Der Präsident der Hochschule Coburg, Michael Pötzl, sprach am Donnerstag davon, dass am 15. März 2016 für Kronach und Coburg eine neue Zeitrechnung beginne, wenn die Studierenden des Master-Studiengangs "Zukunftsdesign" ihren ersten Vorlesungstag haben. In der "Querdenkfabrik" sollen Impulse gesetzt werden.
Kronach ist dann zwar noch keine Hochschulstadt, aber ein Lernort der Hochschule Coburg, ein Lernort, der auf die Zukunft ausgerichtet ist. Und die Coburger sparen nicht mit Manpower: 15 Professoren betreuen das Projekt. "Das ist außergewöhnlich!", stellte Präsident Pötzl fest. Aber nicht nur Coburger Professoren sind in den Studiengang eingebunden, auch externe Kooperationspartner werden mitwirken.


Professoren vor Ort

Um den neuen Studiengang vorzustellen, waren vier Professoren der Hochschule Coburg in den Kronacher Innovations-Campus gekommen, wo während der Semester Seminare stattfinden. Die vier promovierten Professoren Michael Pötzl, Kai Hiltmann, Michael Lichtlein und Lutz Schneider sprühten vor Motivation und wollen diese auch auf die Studierenden übertragen. Die dürfen aus allen möglichen Richtungen kommen: Angehende Ingenieure sind genauso recht wie künftige Naturwissenschaftler, Theaterwissenschaftler oder Psychologen. Nur innovationsfreudig sollen sie sein, die Zukunft gestalten wollen, denn sie studieren ja "Zukunftsdesign".
Michael Lichtlein stellte klar: "Wir lösen uns komplett von der Fachwissenschaft!"

IHK-Vizepräsident Hans Rebhan hob den Alleinstellungscharakter des Studiengangs hervor, der weit über die Region hinausstrahle. Ein wichtiges Etappenziel sei erreicht. Rebhan erinnerte, dass "Zukunftsdesign" ein Ergebnis der Kabinettsausschusssitzung in Kronach sei. Bereits 2009 habe man über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen, 2012 sei das IZK (Innovationszentrum Kronach) gegründet worden.

Die Region Kronach-Coburg werde von vielen Menschen nicht als innovativ wahrgenommen. "Das ist aber nicht so. Wir haben viele hervorragende Firmen!" Nur 40 Prozent der Mittelständler seien auf die Zukunft ausgerichtet. Viele verfolgten die gefährliche Ein-Produkt-Strategie.


Untereinander vernetzen

Das sah auch Kai Hiltmann so: "Wir haben eine mittelständische, sehr gut aufgestellte Industrie, die mit ihrer täglichen Arbeit zu tun hat und keine strategische Ausrichtung verfolgt. Die sollen sich untereinander vernetzen und Defizite ausgleichen. Wir wollen der Innovationsclub der Region sein."

Präsident Michael Pötzl sah viele Möglichkeiten für den neuen Studiengang und war auch zuversichtlich, dass es Zulauf gibt, denn schließlich "kommen viele Studierende der Hochschule Coburg aus Kronach". Man spreche mit dem neuen Studiengang Studierende an, die in der Wirtschaft Verantwortung hätten oder anstrebten. Es wäre wünschenswert, wenn die Studierenden den Stallgeruch der Wirtschaft mitbrächten, denn schließlich sollten sie das Projekt mittragen. Zielgruppe seien Leute mit Berufserfahrung, denn geteiltes Wissen sei doppeltes Wissen. Mit jedem Interessenten für den neuen Studiengang werde man ein Beratungsgespräch führen.

Der neue Studiengang sei auch eine Riesenchance für die Unternehmen, weil keine Studiengebühren anfielen. "Und wir haben die Mittel, ujm die Schlagzahl zu erhöhen", stellte Michael Pötzl in Aussicht.

Mark Hoffmann, Koordinator des Studiengangs der Hochschule Coburg, betonte: "Wir lernen von-, mit- und füreinander!"


Der neue Studiengang "Zukunftsdesign"

Zugang Voraussetzung ist ein erster Hochschulabschluss (Bachelor, Diplom, Magister). Berufserfahrung ist erwünscht.

Zielgruppe Menschen, die sich persönlich weiterentwickeln wollen, die neugierig sind und Entwicklungen nach vorne bringen wollen. Führungsaufgabe in Unternehmen werden angestrebt.

Studium Teilzeit, auch berufsbegleitend studierbar; Regelstudienzeit: fünf Semester; Lernorte: Kronach und Coburg; Abschluss: Master of Arts. Pro Semester sind 500 bis 600 Stunden zu absolvieren, aber nicht alle im Campus. Die Präsenzpflicht ist deutlich geringer.

Organisation Lehrveranstaltungen sind vorrangig am Freitagnachmittag und am Samstag. Zu Beginn und am Ende des Semesters finden Blockveranstaltungen statt.