Viele Menschen verschanzten sich hinter Vorurteilen und verschlossen sich vor dem Fremden, obwohl sie in derselben Gesellschaft zusammen lebten. "Dabei ist doch gerade das gegenseitige Kennenlernen der beste Weg zum Abbau von Vorurteilen und zum respektvollen und friedlichen Umgang miteinander", stellte Karin Reißenweber fest.
Im Beisein interessierter Bürger und von Vertretern aus Politik und Kirche eröffnete die stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Bildungswerks Kronach zusammen mit Odette Eisenträger-Sarter vom Aktionskreis die interreligiöse Wanderausstellung "DialogTüren" in der ehemaligen Synagoge in Kronach.

Austausch ist wichtig

Nach den Worten von Karin Reißenweber greift die Exposition ein Thema auf, das zu allen Zeiten notwendig war, derzeit aber eine besonders wichtige Aufgabe darstellt, nämlich das Gespräch mit Menschen unterschiedlicher Religionen. Der enger gewordene Kontakt mit Vertretern anderer kultureller und religiöser Prägung führe mitunter zu Verunsicherung, stellte die stellvertretende Vorsitzende fest.
Mit dieser Ausstellung in der Kronacher Synagoge möchte das Evangelische Bildungswerks Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Dialog können Schranken durchbrechen und Brücken bauen. Er fördere zudem die Akzeptanz im privaten und öffentlichen Raum und trage zum Abbau von Vorurteilen bei.
Karin Reißenweber sieht in der Ausstellung die Chance, den eigenen Glauben an der Grenze zu anderen Religionen und im Austausch mit ihnen zu verstehen, zu praktizieren und zu vermitteln. Als Beitrag zur Verständigung unter den Religionen wertete auch Odette Eisenträge-Sarter von Aktionskreis Synagoge diese Exposition, ebenso wie Marina Schmitt, die im Namen von Bürgermeister und Stadtrat herzliche Grüße überbrachte.

Religion auf 20 Tafeln

Schließlich führte der Leiter des Evangelischen Bildungswerks, Joachim Wegner, in die Ausstellung ein. Fünf Türen mit insgesamt 20 Tafeln eröffnen dem Besucher der Ausstellung Themen zum Dialog der Religionen. Dabei geht es um Positionen der Religionen zum Dialog, um Vorurteile in der Begegnung, um interreligiöses Lernen und Formen des Gebetes und der Kontemplation, aber auch um gemeinsame Visionen der Religionen für den Frieden.
Die Ausstellung weist auf konkrete Anknüpfungspunkte hin, wie der Dialog mit Angehörigen anderer Religionen beginnen kann und wie interreligiöse Lernprozesse ermöglicht werden. Eine Säule bietet die Möglichkeit Songs zum Thema, Interviews, Gebete der Religionen oder Zitate aus historischen Ansprachen zu hören. Ein Schreibpult lädt ein, eigene Hoffnungsvisionen oder Erfahrungen im Dialog der Religionen niederzuschreiben und mit anderen zu teilen.

Noch bis zum 5. Juni

Karin Reißenweber dankte den Aktionskreis Synagoge für die Gastfreundschaft und wünschte der Ausstellung, die bis zum 5. Juni geöffnet ist, ein interessiertes Publikum.