"Hier entsteht die große Bar zwischen den zwei Areas. Sie soll wie ein alter Bergwerksstollen wirken mit Rundhölzern an den Wänden, Querbalken an den Decken und den Stützpfeilern - alles mit Lampen und ähnlichem entsprechend dekoriert." Man merkt Michael Morand seine Begeisterung und Vorfreude auf das im Juli anstehende Top-Event an.

Zusammen mit Tobias Schreiner und Roland Manert macht er einen Rundgang durch die Räumlichkeiten der Stockheimer Schützen am Maxschacht. Sie befinden sich gerade beim Schießstand des Schützenhauses, der ebenso wie die Wirtschaft und die große ASS-Schützenhalle am 12. Juli zur Partyzone wird. Dann steigt dort eine der größten Partys der Region, die "Nacht am Schacht" - auf zwei Areas, mit mehreren angesagten DJs und dem perfekten Sommer-Beat.

"In Stockheim ruft der Bergmann zum Tanz." Wer dabei an gemütlich-zünftige Brauchtumsmusik denkt, irrt gewaltig. Acht DJs werden die Gäste ordentlich beschallen. Die Location wird der Tradition von Stockheim als Bergwerksgemeinde nachempfunden, verstärkt durch jede Menge aufwendige Nebel-, Laser- und Lichttechnik. In der "Nacht am Schacht" steckt viel Arbeit. Mehr als ein Jahr Planung, Vorbereitung und Organisation liegt hinter den Machern Michael Morand und Tobias Schreiner aus Stockheim.

Sie sind verzahnt mit ihrer Heimat. Ihre Wurzeln sind geblieben - auch wenn es sie beruflich in andere Regionen verschlagen hat. Tobias ist halb in Erfurt zu Hause, wo er Staatswissenschaften studiert.

In der Szene ist das "Tanzlabor"-Mitglied insbesondere als Carpenter von Veranstaltungen in ganz Oberfranken und in seiner Wahlheimat Erfurt bekannt. "Es war uns von Anfang an ein Anliegen, Neues mit Traditionellem - also der Geschichte von Stockheim - zu verbinden", betont er. Die Lokalität der Schützen sei für Veranstaltungen dieser Art wie gemacht, aber bislang zu wenig genutzt worden, so der DJ, der in der kleineren Area unkommerziellen elektronischen Sound von House bis Techno auflegen wird.

Boris Dotzauer alias DJ D. Porter wird in der Main Area in der großen ASS-Schützenhalle seinen Platz zusammen mit der DJ-Kombo "Strandmatte & Kornfeld" an den Plattentellern einnehmen. Hier werden mehr für den massentauglichen Geschmack aktuelle Vokal-, Progressive-, Electrohousetunes und Black zu hören sein. "Wir haben uns viele Gedanken im Vorfeld gemacht. Wir wollen keine 08/15-Veranstaltung, sondern etwas ganz Eigenes aufziehen", erklärt Michael Morand.

Großer Zeitaufwand

Roland Manert, bekannt als DJ Duke XS, stellt seine Mischpulte, Lautsprecherboxen und sonstige Ausrüstung zur Verfügung. Auch er spricht von einem erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand. "Das wird was ganz Neues", ist sich der Unterrodacher sicher, der schon seit 25 Jahren hinter Mischpulten steht.

Dem Mitarbeiter im Landesamt für Umwelt in Kulmbach kommt auch ein großer Anteil an der im letzten Jahr erfolgten Kooperation in der DJ-Szene zum Netzwerk "Tanzlabor" zu, das im Heimatlandkreis insbesondere durch die Dreefs-Veranstaltungen in Marktrodach bekannt ist.

"Wir haben ein Motto: Immer mehr Eindrücke nach Hause bringen als Euros im Geldbeutel fehlen. Das gilt auch für Stockheim", sagt Manert. Allen Beteiligten gehe es mehr um den Spaß als um Profit. Im Gegenteil: Man brauche schon viele Besucher, um nicht draufzulegen. Den Zeitaufwand dürfe man schon gar nicht rechnen.

Man wolle etwas für die jungen Leute machen, ein großes Publikum nach Stockheim holen und Stockheim als Location im Landkreis etablieren. Weitere ähnliche Veranstaltungen sind daher durchaus vorstellbar, was natürlich auch mit vom Erfolg der Premiere abhängt. "500 Gäste wären toll", meint er.