Stefan Wicklein ist regelmäßig auf der Baustelle und sieht das neue Feuerwehrzentrum in der Rodacher Straße wachsen. Jetzt erkennt man, dass es vorangeht, weil die großen Betonteile für die Fahrzeughallen stehen, die Betonwände für die Funktionsräume eingeschalt sind oder werden.

Was lange gedauert hat - und wo der Außenstehende keinen Baufortschritt erkennen konnte - waren die Baugrundvorbereitungen. Der Untergrund musste so gefestigt werden, dass er die Last des Gebäudekomplexes auch tragen kann. Es gab Lastplattenversuche. Die dauerten.

Aber jetzt geht's zügig voran. Was als Beton-Fertigteile einzuheben war, wurde in Fertigbauweise errichtet, zum Beispiel die Säulen und Träger für die Fahrzeughalle. Die Mauern für die Außenwände wurden und werden in Ortbeton gegossen, die Zwischenwände mit Ziegelsteinen gemauert.

"Jede Woche gibt es ein Jour fixe mit allen Firmen, den Planern und der Stadt. Das dient der Abstimmung, damit zeitnah auf Probleme reagiert werden kann", berichtet Wicklein. Alle drei bis vier Wochen ist ein Nutzer-Jour-fixe angesetzt. Da sind dann auch die Feuerwehr und der Landkreis mit dabei und es werden Dinge besprochen, die die Nutzer betreffen.


Es geht zügig voran

Drei Gewerke sind bereits vergeben, unter anderem das Hauptgewerk Rohbau. "Weitere Ausschreibungen, zum Beispiel für Zimmerer und Dachdecker, sind schon draußen" berichtet Wicklein. Beim Rohbau geht es zügig voran. Dabei arbeiten die verschiedenen Bautrupps für Streifenfundamente, Betonboden, Wände etc. Hand in Hand und im Rotationsverfahren. Wenn ein Trupp fertig ist, macht sofort der nächste weiter. Das Material für die Bauarbeiter hebt ein 45 Meter hoher Kran mit 62 Metern Ausladung ein. Damit kann man fast jeden Winkel der Baustelle erreichen. Den Kostenrahmen für den Anteil der Stadt am Komplex wird man wahrscheinlich einhalten, berichtet Wicklein. Bisher habe es keine bösen Überraschungen gegeben. Lediglich im Straßenkörper des ehemaligen Mittelstraßenteilstücks habe sich neben Asphalt auch Teer befunden, den man getrennt habe entsorgen müssen.

Der Rohbau soll im Frühjahr stehen. Bis dahin wird auch der 15 Meter hohe Übungsturm, der im Anschluss an den Gebäudekomplex Richtung Schulzentrum erstellt wird, fertig sein.


Elf Fahrzeuge und zwölf Hänger

Stefan Wicklein verweist darauf, dass beim Bau so viel eingespart wird wie möglich. Beispielsweise werden die Stellplätze für die Fahrzeuge nicht betoniert und gefliest, sondern - wie der Außenbereich auch - gepflastert. "Die Fahrzeuge der Feuerwehr sind sehr gut gewartet. Die Gefahr, dass gefährliche Flüssigkeiten in den Untergrund geraten könnten, ist eigentlich nicht gegeben", betont Stefan Wicklein. Mit diesem Boden für die geparkten Fahrzeuge betritt die Feuerwehr Kronach Neuland, denn bisher stehen Feuerwehrautos eigentlich auf Betonböden, die zum Teil gefliest sind.

Apropos Fahrzeuge: Elf Fahrzeuge und zwölf Hänger der Kronacher Wehr werden im neuen Feuerwehrkomplex untergestellt werden können. Lediglich ein Fahrzeug verbleibt in der Oberen Stadt. Im Moment hat die Kronacher Wehr fünf verschiedene Unterstellmöglichkeiten. Vier davon werden, wenn der Neubau an der Rodacher Straße bezogen werden kann, komplett aufgelöst, der Standort in der Oberen Stadt wird für ein Fahrzeug verkleinert.

Bäume, die man in den Komplex integrieren konnte, werden stehen gelassen und geschützt. Leider waren auch Bäume im Weg und mussten weichen. Aber es gibt Ersatzpflanzungen, so dass nach Fertigstellung des Feuerwehrkomplexes mehr Grün auf dem Areal stehen wird als zuvor.


Der Komplex hat keinen Keller

Für die Privatautos der alarmierten Wehrleute werden zwischen dem Gebäudekomplex und der Bundesstraße rund 50 Parkplätze geschaffen. Die Autofahrer können von drei Seiten aus zu den Parkplätzen fahren.

Das neue Feuerwehrzentrum hat keinen Keller. Alle Funktionsräume, die sonst im Kellerbereich untergebracht werden, sind im Erd- oder Obergeschoss vorgesehen.


Das Atemschutzzentrum

Auch mit dem Atemschutzzentrum des Landkreises geht es zügig vorwärts. Kreisbrandmeister Wolfgang Weidenhammer, verantwortlich für die norm- und plangerechte Umsetzung des Baus des neuen Atemschutzzentrums, und Kreiskämmerer Günther Daum sind sehr zufrieden. "Kosten- und zeitmäßig ist alles im Plan", berichtet Daum von den Ergebnissen des regelmäßigen Jour fixe.

Wolfgang Weidenhammer kann von seinem Arbeitsplatz bei Loewe auf die Baustelle blicken und ist beeindruckt, was die Bauleute können und welche Technologien sie einsetzen. "Hut ab vor diesen Arbeitern", lobte Weidenhammer die enorme Geschwindigkeit, mit der der Bau nach oben wächst. "Das macht Spaß, zuzusehen. Die bauen das wie ein Schneckenhaus. Das gefällt mir." Jetzt hofft er, dass das Wetter mitspielt und man bis weit in den Dezember hinein schaffen kann. Man mache sich schon Gedanken, wie die Außen- und Innentüren aussehen sollen und plane die Werkstätten. "Wir werden aber nichts anschaffen, was den Rahmen sprengt. Aber bis jetzt sind wir im grünen Bereich."