Der Fußgängerüberweg in Höhe der Firma Loewe in der Industriestraße bleibt. Das hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Kronach hat in seiner Sitzung am Donnerstag entschieden.

Die Geschäftsleitung der Firma Hans Weber Maschinenfabrik stellte den Antrag auf Beseitigung und Rückbau des Fußgängerüberwegs. In der Begründung wurde angeführt, dass die Nutzung der Überquerungshilfe in den letzten Jahren und Monaten aufgrund gesunkener Beschäftigtenzahl deutlich nachgelassen habe.

Die Verwaltung der Stadt Kronach informierte, dass der Fußgängerüberweg vor 14 Jahren unter finanzieller Beteiligung der Firma Loewe eingerichtet worden sei. Es habe sich gezeigt, dass diese Maßnahme eine deutliche Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger mit sich brachte.

Derzeit seien noch rund 500 Mitarbeiter bei Loewe beschäftigt, die nach wie vor ihre Fahrzeuge auf dem Großparkplatz auf der von der Firma gegenüberliegenden Straßenseite abstellten.

Aufgrund der Tatsache, dass die Stadt Kronach die Grundstücke einschließlich aller darauf befindlichen Gebäude in diesem Jahr erworben habe, seien anderweitige Nutzungsmöglichkeiten auf dem Gelände in naher Zukunft vorgesehen. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein nannte in diesem Zusammenhang das Technologiezentrum Kronach mit zwei geplanten Studiengängen und auch das Gründerzentrum könnte sich hier ansiedeln.

Aus diesen Gründen wäre es kontraproduktiv, den Fußgängerüberweg zum jetzigen Zeitpunkt aufzuheben und abzubauen, meinte der Bürgermeister und erhielt aus dem Gremium einstimmig Zustimmung.

Der Verwaltungsausschuss beschloss die Umgestaltung des Denkmals für die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger in der Zeit des so genannten "Dritten Reichs". Den Auftrag hierzu erhielt die Firma Matthias Ebert, Friesen zum Preis von 2284 Euro.

Namenstafel wird erneuert

Vorangegangen war ein Antrag des Arbeitskreises Synagoge, der die Überarbeitung und Umgestaltung des 1964 errichteten Denkmals am Friedhof anregte. Bei seiner Jahreshauptversammlung am 6. November beschloss der Arbeitskreis Synagoge einstimmig, lediglich eine minimale Umgestaltung vorzunehmen. Das Denkmal soll in seiner Gestaltung von 1964 erhalten bleiben, erläuterte Hauptamtsleiter Stefan Wicklein.

Die Namenstafel wird erneuert und mit 16 Namen und der Überschrift "Ermordet wurden", versehen. Direkt vor dem Gedenkstein soll eine 50 Zentimeter tiefe Abdeckplatte in die Anpflanzung eingebracht werden, um die Sicht auf die Inschrift "von den bigotten Ansichten die das menschliche Gemüt verrohen, ist keine so töricht wie der Antisemitismus. Er hat keine Berechtigung in der Vernunft, ist nicht auf Glauben gegründet, sucht kein Ideal, sondern ist eine jener feuchten Sumpfpflanzen die im Morast des Rassenhasses wachsen - Lloyd George 1923" freizuhalten.