Eine afrikanische Frau tanzt, hinter ihr: Die weite Savanne, eine grün-gelbe Hügellandschaft, von der untergehenden Sonne in rot-bräunliche Töne getaucht: Was für ein Anblick! Das diesjährige Afrikafest-Plakat vermittelt einen kleinen Eindruck von der ursprünglichen Wildnis des schwarzen Kontinents - und es macht vor allem eines: Lust auf Afrika.


Projkettag

Eva Förner nahm - wie weitere Siebt- bis Neuntklässler der Montessori-Schule Mitwitz sowie junge Flüchtlinge - im März an einem Afrika-Projekttag teil. Seitens der Schule war dieser von der Kunstlehrerin und freischaffenden Künstlerin Lisa Stöhr organisiert worden. Zu Gast war dabei der ugandische Maler Samuel Wandira, der aus seiner Heimat erzählte, seine Bilder zeigte und den Teilnehmern seine afrikanische Malkunst näherbrachte. Den Mittelpunkt der gemeinsam entstandenen Bilder bildeten afrikanische Kulturtänze. Unter den vielen schönen Motiven war es keine leichte Aufgabe für die Jury, das für das 5. Kronacher Afrikafest am geeignetsten erscheinende auszuwählen. Letztlich entschied man sich für den Entwurf von Eva Förner - eine gute Wahl, kommen doch die vielen einzelnen Pinselstriche in den warmen Erdfarben in der XL-Version des Plakates besonders gut zur Geltung.


Serengeti, Grün und Sonnenuntergang

"Mir haben die Bilder vom Serengeti-Park, die uns Samuel Wandira gezeigt hat, so gut gefallen. Deshalb wollte ich sie mit ins Bild einbringen, genau wie das weite Grün und den schönen Sonnenuntergang", erzählt die Wallenfelserin. Hierfür hat die 16-Jährige erst die afrikanische Tänzerin in Vordergrund skizziert. Dann malte sie den Himmel und die Sonne, bevor sie schließlich die Tänzerin vollendete. Bei der Plakat-Vorstellung ging Lisa Stöhr noch einmal auf die Hintergründe des Workshops mit Samuel Wandira ein. Dieser war der Schule vom Jugend- und Kulturtreff Struwwelpeter - als Ausrichter des Afrikafests - vermittelt worden. Der Ugander kam 1987 als Asylsuchender nach Bayern, wo er heute bei Passau lebt. Ein Bürgerkrieg hatte ihn aus seiner Heimat vertrieben. Der Künstler vermittelt durch sein Engagement in schulischen Kunstprojekten vor allem Schüler mit Migrationshintergrund mehr Selbstbewusstsein im Hinblick auf ihre Herkunft und Kultur. Zu der Veranstaltung hatte man auch junge, in Mitwitz untergebrachte Flüchtlinge eingeladen, die mit den Schülern malten. Der Projekttag war Bestandteil einer vielfältigen Veranstaltungsreihe zum Thema Integration und Toleranz, die über das ganze Jahr verteilt im Vorfeld des Afrika-Fests stattfindet. Mit dem vom Bundesprogramm "Demokratie leben!" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Veranstaltungsreigen möchte der Arbeitskreis Afrika-Fest nach eigenen Aussagen einen Beitrag für eine interkulturelle Öffnung der Gesellschaft leisten. Beim Workshop entstanden nicht nur schöne gemeinsame Bilder, es erfolgte auch ein gegenseitiges Kennenlernen.


Lebenfreude im Tanz

Besonders beeindruckend waren für Eva die vielen unterschiedlichen und enorm ausdrucksstarken afrikanischen Tänze, die Wandira in einem Film gezeigt hatte. In Afrika sind Musik und Tanz Ausdruck verschiedener Situationen des täglichen Lebens. Die Menschen tanzen zu jeder Gelegenheit, um ihre Lebensfreude auszudrücken - egal ob zu traurigen, fröhlichen oder feierlichen Anlässen. Dies bestätigten auch seitens des Organisationsteams Afrikafest das Ehepaar Evi und Günther Scheler, die sich seit Jahren in Benin in Westafrika engagieren, wie auch Struwwelpeter-Mitarbeiterin Natascha Christmann. In Afrika machten sich die Menschen keine Gedanken darüber, was andere über sie dächten, was sich gehöre und was nicht. Beim Tanzen brächten sie ihre ganze Seele, ihr ganzes Herz ein. "Wenn ich tanze, bin ich einfach nur glücklich", erklärte dann auch Ismael aus Niger, der beim Projekttag auch mit gemalt hatte. Das Plakat gefällt dem 26-Jährigen sehr gut, insbesondere auch weil es das afrikanische Lebensgefühl sehr gut widerspiegele. "Jeder mag das Bild und die schönen Farben", zeigte er sich sicher.

Das Afrikafest findet heuer an zwei Tagen statt: am Samstag, 23. Juli, ab 12 Uhr bis etwa 22 Uhr sowie am Sonntag, 24. Juli, ab 11 Uhr bis etwa 18 Uhr. Auf dem Gelände vor dem Struwwelpeter beziehungsweise in der angeschlossenen Scheune wird es wieder verschiedene Tanz- und Trommel-Workshops, kulinarische Spezialitäten sowie viel afrikanische Musik geben. Am Sonntag wird ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten. Auf einem bunten Basar werden typisch afrikanische Gerichte und Produkte feilgeboten. Zudem können sich die Gäste über verschiedene Hilfsprojekte informieren.
Ein Highlight ist eine afrikanische Modenschau an beiden Tagen. Afrikanerinnen werden landestypische Kleidung vorführen. Krönender Höhepunkt des Festes sind erneut die Musikdarbietungen - vor allem das gemeinsame Konzert am Samstagabend namhafter Künstler aus Afrika sowie "Kummazamm" und "Djembetreff"