Der Markt Pressig muss wohl erneut zur Erhaltung seines Schulstandorts tief in die Kasse greifen. Der Gemeinderatssitzung am Montag ging eine Besichtigung der sogenannten "Weißen Schule" voraus. Hier entstanden in jüngster Zeit enorme Fußbodenaufbrüche und Risse im Eingangsflur und im Bereich Treppenhaus, informierte Bürgermeister Hans Pietz (FW) beim Ortstermin.

Kämmerer Heinrich Grebner sah dringenden Handlungsbedarf, da mittlerweile Unfallgefahr für die Schulkinder besteht. In den Räumen der Weißen Schule werden vier Klassen der Grund- und Mittelschule Pressig (6. 7. und 9. Klasse) unterrichtet. Ursprünglich stand zur Debatte, den Boden zu erneuern. Doch die Schule wird 45 Jahre alt und so stellt sich die Frage einer Generalsanierung, denn auch andere Räume, wie Toiletten und Heizung sowie energetische sowie räumliche Ausstattungen sind nicht mehr zeitgemäß.

Dazu habe man noch ein "heißes Feuer", die mögliche Wirtschaftsschule mit Standort in Pressig, so dass sich wohl eine Generalsanierung überlegen lasse, sagte Grebner. Bei der Fußbodenerneuerung müsse man mit Kosten von etwa 15 000 Euro rechnen, bei einer Generalsanierung stünden wohl 1,2 Millionen Euro im Raum. Käme eine Wirtschaftsschule nach Pressig so könnte auch ein Abriss und Neuaufbau zur Diskussion stehen. Daher schlug Kämmerer Grebner vor, zweigleisig zu fahren.

Um Zuschussmöglichkeiten für eine Generalsanierung wie auch für einen Abriss und Neuaufbau des Gebäudes mit weiteren Räumlichkeiten wahrzunehmen, will man einen Zuschussantrag an die Regierung stellen und wegen der Dringlichkeit der Bodenerneuerung einen vorzeitigen Baubeginn beantragen.

Erneuern und versiegeln

Der Boden könnte vorerst erneuert und versiegelt werden, um der bestehenden Unfallgefahr entgegenzuwirken. Gleichzeitig erhält man sich die Option für eine Generalsanierung oder - noch weitergehend - auch für einen Abriss und Neubau und Erweiterung um zwei weitere Räume.

Bürgermeister Pietz sprach von guten Aussichten, dass Pressig Wirtschaftsschulstandort wird. Die Entscheidung werde bis Sommer dieses Jahres erwartet, so dass bei optimistischer Sicht die Realisierung und Integration der Wirtschafsschule zum Schuljahr 2016/2017 möglich wäre.

Schließlich kam es zum einstimmigen Beschluss, von der Regierung von Oberfranken nach schulaufsichtlicher Genehmigung prüfen zu lassen, inwieweit ein Zuschuss für eine Generalsanierung, unter Berücksichtigung des vorzeitigen Baubeginns einer Bodensanierung, genehmigt werden kann.

Recht zufrieden dürfe sich der Markt Pressig mit der Entwicklung im Naturerlebnisbad in Rothenkirchen zeigen, sagte der Bürgermeister nach dem Vortrag von Kämmerer Grebner über den Geschäftsbericht des Jahres 2014. Es würden noch mehr Idealisten gebraucht, die sich für den Kioskbetrieb oder als Badeaufsicht zur Verfügung stellen, sowie dies einige Mitglieder des Schwimm- und Sportvereins in vorbildlicher Weise tun.

Das Naturerlebnisbad wird vom Schwimm- und Sportverein im Markt Pressig betrieben. Für die abgelaufene Saison beteiligt sich der Markt Pressig mit einem Zuschuss von rund 22 000 Euro am Defizit der Badesaison und zusätzlich wurden durch einen früheren Beschluss 15 000 Euro für die Anschaffung eines neuen Kassenautomaten gewährt.

Kein klassischer Badesommer

Der 490 Mitglieder zählende Verein sei mit der abgelaufenen Saison nicht zufrieden. Es sei kein klassischer Badesommer gewesen, stellte Grebner bei der Nennung der Besucherzahl von 7500 fest. Es habe schon Sommer mit fast doppelt so hoher Besucherzahl gegben.

Gegen die Stimme von Michael Pütterich (SPD) stimmte das Gremium der Verlängerung einer Sanierungsvereinbarung für das Objekt "Schwarzer Adler" zu. Im Rahmen der Städtebauförderung beteiligt sich die Regierung von Oberfranken mit einer Fördersumme von rund 33 000 Euro für Fassadenverschönerungen und eine Baustraße.

Die Gemeinde übernimmt einen Kostenanteil von rund 12 000 Euro, wobei dieser Zuschuss erst nach Vollendung der Baumaßnahmen, die bis Ende 2015 befristet sind, ausbezahlt wird. Michael Pütterich zweifelte an der Sinnhaftigkeit und am Durchführungswillen der Maßnahme, nachdem die Förderungsfrist schon zweimal verstrichen ist, ohne dass Baumaßnahmen stattfanden.

Einstimmig wurden die Planungsleistungen zum Ausbau der Erhard- Klammt- Straße an das Ingenieurbüro HTS-Plan, Kronach, zu einem Gesamthonorar von 54 121 Euro vergeben. Mit einstimmigem Votum stimmten die Räte auch dem Jahresbetriebsplan 2015 des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Kulmbach, für den Gemeindewald zu. Ausgaben in Höhe von 15 825 Euro stehen hier die Einnahmen von 27 625 Euro gegenüber.

Nicht gerade ein Blickfang

Kai Baumstark erkundigte sich nach dem Besitzstand des leer stehenden Gebäudes Frauenhofer in Rothenkirchen. Das Gebäude zerfalle und das Anwesen sei alles andere als ein Blickfang im Ortskern von Rothenkirchen. Ob man da seitens des Marktes Pressig nichts unternehmen könne, wollte er wissen. Das Gebäude sei sicher ein Problem. Die Gemeinde habe schon Arbeiten gegen Rechnung übernommen, aber das Geld blieb aus.

Ein Fußweg in Richtung Pressig müsse in Ordnung gebracht werden, regte Baumstark an und bekam die Zusicherung vom Bürgermeister, dass man sich darum kümmern werde. Lob und Dank gab es vom Bürgermeister für die Vereine und Organisatoren des Faschingsumzugs in Rothenkirchen.