Liebhardt.

Wolfgang Hümmer (CSU) meinte, man solle bei der bisherigen Meinung bleiben. Es seien schon Fehler gemacht worden in der Güterstraße, "wir müssen diese nicht weiter fortführen". Auch Angela Degen-Madaus (FL) schloss sich dem an und meinte, man solle einer Erhöhung nicht zustimmen.

Stadtplaner Daniel Gerber bekräftigte, dass es keine rechtliche Grundlage zur Ablehnung der Erhöhung der Firsthöhe gebe. Hans-Georg Simon (FW) meinte deshalb, man solle sich nicht blamieren: "Wir machen uns lächerlich in der Öffentlichkeit, wenn wir schlauer sein wollen als die Genehmigungsbehörde. Das Gesetz ist da", mahnte er und forderte die Revidierung des Beschlusses. Auch Hans Simon (SPD) sah es juristisch als eindeutig, den Beschluss zu revidieren.

Mit 5:4-Stimmen wurde der Beschluss vom 15. September wieder bestätigt und das gemeindliche Einvernehmen zu einer Erhöhung der Firsthöhe um 0,50 Meter abermals nicht erteilt.


Haus wird umfunktioniert

Einer Nutzungsänderung der Turnerheimgaststätte in eine Tagespflegestätte wurde das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt. Zwar bedauerte man, dass eine Traditionsgaststätte vor der Schließung stehe, andererseits aber sei es zu begrüßen, dass sich der Inhaber, die Turnerschaft Kronach, lange darüber Gedanken machte, wie das Haus wirtschaftlich erhalten werden kann.

Jörg Schnappauf, Vorsitzender der TS Kronach, erklärte, dass das letzte Wort erst in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. Dezember gesprochen werde. Erst wenn die Mitgliederversammlung zustimme, wovon er ausgehe, könne ein Vertrag unterzeichnet werden.

Insgesamt begrüßten die Räte die Lösung zur Nutzungsänderung in eine Tagespflegestätte, die Lage sei für Senioren hervorragend geeignet. Nur mit Auflagen wurde einem Ausbau des Dachgeschosses und Aufbau einer Dachgaube eines Gebäudes in Friesen das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Einem Antrag auf Um- und Anbaumaßnahmen am vorhandenen Wohnhaus in der Max- Reger- Straße in Kronach wurde das gemeindliche Einvernehmen nur unter mehreren Auflagen erteilt.

Für die gute Vorbereitung des Beschlussvorschlages gab es Lob von Hans-Georg Simon an Stadtplaner Daniel Gerber, der durch Vorgespräche mit dem Bauherrn etliche Unstimmigkeiten abklären konnte.
Als positiv bewertete das Stadtoberhaupt einen Antrag der Montessori-Fördergemeinschaft Kronach und Umgebung auf Anbau einer Außentreppe aus Stahl am Schulungsgebäude in der Haßlachgasse. Hier wird eine Fachoberschule entstehen, erklärte Beiergrößlein, diese werde aber nicht mit der Fachoberschule in Ludwigsstadt tangieren, fügte er hinzu. Das Einzugsgebiet der Schüler werde sich außer Kronach auch auf Kulmbach und Lichtenfels beziehen. Mit der Auflage, statt zwei Werbelogos nur ein Logo anzubringen, wurde dem Antrag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.