"Es war einmal in Staaberch, vor vielen vielen Jahr´n, da sagte seine Eminenz, der Erzbischof sich an, er woll´ das Dorf besuchen und Sankt Pankratius, da war´n die Leut ganz aufg´regt, was man da machen muss" - Die Hintergründe, wie die Staaberche zu ihrem im ganzen Landkreis bekannten Spottnamen "Heilignschrubber" kamen, sind hinreichend bekannt: Etwas übereifrige Steinberger Einwohner wuschen versehentlich beim Putz der Pfarrkirche die Farbe der Heiligenstatuen mit ab. Die lustige Begebenheit aus dem Jahre 1951 verarbeitete der Frankensima in seinem Lied Die "Staaberche Heilingnschrubber", weil es - wie der bekannte Entertainer sagt - "einfach a schöna Gschicht ist".


Wo's dem Frankensima gefällt

Die Hommage an die tüchtigen Steinberger durfte natürlich beim Wirtshaussingen im Gasthaus "Zum Frack" auf keinem Fall fehlen - ebenso wie viele andere Volkslieder. "In Staaberch und auf der Welt ist halt schö", seufzte der Frankensima voller Innbrunst, nachdem die letzten Töne verklungen waren. Keine Frage, Simon Philipp Goletz - besser bekannt als "Frankensima" - gefällt es in Steinberg.

Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass er hier jeden Herbst seinem treuen Publikum sein neuestes Wirtshauskabarett vorstellt.

Dass unser Dialekt für manchen "Reigschlaaftn" vielleicht doch nicht so ganz leicht ist, kann sich unsereins kaum vorstellen. Ist aber anscheinend doch so. "Ich habe mehrfach versucht, manche Wörter richtig auszusprechen, bin aber bei manchen auch mehrfach gescheitert", gesteht Dimitrios N. Lazanakis, Facharzt für Allgemeinmedizin in Wilhelmsthal. Der Grieche besuchte mit einigen Freunden das Wirtshaus-Singen und mühte sich redlich. Das Wirtshaus-Singen gefällt ihm sehr gut, weil es sich dabei um schöne traditionelle Lieder handelt. Zudem sei die Stimmung gut. "Gute Leute, gute Laune, gutes Bier", bringt er es auf den Punkt.

Dem ist eigentlich nicht mehr hinzuzufügen - nur so viel, dass der griechische Gast natürlich auch das "Heilignschrubber"-Lied mit schmetterte. Bekanntermaßen fand die Geschichte damals vor über 60 Jahren einen glücklichen Ausgang. Ein Motorradfahrer fuhr schnell einen Kunstmaler aus Staffelstein herbei, der den Schaden noch rechtzeitig beheben konnte.

Der Frankensima zog seine ganze eigene Schlussfolgerung aus den Geschehnissen und so lautet die letzte Strophe seiner Hommage an die tüchtigen Steinberger: "Seitdem wer´n die Staabercher die Heilignschrubber g´nennt, doch hat die ganze G´schichte ein schönes Happy End, denn alle Politiker bleib´n seither Staaberch fern, weils heißt, auch die Scheinheiligen schrubbt man in Staaberch gern." Am 21. Oktober, um 20 Uhr, wird der Frankensima sein neues Wirtshaus-Kabarett mit dem Titel "Sale zu verkaufen!" im Frack vorstellen. Karten können im Gasthaus erworben werden oder einfach an dem Abend spontan vorbeikommen.