Waren das noch Zeiten, als jeder zu Hause seinen eigenen Plattenschrank hatte und Konzerte für heimische Bands eine sichere Bank waren. Inzwischen sind die Zeiten rauer geworden.

Die Musiker der Gruppe "Perlaine", auferstanden aus den Ruinen der Kronacher Band "Sunburn", können davon ein Lied singen. Den Stürmen der digitalisierten Welt zum Trotz haben sie sich ihre Liebe zur Musik nicht nehmen lassen. Und sie haben die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, als ihnen der Kleinkunstverein "Tecnet Obermain" anbot, am Samstag, 20. April, ab 20 Uhr im "Tecnet Zentrum" in Burkersdorf zu spielen.

Auftritte sind heutzutage dünn gesät. Das weiß auch Gitarrist Lars Bischoff: "Die Jugend besucht nicht mehr so häufig Konzerte mit Bands, die eigene Lieder schreiben. Dadurch wird das Risiko für den Veranstalter größer. Auch das Clubsterben macht die Sache nicht einfacher."

Aufbruch zu neuen Ufern

Umso mehr freuen sich die Musiker auf ihren Auftritt in Burkersdorf, der ihnen die Gelegenheit bietet, die Stücke ihres aktuellen Albums "A Journey Into The Inside Of Things Just Known From The Outside" vorzustellen. Die Musiker freuen sich über den Anklang, den die Scheibe bei den Medien gefunden hat. "Der Song ,Right Before My Eyes‘ läuft seit längerem auf verschiedenen Rock- und Uniradiosendern, zum Teil sogar in Dauerrotation", berichtet Bischoff freudestrahlend.

Die Akteure sind auf ihrem aktuellen Opus wagemutiger, experimentierfreudiger geworden, haben das enge Korsett aus Grunge, Metal und Hardrock abgestreift, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. "Es war für uns wie ein Aufbruch zu neuen Ufern", bringt es Sänger Ferdinando Reinl auf den Punkt.

Im Studio hatten die Musiker ungewohnte stimmliche Unterstützung vom "Mainline Gospel-Chor" erhalten. Die Live-Umsetzung bei einem Festival in der Altenkunstadter Kleinkunstkneipe "Nepomuk" geriet jedoch nicht zur musikalischen Sternstunde: Der satte Chorgesang des Albums kam bei den Liedern "Cliffs Of Dover" und "Right Before My Eyes" etwas dünn daher, wurde von den lauten Gitarren in den Hintergrund gedrängt. Daran gibt es auch für Reinl nichts zu beschönigen: "Auf Grund technischer Probleme hat das Zusammenspiel nicht so funktioniert, wie wir es uns gedacht hatten. Die Singgemeinschaft war daran nicht schuld. Sie hat ihren Part einwandfrei gemacht."

Positives Echo

Was nicht ist, kann ja noch werden: Die Musiker, die von Haus aus offen für Herausforderungen sind, sind einer Neuauflage nicht abgeneigt. "Wenn uns die perfekte Technik und professionelle Leute zur Verfügung stehen, dann nehmen wir das Ganze gerne noch einmal in Angriff", lässt Ferdinando Reindl die Fans wissen.

Das positive Echo in den Medien kurbelte zwar die Verkaufszahlen an, doch zu mehr Konzerten hat es ihnen nicht verholfen. An Letzterem stören sich die Musiker, die sich die Tugend der Bescheidenheit auf ihre Fahnen geschrieben haben, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: "Wir freuen uns über jeden, der zu unseren Konzerten kommt", sagt Bischoff.