Pfarrer Jay Wiederanders wurde in Ludwigsstadt feierlich in den Ruhestand verabschiedet. 15 Jahre war der aus Amerika stammende evangelische Pfarrer in Steinbach an der Haide und Ludwigsstadt tätig. Darüber hinaus verrichtete er seinen Dienst in der gesamten Rennsteigregion.

Der örtliche Pfarrer Albrecht Bischof sprach deshalb von einem großen Verlust. "Ich hoffe, dass ich nicht alleingelassen bin", meinte er mit Blick auf die Nachfolgeregelung. Auch wenn der Abschied schwerfällt, so zeigt dies, dass die zeitliche Gemeinsamkeiten auch Grenzen haben, vor Gott und den Nächsten, sagte Bischof.
Nach dem Abschiedsgottesdienst mit mehreren Kollegen gab es im Anschluss eine Abschiedsfeier im Gemeindezentrum, die der Kirchenvorstand organsiert hatte. Pfarrer Jay Wiederanders meinte, dass er sich als "Spätberufener" immer auf Jesus, um den es eigentlich geht, konzentriert habe.


Fokus auf Jesus

Jesus habe die Menschen formen und heilig machen wollen. Gottes Weisheit und Gottes Liebe hätten deshalb immer im Zentrum seines Tuns gestanden. Von der Liebe Gottes angetrieben, sei er auch ein aktiver Stein esammler. Wenn mehrere Steine zusammenkämen, gebe es Reibung. Dieser Begriff sei aber nicht immer negativ auszulegen, so Wiederanders. Mit einer Urkunde verabschiedete Dekanin Dorothea Richter den beliebten Pfarrer. "Jetzt ist es amtlich", sagte sie bei der Übergabe des Abschiedsdokuments.


"Hängengeblieben"

Als amerikanischer Student sei er nach Deutschland gekommen und habe hier auch seine Frau kennengelernt. Nach Münchberg und Steinsfeld bei Rothenburg habe Jay Wiederanders vor 15 Jahren dann die Pfarrstelle hier in der Rennsteigregion angetreten.

Als "Brückenbauer" habe er sich nicht nur für den gemeinsamen Gemeindebrief Verdienste erworben. Auch bei der Dekanatsfusion sei er ein zuverlässiger Partner und Vermittler gewesen, so Richter. Mit der Musik und der Verkündigung des Evangeliums habe der die Menschen im Herzen erreicht, meinte die Dekanin.

Für junge Leute sei er ein wichtiger Ansprechpartner gewesen und als Kinderfreund hatte er ein ganz seltenes Naturtalent im Umgang mit den Jüngsten. "Sie haben in den Kindertagesstätten große Spuren hinterlassen", sagte Dekanin Dorothea Richter. Zusammen mit seiner Frau Angelika, die als Organistin und "Büroleiterin" ihrem Mann zu Seite stand, wird es dem Pfarrer zum Jahresende nach Rottenburg ziehen. Bis dahin steht er frei von dienstlichen Pflichten der Gemeinde noch "freiwillig" zur Verfügung.