Das neue Schulhaus in Wilhelmsthal ist längst in Betrieb genommen, das alte soll bald weichen. Einstimmig sprachen sich die Gemeinderäte in der Sitzung am Donnerstagabend dafür aus, das Gebäude abreißen zu lassen.

"Sechs Fachfirmen sind angeschrieben worden", erklärte Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) das Prozedere. Drei Angebote sind daraufhin in der Gemeindeverwaltung eingegangen. Den Zuschlag erhielt die Kronacher Firma Löhlein und Sohn, die mit rund 80 540 Euro günstigster Anbieter war. Die beiden konkurrierenden Angebote beliefen sich auf circa 80 920 beziehungsweise 153 300 Euro. Ein Gutachten hatte zuvor mit rund 110 000 Euro an Abbruchkosten kalkuliert.

"Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht durchführbar", betonte die Bürgermeisterin die Notwendigkeit des Abrisses. Diese Arbeiten sollten am besten in den Wintermonaten durchgeführt werden, ging sie auf die dann geringeren Probleme mit der Staubentwicklung ein. Heinrich Förtsch (CSU) fragte an, ob es nicht erst einer Abrissgenehmigung bedürfe, doch es klärte sich schnell, dass diese erst nach dem Beschluss des Abbruchs beantragt werden kann.


Was wird aus dem Mobiliar?
Eine kleine Diskussion entflammte zur Frage, was mit dem Mobiliar etc. im Gebäude geschehen soll. Die Bürgermeisterin war der Ansicht, dass man im Vorfeld der Maßnahme aus eigener Kraft alles herausbringen sollte, was möglich ist. Deshalb brachte sie einen "Tag der offenen Tür" beziehungsweise eine Art Flohmarkt ins Gespräch. Die Bürger könnten sich dann gegen eine Spende bedienen. Zudem habe die Gemeinde selbst bereits begonnen, wiederverwertbare Teile auszubauen. So sollen die Entsorgungskosten beim Abriss möglichst niedrig gehalten werden.


Vereine einladen
Stefan Pfadenhauer (SPD) regte an, einen kleinen Katalog mit Fotos und Festpreisen der erhältlichen Gegenstände vorab an die Vereine herauszugeben. Diese würden dadurch eine Art Vorgriffsrecht haben. "Dann werden die Vereine alle gleich behandelt", meinte er. Die Bürgermeisterin sprach aber den Arbeitsaufwand an, der den Nutzen übersteigen würde. Gemeinsam mit Matthias Barnickel (SPD) sprach sie sich dafür aus, die Vereine einfach vorab in die Räume einzuladen.

Jochen Gleich (CSU) sah es pragmatisch. Ziel müsse es nicht sein, mit dem Verkauf große Einnahmen zu generieren, sondern das Gebäude möglichst reibungslos zu räumen. Deshalb war er für eine unbürokratische Vorgehensweise. "Was fort ist, ist fort. Es kommt uns auf alle Fälle billiger, als wenn wir die Sachen selbst entsorgen müssen."


Aus der Sitzung
Breitband Sebastian Prechtl vom Büro IK-T stellte den Stand des Breitbandausbaus vor. Der Förderhöchstbetrag für Wilhelmsthal betrage 880 000 Euro bei einer 90-prozentigen Förderung. Bei einer interkommunalen Zusammenarbeit könnten weitere 50 000 Euro abgerufen werden.

Energie Bürgermeisterin Susanne Grebner berichtete, dass Wilhelmsthal als eine von nur vier Gemeinden im Landkreis Kronach am Projekt "Kommunales Energie-Coaching-Basis" teilnehmen darf. Als mögliche Objekte für die Untersuchungen stellte sie den Bauhof, das Rathaus und die Mehrzweckhalle zur Diskussion.

Geländer Zwei neue Geländer sollen in Steinberg am "Schlossberg" (circa 2100 Euro) und in Wilhelmsthal in der "Alten Schulstraße" (circa 830 Euro) für mehr Sicherheit sorgen.

Gehölze Der Wildbewuchs bei der Außensportanlage unterhalb der Schule in Wilhelmsthal soll entfernt werden. Die betroffene Fläche umfasst rund 2600 Quadratmeter. Die Kosten hierfür belaufen sich auf fast 9000 Euro. Der Bewuchs ist so stark, dass eine Fachfirma eingesetzt werden muss.